Top 22:
Verdeckte
Feldbeobachtung in der Landwirtschaft
Antrag der Fraktion
der FDP |
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Top 33:
Elektrifizierung der
Bahnstrecke Lübeck/Travemünde - Hamburg
Antrag der Fraktionen von
SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN |
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Beobachten,
bespitzeln, diktieren
Landtag diskutiert über
verdeckte Feldbeobachtung
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Kiel (SHL). Herrscht bald eine Öko-Diktatur mit
Bespitzelungs-Methoden in der Landwirtschaft vor? Diese
Befürchtung äußerte am Donnerstag, 29. April 2004, die
FDP-Fraktion in einem Antrag zur so genannten verdeckten
Feldbeobachtung in der Landwirtschaft. Hintergrund des Vorwurfs:
Das Umweltbundesamt hat ein Forschungsprojekt ausgeschrieben,
das bei der Überprüfung der gesetzlich vorgeschriebenen
Dosierung von Pflanzenschutzmitteln auf verdeckte Kontrollen
setzt. Nach Meinung der Liberalen beeinträchtige dies die
Kontrollhoheit des Landes. Umweltminister Klaus Müller (Grüne)
hingegen begrüßte das geplante Projekt; es sei geeignet, einen
realitätsnahen Überblick über die flächenhafte Anwendung von
Pflanzenschutzmitteln in Land- und Gartenbau zu bekommen. Den
Antrag nannte er überflüssig, da die Aufregung in keinem
Verhältnis zum tatsächlich Geplanten stehe. Gleichwohl sei der
Begriff verdeckte
Feldbeobachtung unglücklich.
Günther Hildebrand (FDP)
betonte, die Landwirte seien gut ausgebildet. Es sei daher nicht
nötig, ihren Düngemitteleinsatz zu kontrollieren. Eine
verdeckte Feldbeobachtung sei Bespitzelung und führe letztlich
zu einer "Öko-Diktatur". Der CDU-Abgeordnete Claus
Ehlers warf dem Umweltbundesamt vor, Steuergelder zu
verschwenden. Er stellte die Frage, ob die
Kontrollaufgaben durch die momentan zuständigen Ämter nicht
„kostengünstiger und wegen ihrer Kenntnisse vor Ort auch
besser durchgeführt werden könnten."
SPD, Grüne und SSW weisen Spitzel-Vorwürfe zurück
Die SPD-Abgeordnete
Maren Kruse hielt dagegen, es ginge hier nicht um Spionage,
sondern um ein groß angelegtes Forschungsprojekt. Alle Proben
dürften nur mit Zustimmung der Landwirte entnommen werden und
würden anonymisiert. Auch Detlef Matthiessen (Grüne) betonte,
es sei maßlos übertrieben und eine Beleidigung der Opfer, die
verdeckte Feldbeobachtung mit Methoden des
Staatssicherheitsdienstes der DDR zu vergleichen. Der Vergleich
sei auch deshalb unangebracht, weil es nicht um Überwachung
ginge, sondern darum, die bestehenden Vorschriften auf
Praktikabilität zu überprüfen. Lars Harms (SSW) warf der FDP
vor, ihr Antrag ziele darauf ab, einen Keil
zwischen Umweltbundesamt und Landwirtschaft zu treiben und
unnötige Ängste eines "Pflanzenschutzgeheimdienstes auf dem
Acker" zu schüren.
Die verdeckte Feldbeobachtung
soll anonymisierte Daten über den Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln in der Land- und Gartenwirtschaft sammeln
und so den Vergleich des Planzengift-Einsatzes in verschiedenen
Regionen ermöglichen. Bislang werden in Schleswig-Holstein die
Aufgaben des Pflanzenschutzes durch den Pflanzenschutzdienst
wahrgenommen, der bei den Ämtern für Ländliche Räume in
Husum, Kiel und Lübeck angesiedelt ist. Nach Regierungsangaben
hat der Pflanzenschutzdienst im Jahre 2003 insgesamt knapp 3.500
Kontrollen der Pflanzenschutzmittelanwendung, des
Pflanzenschutzmittelverkehrs und der dazugehörenden Geräte
vorgenommen.
Der Antrag wurde zur abschließenden Beratung an
den Agrarausschuss überwiesen.
Hintergrund:
Die FDP-Fraktion erhebt Einspruch gegen ein
Forschungsprojekt des Umweltbundesamtes zur Überwachung
des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln in der Land- und
Gartenwirtschaft. Das Projekt sieht so genannte „verdeckte
Feldbeobachtungen“ zur Überprüfung der richtigen
Dosierung von Pflanzenschutzmitteln vor. Dieses Vorgehen,
so der Vorwurf der Liberalen, stelle eine Bespitzelung der
betroffenen Betriebe dar. Die Landesregierung hingegen
begrüßt das Forschungsprojekt. Die FDP kritisiert
außerdem, dass das Umweltbundesamt mit dem Projekt in
Länderhoheiten eingreife.
In Schleswig-Holstein werden die Aufgaben des
Pflanzenschutzes durch den Pflanzenschutzdienst
wahrgenommen, der bei den Ämtern für Ländliche Räume
in Husum, Kiel und Lübeck angesiedelt ist. Nach
Regierungsangaben hat der Pflanzenschutzdienst im Jahre
2003 insgesamt knapp 3.500 Kontrollen der
Pflanzenschutzmittelanwendung, des
Pflanzenschutzmittelverkehrs und der dazugehörenden
Geräte vorgenommen.
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Verschoben
auf spätere Tagung
Hauptredner:
Hintergrund:
Der Chef der Deutschen Bahn (DB), Hartmut
Mehdorn, hat Anfang April Pläne zur Kürzung von
Investitionen in das Schienennetz bekannt gegeben. In den
kommenden fünf Jahren sollen bundesweit nur noch 15,3
Milliarden Euro statt der geplanten 23,6 Milliarden
ausgegeben werden. Als Grund führt die DB den Wegfall von
Zuweisungen aus dem Bundesetat an, die durch die fehlenden
Einnahmen aus der LKW-Maut hervorgerufen wurden.
Von den Kürzungen ist unter anderem die Bahnlinie
Hamburg-Lübeck-Travemünde betroffen, die eigentlich bis
2006 elektrifiziert werden sollte. Das Projekt, das mit 85
Millionen Euro veranschlagt ist, soll sich um mindestens
drei Jahre verzögern. Kommunalpolitiker und die Lübecker
Wirtschaft befürchten durch die Verschiebung
Standortnachteile. Zum einen werden Fahrgäste auf
Schleswig-Holsteins meist befahrener Bahnstrecke weiterhin
mit Dieselbetrieb 50 Minuten unterwegs sein. E-Loks
würden eine Zeitersparnis von zehn Minuten bringen. Zum
anderen fürchtet der expandierende Lübecker Hafen eine
nicht ausreichende Verkehrsanbindung.
SPD und Grüne im Landtag fordern die
Landesregierung auf, sich bei Bund und DB für das Projekt
einzusetzen. In einem Gespräch mit Ministerpräsidentin
Heide Simonis (SPD) hat Bahnchef Mehdorn kürzlich seine
Kürzungs-Pläne noch einmal unterstrichen.
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