Auf dieser Seite: "Fischler-Vorschläge" / Hochwasserschutz

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Top 10: 
Auswirkungen der "Fischler-Vorschläge" auf die schleswig-holsteinische Landwirtschaft
Antrag der Fraktion der FDP
Antrag der Fraktion der CDU

Drucksache: 15/2459,
-Plenarprotokoll-
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Top 28: 
Nachhaltiger Hochwasserschutz in Schleswig-Holstein
Landtagsbeschluss vom 12. September 2002 – Drucksache 15/2106
Bericht der Landesregierung
Drucksache: 15/2435
-Plenarprotokoll-
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EU-Agrarpläne sorgen für Gesprächsstoff
Landtag berät "Fischler"-Reformideen

Kiel (SHL). EU-Agrarkommissar Franz Fischler hat mit seinen Ideen zur Reform der Agrarsubventionen für viel Aufsehen gesorgt: Die Subventionen für die Landwirte sollen gekürzt und umverteilt, Fördergelder künftig nicht mehr nach Produktionsmenge, sondern unter dem Begriff "Entkoppelung" nach Erfüllung von Umwelt- und Tierschutzauflagen verteilt werden. Betroffene Bauern befürchten Einkommensverluste, Umweltschützer fordern einen größeren Anteil am Subventions-Kuchen. Die Fraktionen im Schleswig-Holsteinischen Landtag stempelten aber am Mittwoch, 02. April 2003, die Vorschläge aus Brüssel als verbesserungswürdig ab.

Nach seinem mündlichen Bericht zu den Auswirkungen der Fischler-Reformen auf die schleswig-holsteinische Landwirtschaft befürwortete der grüne Umweltminister Klaus Müller das Konzept der Entkoppelung. Für das Jahr 2012  kündigte er bereit stehende Mittel in Höhe von 48 Millionen Euro für die Umverteilungsmaßnahmen von ehemaligen Beihilfen an, wie etwa in Umweltschutzprojekte im Prozess der so genannten "Modulation" an.

Einstimmig forderten die Fraktionen und der SSW eine Entbürokratisierung der EU-Vorschläge und die Berücksichtigung der schleswig-holsteinischen Interessen bei den weiteren Beratungen zu den Reformen. Etwaige in Schleswig-Holstein eingesparte Mittel müssten im Land bleiben.

Die Anträge wurden zur abschließenden Beratung einstimmig an den Agrarausschuss überwiesen.

Hauptredner:
Umweltminister Klaus Müller (B´90/Grüne), Günther Hildebrand (FDP), Peter-Jensen Nissen (CDU), Friedrich-Carl Wodarz (SPD), Detlef Matthiessen ((B´90/Grüne), Lars Harms (SSW)

Hintergrund:
 EU-Agrarkommissar Franz Fischler (Österreich) hat im Januar 2003 ein Paket von Reformvorschlägen für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) vorgelegt, um die europäische Agrarpolitik im Rahmen der Verhandlungen in der WTO (Welthandelsorganisation) besser verteidigen zu können. Die Reformen sollen die europäische Landwirtschaft wettbewerbsfähiger und marktorientierter machen, aber auch den Umweltschutz und Tierschutz stärker berücksichtigen. Unter anderem gehören zu dieser Reform eine produktions-unabhängige Betriebsbezogene Einheits-Zahlung, die verknüpft wird mit der Einhaltung von Standards in den Bereichen Umwelt, Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit und Tierschutz. Durch Bereitstellung von mehr Fördermitteln soll die Entwicklung des ländlichen Raumes und durch neue Maßnahmen die Qualitätserzeugung gefördert werden. Ferner soll das Milchquotensystem bis zum Wirtschaftsjahr 2014/15 beibehalten werden. Auch eine Kürzung der Direktzahlungen an Großbetriebe soll zusätzliche Mittel für die ländliche Entwicklung frei machen.

mehr Informationen: @grar.de Aktuell (www.news.agrar.de/archiv/)

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Hochwasser schlägt hohe Wellen
Landesregierung legt Bericht zu Schutzmaßnahmen vor

Kiel (SHL). Die Maßnahmen zum Hochwasserschutz haben im Landtag erneut für Diskussionsstoff gesorgt. Bei der Vorstellung eines entsprechenden Berichts der Landesregierung am Freitag, 4. April 2003, lagen die Ansichten von Opposition und Regierungskoalition über die Fortschritte bei den Schutzmaßnahmen weit auseinander. Einigkeit herrschte allein in der Ansicht, dass die Überschwemmungen der Elbe vom August des vergangenen Jahres und vom Januar 2003 zukünftig keine Ausnahme sein werden.

