Auf dieser Seite: Verfassungsschutz - Internet-Kriminalität

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Top 25: 
Neuorganisation des Verfassungsschutzes – Norddeutsches Amt für Verfassungsschutz
Antrag der Fraktion der CDU
      
Aufruf gemeinsam mit

Drucksache: 15/3372
-Plenarprotokoll-
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Top 50 : 
Verfassungsschutzbericht 2003
Bericht der Landesregierung
Drucksache: 15/3354

Top 26: 
Bekämpfung der Internetkriminalität
Antrag der Fraktion der CDU
Drucksache: 15/3373
-Plenarprotokoll-
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Landtag lehnt gemeinsames Amt
für Verfassungsschutz ab
Minister sieht gegenwärtig keine akute
Terror-Bedrohung im Land

Kiel (SHL). Mit der Forderung nach einem gemeinsamen norddeutschen Amt für Verfassungsschutz, das an die Stelle der verschiedenen Landesbehörden treten soll, stand die CDU im Landtag alleine da. Die Geheimdienst-Fusion sei die notwendige Konsequenz aus den Terror-Attentaten vom 11. März in Madrid, hieß es bei der Union. Zwar betonte auch Finanzminister Ralf Stegner, der in Vertretung von Innenminister Klaus Buß (beide SPD) den jährlichen Verfassungsschutzbericht vorlegte, das Gefahrenpotenzial des radikalen Islamismus. Es gebe aber derzeit keine akute Bedrohung im Lande. Auch SPD, FDP, Grüne und SSW lehnten den Vorstoß am Mittwoch, 28.April 2004, ab.

Klaus Schlie (CDU) begründete den Plan seiner Fraktion damit, dass die Spezialkenntnisse, die zur Bekämpfung des islamistischen Terrors nötig seien, eine intensivere Zusammenarbeit nahe legten. Bestimmte Leistungen, so Schlie, müssen nicht 16 Mal bereitgestellt werden. Er verwies auch darauf, dass die Kapazitäten des Verfassungsschutzes in Schleswig-Holstein mit 83 Mitarbeiter und einem 751.000 Euro-Etat weit unterhalb anderer Länder lägen: Bayern habe beispielsweise 450 Mitarbeiter und einen sechs Millionen-Etat.

Die anderen Fraktionen führten Gegenargumente an: Thomas Rother (SPD) stellte heraus, dass die verschiedenen Länder unterschiedliche Schutzschwerpunkte hätten: beispielsweise Rechtsextremismus oder die Überwachung von Kommunisten wie in Mecklenburg-Vorpommern. Wolfgang Kubicki (FDP) betonte die Notwendigkeit der parlamentarischen Kontrolle des Verfassungsschutzes, die er bei länderübergreifenden Strukturen gefährdet sehe.

Irene Fröhlich (Grüne) gestand ein, der jetzige Aufbau der Geheimdienste sei ein "Anachronismus" aus der Zeit des Kalten Krieges. Die Lösung könne aber keine Länderfusion sein, sondern eine einheitliche europäische Stelle – dies jedoch sei zurzeit unrealistisch. Die Kommunikations-Probleme der Landesbehörden bei der Begleitung des NPD-Verbotsverfahrens führte Silke Hinrichsen (SSW) ins Feld. Angesichts dieser negativen Erfahrungen forderte sie eine beim Bund angesiedelte zentrale Behörde. Parteiübergreifend mahnten die Abgeordneten, die rechte Szene trotz rückläufiger Mitgliederzahlen nicht zu unterschätzen.

Bericht und Antrag wurden an den Innen- und Rechtsausschuss überwiesen.

Hintergrund:
  In seinem jährlichen Verfassungsschutzbericht informiert das Innenministerium über die Aktivitäten linker, rechter und ausländischer Extremisten.
 Im Bereich des Linksextremismus stellt Innenminister Klaus Buß (SPD) für das Jahr 2003 einen leichten Rückgang fest: 840 Personen im Lande sind dem dogmatischen Linksextremismus zuzurechnen, darunter befinden sich 340 gewaltbereite Autonome. Im Vorjahr registrierten die Verfassungsschützer 194 Straftaten mit linksextremem Hintergrund, die überwiegend gegenüber Rechtsextremen und Polizisten verübt wurden.
  Auch bei den rechtsextremen Gruppierungen ist laut Bericht ein leichter Rückgang der Mitgliederzahlen festzustellen: Im Vorjahr waren es 1.380, die beispielsweise zur DVU und zur NPD gehörten oder aus dem Bereich der gewaltbereiten Skinheads stammten. Ihnen werden 321 Straftaten zur Last gelegt, vier mehr als 2002.
  1.870 Personen gehören dem Bericht zufolge extremistischen ausländischen Organisationen an. Der überwiegende Teil sind Türken und Kurden. Es liegen laut Bericht keine Erkenntnisse über islamistische Terrorstrukturen in Schleswig-Holstein vor. Zehn Personen sollen aber Kontakt zu ausländischen Organisationen haben.
  Angesichts des internationalen Terrorismus spricht sich die CDU im Landtag für eine Fusion der norddeutschen Landes-Verfassungsschutzbehörden zu einem Norddeutschen Amt für Verfassungsschutz aus. Die Landesregierung ist gegen diese Pläne.

mehr Informationen: V-Schutzbericht 2003, plenum online, Mai 2003
(www..sh-landtag.de/plenumonline/mai2003/texte/
24_32_Beamte_verfassungsschutz.htm)

