Auf dieser Seite: Zuschüsse Freie Schulen (2. Lesung) - Lehrerbildung

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Top 03: 
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes
Gesetzentwurf der Fraktion der CDU - Drucksache 15/2033
Bericht und Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses
(1. Lesung 67. Sitzung am 11. September 2002)

Drucksache: 15/2785
-Plenarprotokoll-
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Top 26: 
Zweite Phase der Lehrerbildung
Antrag der Fraktion der FDP
Antrag der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drucksache 15/2852
Drucksache: 15/2842
-Plenarprotokoll-
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Freie Schulen: Geld fließt schneller
Landtag bestätigt Beschluss des Ausschusses

Kiel (SHL). Neugegründete, in privater Trägerschaft geführte Freie Schulen, wie beispielsweise Waldorfschulen, werden in Schleswig-Holstein zukünftig nur noch drei statt wie bisher vier Jahre auf staatliche Zuschüsse warten müssen. Damit folgte der Landtag am Mittwoch, 27. August 2003, in Zweiter Lesung einer Empfehlung des Bildungsausschusses. Ursprünglich hatte die CDU-Fraktion in ihrem Gesetzentwurf gefordert, die Wartezeit auf Landesmittel auf zwei Jahre zu verkürzen. Betroffen von der Neuregelung sind auch Freie Schulen,  die ihr Angebot auf weitere Schularten oder Fachrichtungen ausdehnen.

Mit ihrem Antrag habe die CDU auf das öffentliche Bedürfnis reagiert, sagte der bildungspolitische Sprecher der Union, Jost de Jager : "Freie Schulen sind eine Bereicherung des Bildungsangebots." Schleswig-Holstein sei mit Freien Schulen unterversorgt. Der im Bildungsausschuss ausgehandelte Kompromiss einer Senkung der Wartezeit bis zur Bezuschussung durch das Land auf drei Jahre werde von seiner Fraktion jedoch nicht mit getragen: "Solch ein Kompromiss ist weder Fisch noch Fleisch."

"Private Schulen sind eine richtige und wichtige Bereicherung unserer Schullandschaft", stellte auch Henning Höppner (SPD)  klar. Vier Jahre Wartezeit seien ein "harter Prüfstein für die Finanzkraft eines privaten Schulträgers". Bei der Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses handele es sich nicht um einen "faulen Kompromiss", sondern um die Angleichung an eine bundesweit übliche Regelung: "Dies ist eine gerechte Lösung für alle neuen Träger", so Höppner.

Klug: Landesregierung blockiert

Ekkehard Klug (FDP) warf der Landesregierung eine Blockade von Schulneugründungen in Freier Trägerschaft vor: "Die Regierung baut mit Absicht so hohe Hürden auf, dass Neugründungen kaum möglich sind." Zudem sei eine Weiterentwicklung der Freien Schulen kaum möglich, da für neue Angebote der Schulen wieder eine Wartezeit gelte. Der CDU-Entwurf habe eine völlige Abschaffung dieser Frist, bei der Ausdehnung des Angebots zum Beispiel auf weitere Schulformen verlangt: Das sei der eigentliche Kernpunkt der beantragten Gesetzesänderung gewesen, so Klug. Seine Fraktion unterstütze deshalb den Entwurf der Union.

Die Abgeordnete Angelika Birk (Grüne) zeigte sich mit der Drei-Jahres-Lösung insgesamt zufrieden: "Es ist richtig, die Wartezeit um ein Jahr zu verkürzen". Gleichzeitig verhehlte sie nicht ihre Enttäuschung über die Ablehnung einer Zwei-Jahres-Lösung: "Wir Grüne haben deutlich mehr gewollt". An die Adresse der Freien Schulen gewandt erklärte sie: "Wir sind intensiver Gesprächspartner."

SSW: Kompromiss ein gangbarer Weg

Der SSW begrüßte grundsätzlich die Initiative der CDU-Fraktion: Schleswig-Holstein bilde bei den Freien Schulen das Schlusslicht in Deutschland. Wer das ändern wolle, müsse Neugründungen erleichtern, sagte Anke Spoorendonk. Einer gänzlichen Abschaffung der Wartefrist erteilte sie indes eine Absage: In dieser Zeit zeige sich, ob eine Schule tatsächlich auf einen Bedarf treffe. Der Kompromiss des Bildungsausschusses sei aber ein gangbarer Weg.

Auch Kultusministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) verteidigte den gefundenen Kompromiss: Schulen in Freier Trägerschaft müssten nach Gründung zunächst tragfähige Strukturen schaffen. Erst dann könne das Land Zuschüsse zusichern. Der Gesetzentwurf sei ein akzeptabler Mittelweg, auch vor dem Hintergrund, dass sich zehn weitere Bundesländer für die gleiche Wartezeit entschieden hätten.

Beschlussfassung: Der Ursprungsantrag der CDU wurde mit den Stimmen der Regierungskoalition und des SSW gegen die Stimmen der Fraktionen von CDU und FDP abgelehnt. Die Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses wurde mit den Stimmen von SPD, B’90/Die Grünen und SSW gegen die Stimmen von CDU und FDP angenommen.

