Kompetenzanalyse

"Minderheiten als Standortfaktor in der deutsch-dänischen Grenzregion"

Die 120-seitige Kompetenzanalyse wurde von der Europäischen Akademie Bozen in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für Regionen Barcelona erstellt.

Die deutsche Minderheit in Nordschleswig

Die Dachorganisation der deutschen Volksgruppe in Nordschleswig ist der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN). Er vertritt die Minderheit in politischer, kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht. Die deutsche Volksgruppe in Nordschleswig besteht seit der Volksabstimmung im Jahr 1920 und umfasst heute 15.000 Mitglieder bei einer Gesamtbevölkerung von 250.000 in Nordschleswig. Die deutsche Volksgruppe unterhält eigene Kindergärten, Schulen und Büchereien, betreibt kirchliche und soziale Arbeit, gibt eine eigene Tageszeitung, den "Nordschleswiger" heraus und bietet in vielen Vereinen sportliche und kulturelle Aktivitäten. Der Sitz des Generalsekretariats ist in Apenrade.

Der BDN ist die Trägerorganisation der Schleswigschen Partei (SP) und unterhält seit 1983 das Sekretariat der deutschen Volksgruppe in Kopenhagen. Das Sekretariat ist im Auftrag der zuständigen Gremien der Volksgruppe für die Vertretung der Interessen der deutschen Minderheit gegenüber Folketing, Regierung und Zentraladministration in Kopenhagen zuständig.

Die deutsche Volksgruppe arbeitet für die Erweiterung und Vertiefung der Zusammenarbeit über die deutsch-dänische Grenze tritt für ein Europa der Vielfalt, in dem nationale und kulturelle Identitäten respektiert werden, ein. Die deutsche Volksgruppe sieht es als Verpflichtung an, die minderheitenpolitischen Erfahrungen des deutsch-dänischen Grenzlandes dort einzubringen, wo sie dazu beitragen können, Konflikten in Europa vorzubeugen oder diese zu lösen.

Gremium für Fragen der deutschen Minderheit in Nordschleswig

Alle Fragen, die die deutsche Volksgruppe in Nordschleswig betreffen, wie Finanzen, Kultur oder politische Repräsentation, werden in zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen des Gremiums erörtert. Der Vorsitz wird von dem jeweiligen Landtagspräsidenten oder der Landtagspräsidentin übernommen. Weitere Mitglieder sind Landtagsabgeordnete, schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete und Mitglieder des Bundes deutscher Nordschleswiger. Das Gremium ist seit 1975 tätig.