Auf dieser Seite: Feldbeobachtung - Bahnstrecke HL-HH

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Top 22: 
Verdeckte Feldbeobachtung in der Landwirtschaft
Antrag der Fraktion der FDP

Drucksache: 15/3366
-Plenarprotokoll-
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Top 33: 
Elektrifizierung der Bahnstrecke Lübeck/Travemünde - Hamburg
Antrag der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Drucksache: 15/3386
-Plenarprotokoll-
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Beobachten, bespitzeln, diktieren
Landtag diskutiert über verdeckte Feldbeobachtung

Kiel (SHL). Herrscht bald eine Öko-Diktatur mit Bespitzelungs-Methoden in der Landwirtschaft vor? Diese Befürchtung äußerte am Donnerstag, 29. April 2004, die FDP-Fraktion in einem Antrag zur so genannten verdeckten Feldbeobachtung in der Landwirtschaft. Hintergrund des Vorwurfs: Das Umweltbundesamt hat ein Forschungsprojekt ausgeschrieben, das bei der Überprüfung der gesetzlich vorgeschriebenen Dosierung von Pflanzenschutzmitteln auf verdeckte Kontrollen setzt. Nach Meinung der Liberalen beeinträchtige dies die Kontrollhoheit des Landes. Umweltminister Klaus Müller (Grüne) hingegen begrüßte das geplante Projekt; es sei geeignet, einen realitätsnahen Überblick über die flächenhafte Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Land- und Gartenbau zu bekommen. Den Antrag nannte er überflüssig, da die Aufregung in keinem Verhältnis zum tatsächlich Geplanten stehe. Gleichwohl sei der Begriff verdeckte Feldbeobachtung unglücklich.

Günther Hildebrand (FDP) betonte, die Landwirte seien gut ausgebildet. Es sei daher nicht nötig, ihren Düngemitteleinsatz zu kontrollieren. Eine verdeckte Feldbeobachtung sei Bespitzelung und führe letztlich zu einer "Öko-Diktatur". Der CDU-Abgeordnete Claus Ehlers warf dem Umweltbundesamt vor, Steuergelder zu verschwenden. Er stellte die Frage, ob die Kontrollaufgaben durch die momentan zuständigen Ämter nicht „kostengünstiger und wegen ihrer Kenntnisse vor Ort auch besser durchgeführt werden könnten."

SPD, Grüne und SSW weisen Spitzel-Vorwürfe zurück

Die SPD-Abgeordnete Maren Kruse hielt dagegen, es ginge hier nicht um Spionage, sondern um ein groß angelegtes Forschungsprojekt. Alle Proben dürften nur mit Zustimmung der Landwirte entnommen werden und würden anonymisiert. Auch Detlef Matthiessen (Grüne) betonte, es sei maßlos übertrieben und eine Beleidigung der Opfer, die verdeckte Feldbeobachtung mit Methoden des Staatssicherheitsdienstes der DDR zu vergleichen. Der Vergleich sei auch deshalb unangebracht, weil es nicht um Überwachung ginge, sondern darum, die bestehenden Vorschriften auf Praktikabilität zu überprüfen. Lars Harms (SSW) warf der FDP vor, ihr Antrag ziele darauf ab, einen Keil zwischen Umweltbundesamt und Landwirtschaft zu treiben und unnötige Ängste eines "Pflanzenschutzgeheimdienstes auf dem Acker" zu schüren.

Die verdeckte Feldbeobachtung soll anonymisierte Daten über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Land- und Gartenwirtschaft sammeln und so den Vergleich des Planzengift-Einsatzes in verschiedenen Regionen ermöglichen. Bislang werden in Schleswig-Holstein die Aufgaben des Pflanzenschutzes durch den Pflanzenschutzdienst wahrgenommen, der bei den Ämtern für Ländliche Räume in Husum, Kiel und Lübeck angesiedelt ist. Nach Regierungsangaben hat der Pflanzenschutzdienst im Jahre 2003 insgesamt knapp 3.500 Kontrollen der Pflanzenschutzmittelanwendung, des Pflanzenschutzmittelverkehrs und der dazugehörenden Geräte vorgenommen. 

Der Antrag wurde zur abschließenden Beratung an den Agrarausschuss überwiesen.

Hintergrund:
  Die FDP-Fraktion erhebt Einspruch gegen ein Forschungsprojekt des Umweltbundesamtes zur Überwachung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln in der Land- und Gartenwirtschaft. Das Projekt sieht so genannte „verdeckte Feldbeobachtungen“ zur Überprüfung der richtigen Dosierung von Pflanzenschutzmitteln vor. Dieses Vorgehen, so der Vorwurf der Liberalen, stelle eine Bespitzelung der betroffenen Betriebe dar. Die Landesregierung hingegen begrüßt das Forschungsprojekt. Die FDP kritisiert außerdem, dass das Umweltbundesamt mit dem Projekt in Länderhoheiten eingreife.
  In Schleswig-Holstein werden die Aufgaben des Pflanzenschutzes durch den Pflanzenschutzdienst wahrgenommen, der bei den Ämtern für Ländliche Räume in Husum, Kiel und Lübeck angesiedelt ist. Nach Regierungsangaben hat der Pflanzenschutzdienst im Jahre 2003 insgesamt knapp 3.500 Kontrollen der Pflanzenschutzmittelanwendung, des Pflanzenschutzmittelverkehrs und der dazugehörenden Geräte vorgenommen.

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Bahnlinie HL-HH

Verschoben auf spätere Tagung

Hauptredner:

Hintergrund:
  Der Chef der Deutschen Bahn (DB), Hartmut Mehdorn, hat Anfang April Pläne zur Kürzung von Investitionen in das Schienennetz bekannt gegeben. In den kommenden fünf Jahren sollen bundesweit nur noch 15,3 Milliarden Euro statt der geplanten 23,6 Milliarden ausgegeben werden. Als Grund führt die DB den Wegfall von Zuweisungen aus dem Bundesetat an, die durch die fehlenden Einnahmen aus der LKW-Maut hervorgerufen wurden.
  Von den Kürzungen ist unter anderem die Bahnlinie Hamburg-Lübeck-Travemünde betroffen, die eigentlich bis 2006 elektrifiziert werden sollte. Das Projekt, das mit 85 Millionen Euro veranschlagt ist, soll sich um mindestens drei Jahre verzögern. Kommunalpolitiker und die Lübecker Wirtschaft befürchten durch die Verschiebung Standortnachteile. Zum einen werden Fahrgäste auf Schleswig-Holsteins meist befahrener Bahnstrecke weiterhin mit Dieselbetrieb 50 Minuten unterwegs sein. E-Loks würden eine Zeitersparnis von zehn Minuten bringen. Zum anderen fürchtet der expandierende Lübecker Hafen eine nicht ausreichende Verkehrsanbindung.
  SPD und Grüne im Landtag fordern die Landesregierung auf, sich bei Bund und DB für das Projekt einzusetzen. In einem Gespräch mit Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) hat Bahnchef Mehdorn kürzlich seine Kürzungs-Pläne noch einmal unterstrichen.

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