In Kürze: Meldungen 2 (Themen ohne Aussprache) 

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Frauen- und Mädchenhandel (Top 46; Drs. 15/2562, 15/3349); EU-Haftbefehl, (Top 47; Drs. 15/3189, 15/3350); Situation Asylbewerber (Top 49; Drs. 15/3352); Deutsch- deutscher Grenzweg (Top 53; Drs. 15/2903, 15/3163, 15/3380); Petitionsausschuss 
(Top 42; Drs. 15/3333)


   Frauen- und Mädchenhandel:  Im Kampf gegen Frauenhandel setzt die Landesregierung stark auf die Europäische Union, die etwa in den Herkunftsländern der Opfer Job-Programme für Frauen anregt. "Frauenhandel ist ein globales Problem, das weder auf Länder- noch auf nationaler Ebene gelöst werden kann", heißt es dazu in einem Regierungsbericht, den der Landtag im Frühjahr 2003 debattiert hatte und am Freitag, 30. April 2004, nach Beratung im Innen- und Rechtsausschuss abschließend zur Kenntnis nahm. Die Regierung verweist im Bericht auch auf eigene Anstrengungen, etwa auf die Förderung der Fachberatungsstelle "Contra". Eine Anmietung von Schutzwohnungen für Opfer lehnte die Regierung ab - zum einen aus Kostengründen, zum anderen, weil die Lage der Wohnungen im Mileu schnell bekannt würde. Die EU schätzt, dass jährlich eine halbe Million Frauen aus Entwicklungsländern sowie Mittel- und Osteuropa nach West- und Nordeuropa verschleppt und dort oft zur Prostitution gezwungen werden.

mehr Infos: plenum-online, April 2003

  Asylbewerber:  Der Landtag möchte auf den jährlichen Asylbericht des Innenministeriums nicht verzichten. Der Bericht sei für die Arbeit des Parlaments "unentbehrlich", heißt es in einem Antrag, den der Landtag mit Stimmen von SPD, Grünen und SSW beschloss. CDU und FDP, die den Bericht für verzichtbar halten, lehnten den Antrag ab. Innenminister Klaus Buß (SPD), der den jährlichen Asylbericht im Innen- und Rechtsausschuss hinterfragt hatte, konnte einen Teilerfolg verbuchen. Der Ausschuss gibt sich mit einem dünneren Bericht zufrieden, in dem acht Komplexe abgefragt werden, von der Zahl der Asylanträge bis zum Personalbedarf des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten. Die Zahl der Asylbewerber ist in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. 1995 wurden gut 3.500 Erstanträge registriert. Im Jahr 2000 waren es knapp 2.200, im vergangenen Jahr nur noch 1.350.

   EU-Haftbefehl:  Beim Europäischen Haftbefehl stellt Schleswig-Holstein sich nicht quer. Mit den Stimmen von SPD, CDU und Grünen lehnte der Landtag einen Antrag der FDP ab. Sie hält den Rahmenbeschluss des EU-Rates über den Europäischen Haftbefehl für rechtsstaatlich inakzeptabel und wollte die Landesregierung verpflichten, im Bundesrat der Umsetzung des EU-Beschlusses in nationales Recht nicht zuzustimmen. In der Debatte hatten auch SPD, Grüne und SSW Bedenken geäußert. Hintergrund: Der Europäische Haftbefehl soll nach einem EU-Beschluss (Juli 2002) eingeführt werden, um richterliche Haftbefehle in allen EU-Ländern schnell vollstrecken zu können. Der Haftbefehl ist eine Maßnahme des europäischen Anti-Terror-Pakets und soll bei 32 Straftatbeständen greifen, darunter Cyber-Kriminalität. Der Rahmenbeschluss wurde bisher von acht EU-Staaten umgesetzt.

mehr Infos: plenum-online, Februar 2004

   Grenzweg:  Ein Rad- und Wanderweg auf dem früheren innerdeutschen Grenzstreifen bleibt ein Zukunftsprojekt. Am Freitag, 30. April 2004, legte der Landtag einen Regierungsbericht zum "Grenzweg" nach Beratung im Wirtschaftsausschuss zu den Akten. Nach Rechnung der Regierung würde allein die Instandsetzung des ehemaligen Grenzweges zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (132 Kilometer) gut 4,7 Millionen Euro kosten. Hinzu käme die Beschilderung der Strecke, die etwa 100.000 Euro verschlingen dürfte. Die Regierung hatte zugleich die Bestrebungen der Kreise Nordwestmecklenburg und Herzogtum Lauenburg begrüßt, Teile des alten Grenzweges in regionale Rad- und Wanderkonzepte einzubinden. In der Parlamentsdebatte über den Bericht wurde die Idee eines Rad- und Wanderweges allseits gelobt. Der alte Grenzstreifen misst insgesamt 1.393 Kilometer und ist heute das längste Biotop in Mitteleuropa.

mehr Infos: plenum-online, März 2004

 

   Petitionsausschuss:  Der Petitionsausschuss des Landtags hat eine durchwachsene Bilanz vorgelegt. Im Berichtszeitraum, dem letzten Quartal 2003, schloss der Ausschuss unter Vorsitz des SPD-Abgeordneten Gerhard Poppendiecker 111 Fälle ab, davon nur knapp 25 Prozent teils oder ganz im Sinne der Bürger. Im selben Zeitraum gingen 151 neue Petitionen ein. Der Landtag nahm den Bericht am Donnerstag, 28. April 2004, zur Kenntnis.
  Helfen konnten der Ausschuss bei einer besonders heiklen Beschwerde. Ein Vater hatte berichtet, dass seine minderjährige Tochter von einem Kirchenkantor sexuell belästigt wurde, die Polizei den Fall aber noch nicht der Staatsanwaltschaft übergeben habe. Der Ausschuss hakte im Innenministerium nach, das Versäumnisse bei der Polizei einräumte. Das Verfahren wurde an die Staatsanwaltschaft übergeben.
  Vielen anderen Bürgern konnte der Ausschuss nicht helfen. Ein Grund für die niedrige Erfolgsquote war allerdings eine diesmal hohe Zahl von Petitionen, die aus dem Rahmen fiel. Beispiel: Ein Bürger forderte ein Haltungsverbot von Menschenaffen in Zoos. Begründung: "Da die Gene von Menschenaffen denen des Menschen nahezu 100prozentig entsprächen, könne man letztlich von eingesperrten Menschen sprechen." Zudem nähmen die Affen exhibitionistische Handlungen sexueller Art vor, die nicht familiengerecht seien. Der Ausschuss erinnerte den Bürger daran, dass Zoos bereits laut Gesetz dazu verpflichtet sind, Tiere artgerecht zu halten. Zudem mochte der Ausschuss sich der Auffassung nicht anschließen, dass das Geschlechtsverhalten von Menschenaffen für Zoobesucher unzumutbar sei.

mehr Infos: Der Petitionsausschuss des Landtages

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