Top 25:
Neuorganisation des
Verfassungsschutzes – Norddeutsches Amt für Verfassungsschutz
Antrag der Fraktion der CDU
Aufruf
gemeinsam mit |
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Top 50 :
Verfassungsschutzbericht
2003
Bericht der Landesregierung |
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Top 26:
Bekämpfung der
Internetkriminalität
Antrag der Fraktion der CDU |
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Landtag lehnt gemeinsames Amt
für Verfassungsschutz ab
Minister sieht
gegenwärtig keine akute
Terror-Bedrohung im Land
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Kiel (SHL). Mit der Forderung nach einem
gemeinsamen norddeutschen Amt für Verfassungsschutz, das an die
Stelle der verschiedenen Landesbehörden treten soll, stand die
CDU im Landtag alleine da. Die Geheimdienst-Fusion sei die
notwendige Konsequenz aus den Terror-Attentaten vom 11. März in
Madrid, hieß es bei der Union. Zwar betonte auch Finanzminister
Ralf Stegner, der in Vertretung von Innenminister Klaus Buß
(beide SPD) den jährlichen Verfassungsschutzbericht vorlegte,
das Gefahrenpotenzial des radikalen Islamismus. Es gebe aber derzeit keine
akute Bedrohung im Lande. Auch SPD, FDP, Grüne und SSW lehnten
den Vorstoß am Mittwoch, 28.April 2004, ab.
Klaus Schlie (CDU) begründete den Plan seiner
Fraktion damit, dass die Spezialkenntnisse, die zur Bekämpfung
des islamistischen Terrors nötig seien, eine intensivere
Zusammenarbeit nahe legten. Bestimmte Leistungen, so Schlie,
müssen nicht 16 Mal bereitgestellt werden. Er verwies auch
darauf, dass die Kapazitäten des Verfassungsschutzes in
Schleswig-Holstein mit 83 Mitarbeiter und einem 751.000
Euro-Etat weit unterhalb anderer Länder lägen: Bayern habe
beispielsweise 450 Mitarbeiter und einen sechs Millionen-Etat.
Die anderen Fraktionen führten Gegenargumente
an: Thomas Rother (SPD) stellte heraus, dass die verschiedenen
Länder unterschiedliche Schutzschwerpunkte hätten:
beispielsweise Rechtsextremismus oder die Überwachung von
Kommunisten wie in Mecklenburg-Vorpommern. Wolfgang Kubicki
(FDP) betonte die Notwendigkeit der parlamentarischen Kontrolle
des Verfassungsschutzes, die er bei länderübergreifenden
Strukturen gefährdet sehe.
Irene Fröhlich (Grüne) gestand ein, der
jetzige Aufbau der Geheimdienste sei ein "Anachronismus"
aus der Zeit des Kalten Krieges. Die Lösung könne aber keine
Länderfusion sein, sondern eine einheitliche europäische
Stelle – dies jedoch sei zurzeit unrealistisch. Die
Kommunikations-Probleme der Landesbehörden bei der Begleitung
des NPD-Verbotsverfahrens führte Silke Hinrichsen (SSW) ins
Feld. Angesichts dieser negativen Erfahrungen forderte sie eine
beim Bund angesiedelte zentrale Behörde. Parteiübergreifend
mahnten die Abgeordneten, die rechte Szene trotz rückläufiger
Mitgliederzahlen nicht zu unterschätzen.
Bericht und Antrag wurden an
den Innen- und Rechtsausschuss überwiesen.
Hintergrund:
In seinem jährlichen
Verfassungsschutzbericht informiert das Innenministerium
über die Aktivitäten linker, rechter und ausländischer
Extremisten.
Im Bereich des Linksextremismus stellt Innenminister
Klaus Buß (SPD) für das Jahr 2003 einen leichten
Rückgang fest: 840 Personen im Lande sind dem
dogmatischen Linksextremismus zuzurechnen, darunter
befinden sich 340 gewaltbereite Autonome. Im Vorjahr
registrierten die Verfassungsschützer 194 Straftaten mit
linksextremem Hintergrund, die überwiegend gegenüber
Rechtsextremen und Polizisten verübt wurden.
Auch bei den rechtsextremen Gruppierungen ist laut
Bericht ein leichter Rückgang der Mitgliederzahlen
festzustellen: Im Vorjahr waren es 1.380, die
beispielsweise zur DVU und zur NPD gehörten oder aus dem
Bereich der gewaltbereiten Skinheads stammten. Ihnen
werden 321 Straftaten zur Last gelegt, vier mehr als 2002.
1.870 Personen gehören dem Bericht zufolge
extremistischen ausländischen Organisationen an. Der
überwiegende Teil sind Türken und Kurden. Es liegen laut
Bericht keine Erkenntnisse über islamistische
Terrorstrukturen in Schleswig-Holstein vor. Zehn Personen
sollen aber Kontakt zu ausländischen Organisationen
haben.
Angesichts des internationalen Terrorismus spricht
sich die CDU im Landtag für eine Fusion der norddeutschen
Landes-Verfassungsschutzbehörden zu einem Norddeutschen
Amt für Verfassungsschutz aus. Die Landesregierung ist
gegen diese Pläne.
mehr
Informationen: V-Schutzbericht
2003, plenum online,
Mai
2003
(www..sh-landtag.de/plenumonline/mai2003/texte/
24_32_Beamte_verfassungsschutz.htm)
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Internetkriminalität:
Landtag will Geißler nicht folgen
Rechtsstaatliche Bedenken
angemeldet
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Kiel (SHL).
