Landtagspräsident lobt Initiative für Obdachlose: „Die menschliche Zuwendung ist erlebbar“

 

Zu Beginn der kalten Jahreszeit hat Landtagspräsident Klaus Schlie heute in der Kieler St. Heinrich-Kirchengemeinde die frisch sanierte Notunterkunft für obdachlose Menschen mit eingeweiht. Schlie, der seit zwei Jahren Schirmherr des Gemeinde-Fördervereins für die Obdachlosenbetreuung ist, freute sich, dass die Wiedereröffnung der Unterkunft „angesichts des nahenden Winters gerade zur richtigen Zeit“ erfolgt. Im vergangenen Jahr suchten hier 390 Menschen ein schützendes Dach über dem Kopf.

 
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Frisch saniert präsentiert sich die wiedereröffnete Obdachlosen-Unterkunft in der Kieler St. Heinrich-Kirchengemeinde. (Foto: Landtag)

Die Räumlichkeit mit vier Betten und einem Sanitärraum kann das ganze Jahr über für eine Nacht in Anspruch genommen. Außerdem bietet der Förderverein seit nunmehr fast 25 Jahren täglich mehrere Mahlzeiten, Kleidung und Beratung an. Tendenziell wachse die Nachfrage seit einigen Jahren. 2016 wurden in der St. Heinrich-Gemeinde rund 13.000 Speisen (Frühstück, Mittag- und Abendessen) ausgegeben und knapp 500 Menschen in der Kleiderkammer mit Anziehsachen versorgt.

Getragen wird der Förderverein überwiegend aus Spenden, die Betreuung der Hilfesuchenden übernehmen zumeist ehrenamtliche Kräfte. „Die menschliche Zuwendung ist hier erlebbar“ – dies sei manchmal noch wichtiger als die „großartige“ organisatorische Arbeit, würdigte Landtagspräsident Schlie das ehrenamtliche Engagement. Der Wiedereröffnung wohnten auch der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Propst Leo Sunderdiek bei.

Auch der Wohlfahrtsverband der evangelischen Kirchen verzeichnete in den vergangenen Jahren eine stark ansteigende Zahl der Wohnungslosen im Norden. Im vergangen Jahr nahmen in Schleswig-Holstein gut 7.500 Menschen die Angebote der Diakonie im Bereich der Wohnungslosenhilfe in Anspruch. Das seien rund 16 Prozent mehr als 2015. Bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren verzeichnete die Diakonie einen besonders hohen Anstieg. In dieser Gruppe habe sich die Zahl auf knapp 2.300 verdoppelt. Besonders angespannt sei die Lage in den Städten Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster.