Auf dieser Seite: Unterrichtsversorgung - Unterrichtssituation

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Top 10: 
Unterrichtsversorgung und Lehrerbedarf
Antrag der Fraktion der FDP

Drucksache: 15/2677
-Plenarprotokoll-
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Top 31: 
Bericht über die Unterrichtssituation im Schuljahr 2002/03
Bericht der Landesregierung
Drucksache: 15/2717
-Plenarprotokoll-
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Landesrechungshof soll Schüler- und Lehrerzahlen ermitteln
 Mehrheit für FDP-Antrag / Ministerium ablehnend

Kiel (SHL/lno). Der Landesrechnungshof (LRH) soll konkrete Zahlen über die Entwicklung der Schüler- und Lehrerzahlen bis 2010 ermitteln. Ein entsprechender FDP-Antrag stieß am Donnerstag, 28. August 2003, auf ein überwiegend positives Echo. Hintergrund: Ab 2009 wird die Unterrichtsverpflichtung für Lehrkräfte reduziert - die Rückvergütung für die so genannten Vorgriffstunden. Demgegenüber steigen beispielsweise mit der "Verlässlichen Grundschule" und den Ganztagsangeboten die Aufgaben in der Betreuung. Daher, so die Befürchtung der Liberalen, droht dem Lande langfristig eine Lehrerknappheit. Die Ergebnisse der geforderten Studie könnten bei der Schul-Entwicklungsplanung von großer Bedeutung sein, so der Tenor im Plenum. Lediglich SSW und Regierung zeigten sich ablehnend.

Als Prioritäten bei dem LRH-Bericht nannten die Abgeordneten, die den Antrag befürworteten,  unter anderem die Themen Unterrichtsausfall, Teilzeitarbeit, anstehende Pensionierungen, Geschlechterverteilung bei Lehrern und Lehrer mit Migrations-Hintergrund. Der SSW begründete seine Ablehnung damit, dass der LRH nicht zum Spielball politischer Interessen werden dürfe, wie bereits bei einem vorherigen Bericht 1999 geschehen sei. Vielmehr sei das Bildungsministerium für eine derartige Untersuchung die richtige Adresse.

Das sah auch Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) so. Exakte Voraussagen seien ohnehin äußerst schwierig -  die wahren Herausforderungen lägen vielmehr in jedem einzelnen Klassenzimmer. Der Antrag wurde zur Konkretisierung an den Bildungsausschuss überwiesen.

Hauptredner: Ekkehard Klug (FDP), Henning Höppner (SPD), Jost de Jager (CDU), Angelika Birk (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW), Bildungsministerin Erdsiek-Rave (SPD)

Hintergrund:
  1999 hat die Landesregierung das System der so genannten "Vorgriffsstunden" ins Leben gerufen, um die steigenden Schülerzahlen in den Griff zu bekommen. Das bedeutet: Lehrer haben eine halbe Wochenstunde zusätzlich unterrichtet. Diese Regelung soll ab dem kommenden Jahr schrittweise auslaufen. Ab 2009 schließlich, wenn es auf Grund des Geburtenrückgangs voraussichtlich weniger Schüler gibt, soll die zusätzlich geleistete Arbeit abgebummelt werden. Dies, so befürchtet die FDP-Fraktion, könne zu einem Engpass bei der Unterrichtsversorgung führen, zumal die so genannte "Verlässliche Grundschule" landesweit festgeschriebene Unterrichts- und Betreuungszeiten vorsehe.
  Das Bildungsministerium kündigte an, bis 2005 zusätzlich 21,9 Millionen Euro zur Reduzierung des Unterrichtsausfalls zur Verfügung zu stellen. Mit diesem "Vertretungsfonds" können die Schulen befristete Einstellungen vornehmen. Zusätzlich, so die Landesregierung würden im laufenden Schuljahr 150 neue Lehrerstellen geschaffen (unter anderem 72 an Grund- und Hauptschulen, 30 für Realschulen, 19 an Gymnasien). Weitere 50 Lehrerstellen würden durch organisatorische Verbesserungen an den Schulen aus dem Bestand erwirtschaftet.
  Derzeit fallen laut Regierungsangaben 5,2 Prozent der angesetzten Unterrichtsstunden in Schleswig-Holstein aus.

