Auf dieser Seite: Wahl Ministerpräsident 

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Wahl einer Ministerpräsidentin oder eines Ministerpräsidenten
Wahlvorschlag der Fraktionen von CDU und SPD
Drucksache: 16/38 
-Plenarprotokoll-

27. April 2005, 10.43 Uhr :

Peter Harry Carstensen ist Ministerpräsident
des Landes Schleswig-Holstein

 

 

Vereidigung: Landtagspräsident Martin Kayenburg nimmt dem neuen Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein den Amtseid ab

 

 

 

Carstensen: "Wir sind zum Erfolg verdammt"

Kiel (SHL). Mit breiter Mehrheit haben die Abgeordneten des Schleswig-Holsteinischen Landtages am Mittwoch, 27. April 2005, Peter Harry Carstensen (CDU) zum Ministerpräsidenten gewählt. Der von CDU und SPD gemeinsam ins Rennen geschickte Kandidat erhielt 54 Stimmen bei sieben Gegenstimmen und acht Enthaltungen. CDU und SPD haben im Parlament zusammen 59 Mandate. Die neu Opposition aus FDP, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW) hat zusammen zehn Sitze. Carstensen kann nun wie geplant eine Koalitionsregierung aus CDU und SPD bilden. Der 58jährige ist der erste CDU-Regierungschef im Norden seit 1988. 

Um 10.43 Uhr war es geschafft: Nachdem Heide Simonis (SPD) sich am 17. März vier Mal vergeblich zur Wahl gestellt hatte, weil ihr jemand aus dem Lager von SPD, Grünen und SSW die Stimme verweigerte, reichte es für Carstensen auf Anhieb zur absoluten Mehrheit. "Die Wahl macht mich stolz", sagte er in einer kurzen Ansprache an des Parlament direkt nach seiner Wahl. Zugleich legte Carstensen  für sich und mit Blick auf die künftige Arbeit in einer große CDU/SPD-Koalition eine hohe Messlatte an: "Wir sind zum Erfolg verdammt". Politische Spielwiesen seien gut und schön, doch ginge es nun um das Wesentliche. Die Menschen würden in puncto Arbeitsplätze und Finanzen Resultate erwarten. Die neue Koalition stehe deshalb – ungeachtet von regionalen und parteipolitischen Interessen – in der Verantwortung, so der neue Ministerpräsident.

Dank an Vorgängerin Simonis

"Heide Simonis hat Geschichte für dieses Land geschrieben", dankte Carstensen seiner Vorgängerin. Er zollte ihrer politischen Lebensleistung Respekt. Sie habe durch ihren ganz persönlichen Stil das Amt und die Geschichte des Landes geprägt. Simonis hat in den vergangenen zwölf Jahren das Land regiert. Am Montag hatte die 61-Jährige ihr Landtagsmandat niedergelegt und zu Beginn der Tagung sich vom Landtag verabschiedet (mehr).

Noch am Nachmittag sollen die neuen Minister vereidigt werden. Die SPD übernimmt vier Ministerien, die CDU drei. 

Hintergrund:
Das Wahlverfahren Artikel 26 der Landesverfassung besagt:
  • "Die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident wird vom Landtag ohne Aussprache gewählt. Sie oder er beruft und entlässt die Landesministerinnen und Landesminister und bestellt aus diesem Kreis für sich eine Vertreterin oder einen Vertreter."
  • "Zur Ministerpräsidentin oder zum Ministerpräsidenten ist gewählt, wer die Stimmen der Mehrheit des Landtages auf sich vereinigt."
  • "Erhält im ersten Wahlgang niemand diese Mehrheit, so findet ein neuer Wahlgang statt. Kommt die Wahl auch im zweiten Wahlgang nicht zustande, so ist gewählt, wer in einem weiteren Wahlgang die meisten Stimmen erhält."

Der Kandidat:
  Als einziger Kandidat steht Peter Harry Carstensen zur Wahl. Er wurde gemeinsam von CDU und SPD nominiert.

  Peter Harry Carstensen (CDU) wurde am 12. März 1947 im Elisabeth-Sophien-Koog auf Nordstrand geboren. Der Witwer hat zwei Töchter. Er ist evangelisch.
  Nach seinem Abitur 1966 absolvierte er in Kiel das Studium zum Diplomagraringenieur. Von 1976 bis 1983 war Carstensen als Wirtschaftsberater und Landwirtschaftslehrer an der Landwirtschaftsschule Bredstedt tätig. Seit 1971 ist er Mitglied der CDU, deren Landesvorsitzender er seit 2002 ist. Von 1983 bis 2005 gehörte er dem Deutschen Bundestag an.
  Neben seinen beruflichen und politischen Tätigkeiten hat Carstensen in Nordfriesland verschiedene Aufgaben und Ämter in der Jugendarbeit und im Naturschutz wahrgenommen. Er war Präsident des Deutschen Fischereiverbands (DFV) und ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Agrar- und Umweltpolitik e. V. (DGAU). Er sitzt im Aufsichtsrat der CG Nordfleisch AG.

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