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7. September 2018 – Empfang im Landeshaus

Landespolitik unter dem Regenbogen

Viele homo-, bi- und transsexuelle Menschen werden noch immer diskriminiert. Um ein Zeichen gegen Ausgrenzung zu setzen, luden Landtagspräsident Schlie und sein Vize Andresen zum ersten CSD-Empfang ins Landeshaus.

Christopher-Street-Day Empfang Landeshaus Landtag
Landtagsvizepräsident Andresen (2.v.r.) im Gespräch mit Vanessa Stähr, Christian Till (2.v.l.) und Tobias Kreuzpointner (re.) Foto: Landtag, Christian Lipovsek

Gut fünf Monate nach dem Landtagsbeschluss im März hat der Landtag unter dem Motto „Für mehr Vielfalt und Toleranz“ zum ersten Christopher-Street-Day-Empfang ins Landeshaus eingeladen. Landtagspräsident Klaus Schlie begrüßte rund 50 Abgeordnete und Gäste der CSD-Organisationen und Verbände im Land.

„Der Christopher Street Day ist genau die richtige Gelegenheit, immer wieder auf die Vielfalt von Lebensweisen in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen und für mehr Akzeptanz zu werben“, sagte er. Viele Menschen hätten auch 2018 noch Angst, offen mit ihrer sexuellen Identität umzugehen. „Für die Verantwortlichen in der Politik und den Medien, aber auch für die Gesellschaft insgesamt bleibt weiterhin viel zu tun“, so Schlie.

Neue Ansprechpartner bei der Landespolizei

Im Anschluss führte Landtagsvizepräsident Rasmus Andresen durch eine Gesprächsrunde zum Thema „CSD goes Politics – Landespolitik unter dem Regenbogen“ mit dem Vorsitzenden des Lübecker CSD e.V. Christian Till, Vanessa Stähr von Trans SH e.V. sowie Tobias Kreuzpointer von der neuen Zentralen Ansprechstelle LSBTIQ (Lesbisch, Schwul, Bi, Trans, Inter, Queer ) der Landespolizei.

Seit 1. September sind bei der Behörde zwei Stellen zunächst für ein Jahr geschaffen worden. „Mein Kollege und ich sind Ansprechpartner, sowohl nach innen in die Landespolizei wie auch nach außen“, erläuterte Kreuzpointner. Dabei gehe es um ein niedrigschwelliges Angebot und Vertrauensbildung. Intern werde derzeit ein Handlungskonzept zum Umgang mit dem Thema Transsexualität erarbeitet, das Teil der Ausbildung der neuen Polizisten werden soll, sagte Kreuzpointner.

CSD-Verein fordert mehr Haltung

Christian Till aus Lübeck erklärte, seit einiger Zeit gehe „ein spürbarer Riss“ durch die Gesellschaft. Sei die Akzeptanz für transsexuelle und queere Menschen in den vergangenen Jahren gestiegen, so mache sich jetzt immer stärker eine Minderheit bemerkbar, „die ein Roll-Back vorantreibt“. „Leider schließen sich diesen Leuten immer mehr Sympathisanten an“, so Till. Er appellierte an Politik und Gesellschaft, Haltung dagegen zu zeigen. Ähnlich äußerte sich Vanessa Stähr. Transsexuelle müssten sich nach außen stärker präsentieren. „Wir parken nicht in der zweiten Reihe und sollten genauso integriert sein wie alle anderen auch“, sagte sie.

Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte die Flensburger Band „Friedrich Jr.“ mit Folk-Pop im norddeutschen Stil.


Debatte im Landtag:
März 2018