|
GEOMAR und IfM fusionieren
Neues "Leibniz-Institut für Meereswissenschaften"
ein Forschungseinrichtung von Weltrang
Kiel (SHL). Einhellig hat sich der Landtag am
Donnerstag, 28. August 2003, in Erster Lesung für die
Vereinigung der Institute Marine Geowissenschaften (GEOMAR) und
Meereskunde (IfM) an der Christian-Albrechts-Universität zu
Kiel zum neuen Leibniz-Institut für Meereswissenschaften
ausgesprochen. Damit entsteht ein neues
Meeresforschungs-Institut von Weltrang, befand
Forschungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD). Die Aufwertung zu
einem Leibniz-Institut soll sich darüber hinaus positiv auf den
Landeshaushalt auswirken: Bund, Land und Ländergemeinschaft
teilen sich künftig die staatlichen Zuschüsse für das
Institut in Höhe von rund 20 Millionen Euro jährlich. Diese
Mischförderung galt bislang schon für das IfM. Das GEOMAR
wurde hingegen bislang allein aus Landesmitteln finanziert.
Durch den Zusammenschluss werde die internationale
Konkurrenzfähigkeit der Institute sicher gestellt, erklärte
Erdsiek-Rave. Das zeigten auch die eingeworbenen Drittmitteln in
Höhe von 13,5 Millionen Euro - ein Betrag der "Spitze in
Deutschland" sei, so die Ministerin. Sie appellierte an den
Landtag, das Gesetz zügig umzusetzen, um die Fusion der
Institute zum 1. Januar des kommenden Jahres sicher zu stellen.
Die Fusion wurde
fraktionsübergreifend - ungeachtet
der politischen Couleur – gelobt:
Jost de Jager (CDU): "Schon
jetzt sind die beiden Institute führend in der Forschung, in
der Zukunft werden sie in der Champions League
spielen."
Jürgen Weber (SPD): "Die
maritimen Wissenschaften in Kiel werden nach der Neuordnung sehr
gut aufgestellt sein für den internationalen
Wettbewerb."
Ekkehard Klug (FDP)
"Mit einem Grundetat von 20 Millionen Euro ist (...)
das neue Institut für
schleswig-holsteinische Verhältnisse ein ‚Big Player‘ in
der Forschungslandschaft des Landes."
Detlef Mathiessen (Grüne): "Zwei
Perlen maritimer Forschung vereinen sich zu einem
Schmuckstück."
Lars Harms (SSW): "Mit der
Fusion wird ein wichtiger Impuls für die maritime Wirtschaft
und die entsprechende Forschung gesetzt. Schleswig-Holstein
erhält eine Institution, die sich auf europäischer Ebene sehen
lassen kann".
Hintergrund:
Das Forschungszentrum
für Marine Geowissenschaften der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (GEOMAR) und das
Institut für Meereskunde an der Universität Kiel (IfM)
vereinigen sich am 1. Januar 2004 zum neuen
Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften. Dadurch
entsteht eine Forschungseinrichtung mit circa 375
Mitarbeitern. Der Etat wird auf rund 40 Millionen Euro
veranschlagt. Diese Summe setzt sich je zur Hälfte aus
staatlicher Förderung und aus im Wettbewerb mit anderen
Forschungseinrichtungen erworbenen Drittmitteln zusammen.
Das Institut konzentriert sich auf vier Themenbereiche:
- Dynamik der Erdkruste und des
Erdmantels
- Ozeanzirkulation und Klimadynamik
- Marine Biogeochemie
- Marine Ökologie.
Ziel ist die Erforschung globaler
Veränderungen der Ozeane und des Meeresbodens. Das neue
Institut soll die Position Kiels als Standort für
weltweit anerkannte Meeresforschung weiter festigen. Die
Landesregierung erhofft sich zudem Impulse für die
regionale maritime Wirtschaft.
mehr
Informationen: Forschungszentrum
für Marine Geowissenschaften der Uni Kiel
(www.geomar.de)
mehr
Informationen: Institut
für Meereskunde an der Universität Kiel
(www.ifm.uni-kiel.de)
|
zurück
zum Textanfang / Seitenanfang
|
|
Das Haus
der Geschichte
oder
Die unendliche Geschichte
|
Kiel (SHL). Das
schleswig-holsteinische "Haus der Geschichte" bleibt
vorerst ein virtuelles Bauwerk. Der Landtag hat einen
gemeinsamen Antrag von CDU-Fraktion und SSW am Freitag, 29.
August 2003, mit den Stimmen von Rot-Grün und FDP abgelehnt.
Der Antrag sah unter anderem die Schaffung eines Beirats und die
Anwerbung von Sponsoren vor. Die Landesregierung hatte im Mai
dieses Jahres aufgrund
der angespannten Haushaltslage eine Realisierung des Vorhabens
bis zum Ende der Legislaturperiode verworfen. Kultusministerin
Erdsiek-Rave unterstütze allerdings einen Vorschlag der
Antragstellenden, zunächst ein "virtuelles Haus der
Geschichte" im Internet einzurichten.
"Wenn dieser virtuelle Gang
durch die Geschichte gut angenommen wird und man sehen kann, was
ein Haus der Geschichte leisten kann, dann rücken wir der
Verwirklichung unseres Ziels, ein lebendiges, begehbares Museum
für alle zu schaffen, einen wesentlichen Schritt näher",
sagte die Ministerin.
Zur Vorgeschichte: Im Februar
2001 hatte sich der Landtag einstimmig für den Aufbau eines
schleswig-holsteinischen "Hauses der Geschichte"
ausgesprochen. Um den Standort bewarben Kiel, Schleswig, und
Rendsburg/Büdelsdorf mit eigenen Konzepten zur Realisierung des
Vorhabens.
Hauptredner:
Caroline Schwarz (CDU),
Jürgen Weber (SPD), Dr. Ekkehard Klug (FDP), Irene Fröhlich
(Grüne) und Anke Spoorendonk (SSW), Kultusministerium
Ersiek-Rave (SPD).
Hintergrund:
Im Februar 2001 hatte sich der
Landtag einstimmig für den Aufbau eines
schleswig-holsteinischen "Hauses der Geschichte"
ausgesprochen, eines Museums zur neueren Landesgeschichte.
Kiel, Schleswig sowie Rendsburg/Büdelsdorf bewerben sich
als Standort. CDU und SSW plädieren für Schleswig, die
Grünen für Kiel, die SPD hält das Projekt momentan
nicht für finanzierbar. Knackpunkt: die Suche nach einem
finanziellen Konzept, das sich nach einer
Anschubfinanzierung durch das Land selbst trägt.
|
zurück
zum Textanfang / Seitenanfang
|