Nach Vorstellung des Wählerverbandes sollen
Schulen freiwillig auf die sechsjährige Schulzeit übergehen
können – dies habe sich bei den dänischen Schulen im Lande
bewährt, konstatierte Spoorendonk. Und: Auf lange Sicht strebe
der SSW eine neunjährige ungeteilte Schule an.
Das sei auch das Ziel der Sozialdemokraten und
der Grünen, erklärten ihre Abgeordneten Henning Höppner (SPD)
und Angelika Birk (Grüne). Er wolle aber keine
schleswig-holsteinischen Alleingänge, sondern ein bundesweites
Konzept, so Höppner. Das sei jedoch frühestens ab 2010
realisierbar. Birk verwies auf die im Schulgesetz bereits
bestehende "Experimentierklausel" für Privatschulen
– diese müsse auch auf die öffentlichen Schulen ausgeweitet
werden. Denn: "Die Zeit ist reif für Schulreformen".
Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) warf zudem
die Kostenfrage auf, unter anderem wegen zusätzlichem
Lehrerbedarf und Verwaltungsaufwand.
"Keine Einheitsschule" lautete dagegen
das Motto von Sylvia Eisenberg (CDU). Das Problem des deutschen
Schulsystems sei nicht die Dreigliedrigkeit, sondern die
mangelhafte Finanzausstattung. Dies sei wichtiger als „sinnlose
Strukturdebatten". Eine "Zweiklassengesellschaft"
befürchtete Ekkehard Klug (FDP): Wer es sich leisten könne,
werde die staatliche Schulen verlassen und Privatschulen
besuchen, wenn die Einheitspläne umgesetzt würden.
Der Gesetzentwurf wurde an den Bildungsausschuss
und den Finanzausschuss überwiesen