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Internetkriminalität: Landtag will Geißler nicht folgen
Rechtsstaatliche Bedenken angemeldet

Kiel (SHL). Schleswig-Holstein will Kriminellen im Internet das Handwerk legen. In seiner letzten Rede im schleswig-holsteinischen Landtag setzte sich der neue Innensenator der Stadt Lübeck, Thorsten Geißler (CDU), vehement für eine Bundesratsinitiative ein, durch die das Fortschreiten der Internetkriminalität eingedämmt werden soll. Der Antrag, der überwiegend auf Ablehnung stieß, sieht unter anderem vor, dass Internetanbieter auch ohne richterlichen beziehungsweise staatsanwaltschaftlichen Beschluss künftig Verbindungsdaten schneller länger speichern sollen, sofern ein Verdacht krimineller Machenschaften vorliegt. Zudem soll der Katalog von kriminellen Delikten im Internet um Punkte wie etwa sexueller Missbrauch von Kindern, Menschenhandel oder schwerer Betrugsfälle erweitert werden. 

Im Jahre 2002 seien insgesamt 57.000 Fälle von Computerkriminalität erfasst worden, berichtete Thorsten Geißler. Insbesondere müsse ein schneller Zugriff auf Verbindungsdaten ermöglicht werden. Derzeit sei effektive Strafverfolgung aufgrund von langwierigen Prüfverfahren nicht möglich. "Wir müssen die Waffen des Rechtsstaates beständig schärfen, dürfen aber die persönliche Freiheit nicht zu sehr einschränken", so Geißler.

Thomas Rother (SPD) plädierte für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema im Ausschuss. Einen Wunschzettel vorzulegen reiche nicht aus. Man dürfe auch nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen, warnte Rother. Daher seien zur Meinungsbildung Stellungnahmen von Praktikern dringend erforderlich.

FDP warnt vor "Ränkespielchen"

"Das Thema Freiheit und Sicherheit ist zu wichtig, um damit politische Ränkespielchen zu betreiben", warnte auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki. Das Problem liege vornehmlich in der mangelnden Sach- und Personalausstattung der Polizei, nicht in der Unzulänglichkeit der Gesetze. Die schleswig-holsteinische Polizei sei beispielsweise von den bayerischen Internetbeamten abhängig, da es im Land keine entsprechenden Kräfte gebe.

Irene Fröhlich (Grüne) befürwortete vorsichtig eine Erweiterung der Polizei-Befugnisse. Hinsichtlich der Erweiterung des Delikts-Katalogs meldete sie jedoch Zweifel an. Hier werde "ein ganz neues Fass aufgemacht", da hier die gesamte Telekommunikationsüberwachung, also auch das Abhören von Telefonen, betroffen sei.

Auch Silke Hinrichsen (SSW) war der Meinung, dass die Lage im Delikts-Katalog immer unklarer werde. Kinderpornographie mit in die Reihe der strafbaren Delikte im Internet aufzunehmen, sei jedoch uneingeschränkt sinnvoll.

Lütkes: Grundrechte im Rechtsstaat wahren

Neue Instrumente zur Bekämpfung der Internetkriminalität müssten mit den Grundrechten und der demokratisch-rechtstaatlichen Ordnung im Einklang stehen, mahnte Justizministerin Anne Lütkes (Grüne). Die Vorschläge der CDU brächten die Diskussion nicht weiter. Die Rolle der Richter bei der Verfolgung von Straftätern im Internet dürfe in keinem Fall in Frage gestellt werden, so Lütkes.

Hauptredner: Thorsten Geißler (CDU), Thomas Rother (SPD), Wolfgang Kubicki (FDP), Irene Fröhlich (Grüne), Silke Hinrichsen (SSW), Justizministerin Anne Lüttkes (Grüne)

Hintergrund:
  Die CDU fordert die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für einen härteren rechtlichen Rahmen im Bereich der Internet-Kriminalität einzusetzen. So will die Union Provider dazu verpflichten, Verbindungsdaten ihrer Kunden zu speichern und gegebenenfalls den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung zu stellen. Die Anordnung zur Herausgabe der Verbindungsdaten soll durch die Polizei und die Staatsanwaltschaft erfolgen und muss nach Vorstellung der CDU binnen drei Tagen von einem Richter bestätigt werden. Zudem soll der Paragraph 100 a der Strafprozessordnung, der die Überwachung des Fernemeldeverkehrs regelt, um Straftatbestände wie Kinderpornographie, Geldfälschung und Betrug erweitert werden. Ähnliche Vorschläge hat Innenminister Klaus Buß (SPD) im Januar gemacht.
  Die Polizei beobachtet zurzeit ein steigendes Aufkommen an kinderpornographischen Internetseiten und eine zunehmende technische Modernisierung auf Seiten der Täter.

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Themen-Übersicht

Aktuelles

Dringlichkeit:
-
Provinzial Nord
- Mittelstanförderungsgesetz

Am Rand notiert:
MdL Geißler nimmt Abschied

Gesetzentwürfe

2. Lesungen:

Sparkassengesetz
LRH-Gesetz
(Kurzmeldung)
Vermessung-Katastergesetz (Kurzmeldung)
Seilbahngesetz
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Altenpflegegesetz
 (Kurzmeldung)
Heilberufegesetz
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1. Lesungen:

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Schulgesetz
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Inneres / Recht

Kommunale Zusammenarbeit
Integration, Zuwanderung
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Verfassungsschutz
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