Auf dieser Seite: Arbeitsmarkt / Wirtschaftsbericht

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Zur dramatischen Lage auf dem Arbeitsmarkt
Antrag der Fraktion der CDU
Antrag der Fraktionen der SPD und B´90/Grüne
      gemeinsame Beratung mit
Drucksache: 15/2443 Abs. 1 und 3, 15/2588
Abs. 2
-Plenarprotokoll-
Top 41:
 
Zur dramatischen Lage auf dem Arbeitsmarkt
Landtagsbeschluss vom 20. Februar 2003 – Drs. 15/2443 Abs. 2–
mündlicher Bericht der Landesregierung
       gemeinsame Beratung mit
Drucksache: 
Top 36:
 
Wirtschaftsbericht 2003
Bericht der Landesregierung
Drucksache: 15/2550

Wirtschafts-Motor stottert
Rohwer legt Bericht vor / Arbeitsmarkt-Diskussion

Kiel (SHL). Vor dem Hintergrund steigender Arbeitslosenzahlen hat der Landtag über den Wirtschaftsbericht 2003 und die Lage auf dem Arbeitsmarkt diskutiert. "Die schleswig-holsteinische Wirtschaft befindet sich in einer schwierigen Situation", sagte Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD) am Donnerstag, 3. April 2003. Zuvor hatte das Landesarbeitsamt Nord die aktuellen Arbeitsmarktdaten bekannt gegeben: Danach liegt die Arbeitslosenquote jetzt bei 10,2 Prozent. Vor einem Jahr waren noch neun Prozent der arbeitsfähigen Menschen im Land ohne Job.

Das Wirtschafts-Wachstum von 0,7 Prozent liege zwar über dem Bundesdurchschnitt, trotzdem sei es zu niedrig, sagte Rohwer. Er verlangte die zügige Umsetzung mehrerer wirtschaftspolitischer Maßnahmen, darunter eine wirksame Förderung neuer Technologien, eine unkompliziertere Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen und den Ausbau der Infrastruktur. "Wir müssen konsequent auf Bundesebene für bessere Rahmenbedingungen für mittelständische Unternehmen kämpfen", forderte der Minister. Zugleich kündigte er an, dass das Programm "Arbeit für Schleswig-Holstein" überprüft werde. Im Mai wolle er dazu neue Vorschläge unterbreiten.

Scharfe Kritik der Opposition

"Die wirtschaftliche Lage und die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist derzeit mehr als bedrohlich", stellte Martin Kayenburg (CDU) fest. Die Zahl der Arbeitslosen sei im Vergleich zum Vormonat um 18.000 gestiegen. "Insbesondere bei den Langzeitarbeitslosen verbessert sich die Situation überhaupt nicht." Die FDP-Abgeordnete Christel Aschmoneit-Lücke legte nach: Das Ergebnis von 15 Jahren roter und rot-grüner Regierungsverantwortung bezeichnete sie als "Stagnation". Und: "Rot-grün sperrt Wohlstand und Wachstum aus Schleswig-Holstein aus." 

Nach Ansicht von Bernd Schröder (SPD) hat die Landesregierung die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft geschaffen. Besonders der Mittelstand sei – auch durch das Tariftreuegesetz – entlastet worden. Karl-Martin Hentschel (Grüne) bestätigte zwar die Krise auf dem Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft, jedoch liege Schleswig-Holstein in den meisten Bereichen vor dem Bundestrend. "Lassen sie uns gemeinsam an diesem Thema arbeiten", forderte Hentschel die Abgeordneten auf.

SSW für Senkung der Lohnnebenkosten

Lars Harms (SSW) forderte: "Wir brauchen eine Zukunftssicherung des Sozialstaates und eine Senkung der Lohnnebenkosten als Signal an die Menschen und an die Wirtschaft." Der SSW sei gegen eine kürzere Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes, wie sie die CDU fordere. Dies käme einer Bestrafung der Arbeitslosen gleich.

Der CDU-Antrag (15/2443 Absatz 1 und 3)und die Berichte der Landesregierung wurden an die zuständigen Ausschüsse.

Weitere Redner: Angelika Birk (B´90/Grüne),  Heiner Garg (FDP), Wolfgang Baasch (SPD),  Werner Kalinka (CDU)

Hintergrund
 Im Jahresdurchschnitt 2002 waren in Schleswig-Holstein 121.581 Menschen arbeitslos. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,7 Prozent. Zwar liegt Schleswig-Holstein damit im Bundesvergleich unter dem Durchschnitt von 9,8 Prozent, dennoch ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber 2001 um 4,7 Prozent gestiegen. Ende Februar 2003 waren laut Bundesanstalt für Arbeit knapp 148.000 Schleswig-Holsteiner arbeitslos und damit 11,7 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. 
 Beim Bruttoinlandsprodukt lag Schleswig-Holstein 2002 im Vergleich der Bundesländer mit einer Wachstumsrate von 0,7 Prozent an der Spitze hinter Bremen (0,9), Rheinland-Pfalz (1,0) und dem Saarland (1,2). Schlusslicht war Berlin mit -0,7 Prozent.

Aktuell: Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein hat sich weiter erhöht. Ende März waren 143 000 Menschen ohne Arbeit und damit 14,5 Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte das Landesarbeitsamt Nord am Donnerstag in Kiel mit. Die Arbeitslosenquote beträgt jetzt 10,2 Prozent. Im März 2002 lag sie noch bei 9,0 Prozent. Durch die leichte Frühjahrsbelebung ging im März erstmals seit September vergangenen Jahres die Arbeitslosigkeit wieder leicht zurück. (lno)

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