Schleswig-Holstein will Kriminellen im Internet das Handwerk
legen. In seiner letzten Rede im schleswig-holsteinischen
Landtag setzte sich der neue Innensenator der Stadt Lübeck,
Thorsten Geißler (CDU), vehement für eine Bundesratsinitiative
ein, durch die das Fortschreiten der Internetkriminalität
eingedämmt werden soll. Der Antrag, der
überwiegend auf Ablehnung stieß, sieht unter anderem vor, dass
Internetanbieter auch ohne richterlichen beziehungsweise
staatsanwaltschaftlichen Beschluss künftig Verbindungsdaten
schneller länger
speichern sollen, sofern ein Verdacht krimineller Machenschaften
vorliegt. Zudem soll der Katalog von kriminellen Delikten im
Internet um Punkte wie etwa sexueller Missbrauch von Kindern,
Menschenhandel oder schwerer Betrugsfälle erweitert werden.
Im Jahre 2002 seien insgesamt 57.000 Fälle von
Computerkriminalität erfasst worden, berichtete Thorsten
Geißler. Insbesondere müsse ein schneller Zugriff auf
Verbindungsdaten ermöglicht werden. Derzeit sei effektive
Strafverfolgung aufgrund von langwierigen Prüfverfahren nicht
möglich. "Wir müssen die Waffen des Rechtsstaates
beständig schärfen, dürfen aber die persönliche Freiheit
nicht zu sehr einschränken", so Geißler.
Thomas Rother (SPD) plädierte für eine
intensive Auseinandersetzung mit dem Thema im Ausschuss. Einen
Wunschzettel vorzulegen reiche nicht aus. Man dürfe auch nicht
mit Kanonen auf Spatzen schießen, warnte Rother. Daher seien
zur Meinungsbildung Stellungnahmen von Praktikern dringend
erforderlich.
FDP warnt vor "Ränkespielchen"
"Das Thema Freiheit und Sicherheit ist zu
wichtig, um damit politische Ränkespielchen zu betreiben",
warnte auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki. Das
Problem liege vornehmlich in der mangelnden Sach- und
Personalausstattung der Polizei, nicht in der Unzulänglichkeit
der Gesetze. Die schleswig-holsteinische Polizei sei
beispielsweise von den bayerischen Internetbeamten abhängig, da
es im Land keine entsprechenden Kräfte gebe.
Irene Fröhlich (Grüne) befürwortete
vorsichtig eine Erweiterung der Polizei-Befugnisse. Hinsichtlich
der Erweiterung des Delikts-Katalogs meldete sie jedoch Zweifel
an. Hier werde "ein ganz neues Fass aufgemacht", da
hier die gesamte Telekommunikationsüberwachung, also auch das
Abhören von Telefonen, betroffen sei.
Auch Silke Hinrichsen (SSW) war der Meinung,
dass die Lage im Delikts-Katalog immer unklarer werde.
Kinderpornographie mit in die Reihe der strafbaren Delikte im
Internet aufzunehmen, sei jedoch uneingeschränkt sinnvoll.
Lütkes: Grundrechte im Rechtsstaat wahren
Neue Instrumente zur Bekämpfung der
Internetkriminalität müssten mit den Grundrechten und der
demokratisch-rechtstaatlichen Ordnung im Einklang stehen, mahnte
Justizministerin Anne Lütkes (Grüne). Die Vorschläge der CDU
brächten die Diskussion nicht weiter. Die Rolle der Richter bei
der Verfolgung von Straftätern im Internet dürfe in keinem
Fall in Frage gestellt werden, so Lütkes.
Hauptredner:
Thorsten Geißler (CDU),
Thomas Rother (SPD), Wolfgang Kubicki (FDP), Irene Fröhlich
(Grüne), Silke Hinrichsen (SSW), Justizministerin Anne Lüttkes
(Grüne)
Hintergrund:
Die CDU fordert die Landesregierung auf, sich
auf Bundesebene für einen härteren rechtlichen Rahmen im
Bereich der Internet-Kriminalität einzusetzen. So will
die Union Provider dazu verpflichten, Verbindungsdaten
ihrer Kunden zu speichern und gegebenenfalls den
Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung zu stellen. Die
Anordnung zur Herausgabe der Verbindungsdaten soll durch
die Polizei und die Staatsanwaltschaft erfolgen und muss
nach Vorstellung der CDU binnen drei Tagen von einem
Richter bestätigt werden. Zudem soll der Paragraph 100 a
der Strafprozessordnung, der die Überwachung des
Fernemeldeverkehrs regelt, um Straftatbestände wie
Kinderpornographie, Geldfälschung und Betrug erweitert
werden. Ähnliche Vorschläge hat Innenminister Klaus Buß
(SPD) im Januar gemacht.
Die Polizei beobachtet zurzeit ein steigendes
Aufkommen an kinderpornographischen Internetseiten und
eine zunehmende technische Modernisierung auf Seiten der
Täter.
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