Hintergrund:
  Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Träger von neueingerichteten Ersatzschulen (freie, privatgeführte Schulen) früher als bisher Landeszuschüsse erhalten sollen. Kernpunkt des Entwurfs der CDU-Fraktion, der im September vergangenen Jahres in Erster Lesung beraten wurde, ist eine entsprechende Verkürzung der Wartezeit bis zum Einsetzen der Bezuschussung von vier auf zwei Jahre. Der Bildungsausschuss empfiehlt als Vorlage für die Zweite Lesung eine Wartezeit von drei Jahren. Selbige Zeitspanne soll für Privat-Schulen gelten, die ihr Angebot auf weitere Schularten oder Fachrichtungen ausdehnen.
  Unter den Begriff Ersatzschulen beziehungsweise Freie Schulen fallen alle auf Privat-Initiative hin gegründeten Bildungseinrichtungen, wie etwa Freie Waldorfschulen oder private Internate. Derzeit besuchen etwa 3,5 Prozent aller Schüler in Schleswig-Holstein Privatschulen. Bundesweit gibt es rund 4.500 freie Schulen.

mehr Informationen: Landtagszeitung 07/2002)

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Mehr Praxis für junge Lehrer
Regionalseminare des IQSH vor dem Aus

Kiel (SHL). Die zweite Phase, also der praktische Teil, der Lehrerbildung soll verstärkt an den Schulen stattfinden. Mit rot-grüner Mehrheit unterstützte der Landtag am Donnerstag, 28. August 2003, entsprechende Pläne der Landesregierung . Die Verlegung der Referendar-Betreuung von den Regionalseminaren des Instituts für Qualitätsentwicklung (IQSH) an Schul-Mentoren sei die richtige Konsequenz aus PISA, betonten Regierungskoalition und SSW. Die FDP, die die Debatte beantragt hatte, und die CDU forderten demgegenüber die Regierung auf, weitere Untersuchungen nachzulegen. Das IQSH sei eine bewährte Institution, deren Erfahrungen auch zukünftig von großem Wert seien. 

Hintergrund: Mit dem Aus für die Regionalseminare sollen die landesweit fünf Fortbildungs-Standorte des IQSH in Kronshagen bei Kiel, Flensburg, Elmshorn, Neumünster und Lübeck bis 2006 geschlossen werden. Statt der rund 350 Studienleiter, die die Regionalseminare gestalten, sollen sich in "Ausbildungsschulen" erfahrene Lehrer als Mentoren um den Nachwuchs kümmern. 

Die Opposition brach eine Lanze für das bisherige System: Das IQSH vermittle den aktuellen Forschungsstand in Theorie und Praxis. Ein Beleg hierfür sei, dass andere Bundesländer gerne Lehrer aus Schleswig-Holstein einstellten. Mit der Reform drohe eine Qualitätssenkung, junge Lehrer würden nun ins kalte Wasser geworfen.

SPD, Grüne, SSW und Regierung hielten dem entgegen, die Neuerung basiere auf einer fundierten Evaluierung. Die PISA-Ergebnisse, so die Befürworter, belegten: Der hohe Stellenwert der Unterrichtspraxis während der Ausbildung, wie in Skandinavien, bringe die besten Ergebnisse.

Hauptredner: Ekkehard Klug (FDP), Henning Höppner (SPD), Uwe Greve (CDU), Angelika Birk (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW), Bildungsministerin Ute Erdsiek (SPD)

Beschlussfassung: Der rot-grüne Antrag wurde mit den Stimmen von SPD, Grünen und SSW in alternativer Abstimmung bei Enthaltung des Abgeordneten Lars Harms (SSW) angenommen. FDP und CDU hatten für den liberalen Antrag gestimmt.

Hintergrund:
Das neue Konzept des Bildungsministeriums sieht vor, den pädagogisch-orientierten Abschnitt der Lehrerausbildung nach dem ersten Staatsexamen stärker an die Schulen zu verlagern. Bislang sorgen in der sogenannten zweiten Phase der Ausbildung wöchentlich bis zu elf Stunden eigenverantwortlicher Unterricht für Praxiserfahrung. Diese wird parallel in den sogenannten Regionalseminaren des "Instituts für Qualitätssicherung an den Schulen in Schleswig-Holstein" (IQSH) begleitet, das heißt Fragen und Probleme erörtert. Diese Seminare sollen künftig entfallen: Statt der rund 350 Studienleiter, die die Regionalseminare durchführen, sollen sich in "Ausbildungsschulen" erfahrene Lehrer als Mentoren um den Nachwuchs kümmern. Demzufolge sist geplant, die landesweit fünf Regionalseminar-Standorte in Kronshagen bei Kiel, Flensburg, Elmshorn, Neumünster und Lübeck bis 2006 zu schließen.
  Außerdem soll die Abschlussprüfung künftig aus zwei Teilen bestehen: Dazu zählt die Dokumentation der Bildungs- und Erziehungsarbeit durch den Ausbildungslehrer. Hinzu kommt die Bewertung der pädagogischen Arbeit, die Begleitung während eines Unterrichtsvormittags und eine mündliche Prüfung.
  Die Änderungen sollen laut Bildungsministerium ab dem 1. August 2004 greifen und bis 2005 komplett umgesetzt sein. Betroffen sind zunächst etwa 500 Referendare. Die etwa 1.800 Lehramtsanwärter, die derzeit ihre Ausbildung absolvieren und diejenigen, die am 1. Februar 2004 den Vorbereitungsdienst antreten, schließen ihre Ausbildung nach dem bisherigen Verfahren ab.

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