Für den Fall, dass die geplanten mechanisch-biologischen
Abfallbehandlungsanlagen in Lübeck und Neumünster nicht
ausreichten, gebe es andere Lösungsmöglichkeiten, sagte Müller:
"Wie auch in anderen Bereichen können wir hier auf eine gute
Zusammenarbeit mit Hamburg bauen." In Richtung der Kommunen
sagte der Minister: "Die Zeit für die Planung war lang genug,
es gilt nun gemeinsam zügig zu handeln." Hier habe es in der
Vergangenheit Probleme gegeben.
SSW befürchtet Müllexporte
Völlig anders sah dies Lars Harms (SSW):
"Schleswig-Holstein kann seinen Müll nicht alleine
entsorgen." Das Land sei bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen
in der Versenkung verschwunden und bisher noch nicht wieder
aufgetaucht, so Harms in Bezug auf die Rede des Umweltministers. Bei
Müllexporten in andere Bundesländer werde nicht kontrolliert, was
genau dort mit dem Abfall geschieht.
"Die Kreise sind auf einem guten Weg, ihre Hausaufgaben im
Bereich der Abfallentsorgung zu erledigen", so Helmut Jacobs
(SPD). So könnten vorhandene Lücken bei der Entsorgung geschlossen
werden. Der Mülltourismus bereite ihm zwar Sorge, gegen eine
vernünftige Kooperation sei jedoch nichts einzuwenden.
Deutliche Worte fand Frauke Tengler (CDU): "Seit zehn Jahren
übt die Landesregierung den Stillstand in der Abfallpolitik."
In Bezug auf die Kritik des Umweltministers an den Kommunen sagte
Tengler: "Herr Müller, Sie fangen schon wieder mit dem
Schwarzen-Peter -, besser gesagt mit dem Grünen-Müller-Spiel
an." Die Landesregierung müsse endlich ihr Versagen in der
Abfallpolitik eingestehen.
FDP: Preise für Verbraucher gesunken
Auch Günther Hildebrand (FDP) kritisierte die Abfallpolitik der
Landesregierung. Allerdings vermeldete er auch Positives: "Es
ist erfreulich festzustellen, dass die Abfallgebühren in den Jahren
1996 bis 2001 kontinuierlich gesunken sind."
Detlef Matthiessen (Grüne) sah keinen Grund zur Aufregung: Die
Unterschreitung der Abfalldeckung liege seiner Ansicht nur nach bei zehn
Prozent, also rund 80.000 Tonnen. Das sei kein Problem. "Die
Richtung muss stimmen, und die Richtung stimmt", so der
Grünen-Politiker.
Der Bericht wurde zur abschließenden Beratung an den
Umweltausschuss überwiesen.