Die Regierungsfraktionen und der SSW forderten ein Umdenken im Hochwasserschutz. Vor allem ein verbesserter Klimaschutz, aber auch eine der Umwelt angepasste Siedlungs- und Infrastrukturpolitik seien nötig, um in Zukunft Überschwemmungen vermeiden zu können. Die Opposition warf der Landeregierung vor, die Kommunen im Unklaren über entsprechende Rahmenbedingungen zu lassen und bei Projekten zu sparen, die sie selber für den Hochwasserschutz als notwendig betrachte.

Stimmen aus der Debatte

Umweltminister Klaus Müller (Grüne): Hochwasser seien keine Jahrhundert-Ereignisse mehr, ausreichende Überflutungsgebiete seien deshalb vonnöten. "Die Landesregierung wird die Abgrenzung der bereits vorhandenen Überflutungsgebiete überprüfen."

Herlich Marie Todsen-Reese (CDU): "Die Kommunen brauchen verlässliche Rahmenvorgaben der Landesregierung." Ihr Vorwurf an die Landesregierung: "Sie versagen immer dann, wenn es an die konkrete Umsetzung sogar Ihrer eigenen Gesetze, Konzepte und Programme geht."

Wilhelm Malerius (SPD): Die Reduzierung von CO2-Ausstößen bedeute langfristigen Hochwasserschutz. "Der Schlüssel zur Begrenzung von Hochwasserschäden liegt im Zusammenspiel von staatlichem Handeln und der Eigenverantwortung jedes Einzelnen."

Günther Hildebrand (FDP): Der Bericht gleiche einem "Besinnungsaufsatz". 'Und: "Ich frage, warum die Landesregierung die Gelder für die Neuwaldbildung kürzt." Diese betrachte die Landesregierung schließlich auch als Mittel zum Hochwasserschutz.

Detlef Matthiessen (Grüne): "Klimaschutz ist die Strategie, um dem Hochwasser vorzubeugen." (...) "Schleswig-Holstein leistet dazu wesentliche und überproportionale Beiträge."

Lars Harms (SSW): "Hochwasserschutz ist vor allem Klimaschutz." Es sei zu wenig Geld für ausreichenden und langfristigen Hochwasserschutz vorhanden.

Beschlussfassung: Einstimmig federführend an den Umwelt- und mitberatend an den Agrarausschuss zur abschleißenden Beratung überwiesen.

Hintergrund:
 Zweimal innerhalb des letzten Jahres waren an der Elbe extrem hohe Wasserstände zu verzeichnen. Im August 2002, während der so genannten "Jahrhundertflut" zeigte der Pegel in Lauenburg 8,70 Meter, im Januar dieses Jahres waren es 8,50 Meter. Diese Ereignisse machen nach Auffassung der Landesregierung kurz-, mittel- und langfristige Schutzmaßnahmen notwendig. Die Landesregierung will deshalb ab Frühjahr dieses Jahres den Elbdeich bei Lauenburg erhöhen. Darüber hinaus wird eine verstärkte Ausweisung von Überlaufgebieten angestrebt, um die Fließgeschwindigkeit der Elbe herabzusetzen. In der Landschaftsplanung müssen deshalb nach Meinung des Kabinetts verstärkt Freiflächen bereitgehalten werden. Langfristig strebt Rot-Grün in Bund und Land eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes durch die Förderung erneuerbarer Energien an. Kohlendioxid-Emissionen aus Industrie und Verkehr sind nach Auffassung vieler Wissenschaftler Ursache eines Klimawandels mit extremen Wettererscheinungen.

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