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Unterrichtsausfall brennt nicht nur den Eltern unter den Nägeln...
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auch der Landtag macht sich Sorgen

Kiel (SHL). Im Mittelpunkt der Debatte um den am Donnerstag, 23. August 2003, vorgelegten Bericht zur Unterrichtssituation von Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) stand der Unterrichtsausfall an den Schulen im Land. Ein Thema, das vor allem den Eltern auf den Nägeln brennt und in der öffentlichen Berichterstattung in letzter Zeit einen großen Raum eingenommen hat. "In den letzten Jahren hat sich der Eindruck verfestigt, dass es zu immer größeren Unterrichtsausfällen an den Schulen kommt", brachte Anke Spoorendonk (SSW) die Debatte auf den Punkt. Schätzungen zufolge beträgt der Unterrichtsausfall im langjährigen Durchschnitt drei bis fünf Prozent.

Demgegenüber sagte Erdsiek-Rave, die Unterrichtsversorgung sei trotz weiter steigender Schülerzahlen insgesamt gut. Allerdings würden weniger Stunden pro Klasse unterrichtet als in manch anderem Bundesland. Das liege jedoch an den im Ländervergleich kleineren Klassen: "Jeder Schüler in Schleswig-Holstein würde mehr Unterricht erhalten, wenn wir die Klassen vergrößern." Pro Schüler würden in Schleswig-Holstein ebenso viele Stunden erteilt, wie im Bundesdurchschnitt, pflichtete Angelika Birk von den Grünen der Ministerin bei.

Dagegen monierte der bildungspolitische Sprecher der CDU, Jost de Jager, es gehe nicht nur um die Klassengrößen sondern auch um die Menge des Unterrichts: Fast zehn Prozent des laut Stundentafel vorgesehenen Unterrichts werde in Schleswig-Holstein nicht erteilt: "Sie versuchen diese Zahlen immer wieder weg zu drücken", so de Jager. Von einem guten Niveau bei der Unterrichtsversorgung im Land könne nicht die Rede sein, meinte auch Ekkehard Klug (FDP).

Auch seine Fraktion sei nicht vollständig zufrieden mit der Unterrichtssituation im Land, sagte der SPD-Abgeordnete Henning Höppner. Er erkenne jedoch an, dass die Regierung bereits an einer Verbesserung der Unterrichtsversorgung arbeite . Als Beispiele nannte Höppner die Einführung der Verlässlichen Grundschule und das Programm "Geld statt Stellen" zur Bekämpfung des Unterrichtsausfalls. 

Der Bericht zur Unterrichtsversorgung wurde zur Beratung an den Bildungsausschuss überwiesen.

Hintergrund:
  Seit 1977 legt die Landesregierung dem Landtag jährlich einen Bericht über Unterrichtssituation in Schleswig-Holstein vor. Im Schuljahr 2002/03 ist die Schülerzahl um 0,9 Prozent auf 326.500 gestiegen. Dennoch ist ein langsamer Abbau des "Schülerbergs" der 90er Jahre zu beobachten: Die Zahl der Grundschüler sank um 1,5 Prozent auf 118.600. Demgegenüber verzeichneten die weiterführenden Schulen ein Plus von 2,6 Prozent. 70.000 schleswig-holsteinische Schüler besuchen ein Gymnasium, 63.400 gehen auf die Realschule, 44.200 auf die Hauptschule. 16.400 Jugendliche sind Gesamtschüler, 11.800 sind Sonderschüler. An den Berufsbildenden Schulen waren 81.500 Schüler angemeldet. Bei den Lehrern geht die Landesregierung von einer Erhöhung der Planstellen von rund 22.000 im abgelaufenen Schuljahr auf 23.100 im Schuljahr 2009/10 aus.
  Im qualitativen Bereich nennt das Bildungsministerium unter anderem die Überarbeitung der Lehrpläne als Priorität: Die Stoffmenge soll auf Kernkompetenzen reduziert werden, im Gegenzug ist die verstärkte Vermittlung von eigenständigem, problemorientiertem Lernen sowie einer vermehrten Berufsorientierung geplant.
  Weitere Schwerpunkte sind die Lehrerfortbildung und die Stärkung schulischer Eigenverantwortung.

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