A20: Landtag bremst
Ex-Minister aus
Steenblock-Äußerungen zur
Ostseeautobahn umstritten
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Kiel (lno) - Heftige Reaktionen bei der SPD hat der grüne
Bundestagsabgeordnete und ehemalige schleswig-holsteinische
Umweltminister Rainder Steenblock mit seinen Äußerungen zur
Ostseeautobahn A 20 ausgelöst. Im Landtag
warf ihm SPD-Verkehrsexperte Bernd Schröder am Donnerstag, 03.
April 2003, vor, an "erheblichen Realitätsstörungen" zu leiden. Steenblock hatte erklärt,
die A 20 werde in Bad Segeberg enden. Auch Wirtschaftsminister Bernd
Rohwer (SPD) unterstrich, das Land lasse den Ausbau der A 20 von
Steenblock nicht in Frage stellen.
Der Bundestagsabgeordnete und ehemalige Landes-Umweltminister
hatte sich auf den Bundesverkehrswegeplan gestützt. In dessen Entwurf
ist der Ausbau der A 20 von Bad Segeberg mit einer Elbquerung bei
Glückstadt bis auf niedersächsisches Gebiet mit einem so genannten
Umwelt-Sternchen versehen. Das bedeutet: Naturschutzfachliche Belange
müssen geprüft und berücksichtigt werden.
Übereinstimmend betonten Sprecher von CDU, FDP und SSW die
Bedeutung der A 20 für das Land. Vor diesem Hintergrund nannte Uwe
Eichelberg (CDU) die Haltung Steenblocks "eine Schande für das
Land".
Der SSW-Abgeordnete Lars Harms forderte die Grünen auf: "Hören Sie
auf, die A 20 und die westliche Elbquerung zu blockieren." Der Fraktionschef der Grünen, Karl-Martin Hentschel, sagte nichts zu
Steenblock, versicherte aber, die Grünen im Land stünden zum Koalitionsvertrag mit der SPD. Dort hat die Autobahn die höchste
Priorität.
Der Antrag der
Regierungskoalition wurde mit den Stimmen von SPD, Grünen und
der Mehrheit des SSW (eine Enthaltung) angenommen. CDU und FDP
enthielten sich. Der FDP-Antrag wurde mit den Stimmen von SPD,
Grünen gegen die Stimmen von CDU, FDP und SSW abgelehnt.
Hauptredner:
Verkehrsminister Bernd
Rohwer (SPD), Christel Aschmoneit-Lücke (FDP), Bernd Schröder
(SPD), Uwe Eichelberg (CDU9, Karl-Martin Hentschel (Grüne),
Lars Harms (SSW)
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Hintergrund:
Der neue Bundesverkehrswegeplan stuft den Bau der
Autobahn 20 in Schleswig-Holstein nur teilweise als
vordringlich ein. Die Strecke zwischen Bad Segeberg und
der Autobahn 7 auf Höhe von Bad Bramstedt wird lediglich
als "weiterer Bedarf" aufgeführt. Mögliche
Konsequenz: Während die Trasse von Lübeck bis Bad
Segeberg sowie zwischen der A7 und der geplanten
Elbquerung in der Nähe von Glückstadt bis 2011
realisiert werden könnten, ist das Verbindungsstück in
Mittelholstein möglicherweise erst 2015 an der Reihe.
Zudem macht das Bundes-Umweltministerium ökologische
Bedenken gegen das Großprojekt geltend.
mehr
Information: Bundesverkehrswegeplan/Verkehrsministerium
(http://www.bmvbw.de/Pressemitteilungen-.361.8266/
Bundesverkehrswegeplan-2003-Grundzuege-der-gesam...htm)
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