Top 10:
Unterrichtsversorgung
und Lehrerbedarf
Antrag der Fraktion
der FDP |
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Top 31:
Bericht über die
Unterrichtssituation im Schuljahr 2002/03
Bericht der Landesregierung |
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Landesrechungshof
soll Schüler- und Lehrerzahlen ermitteln
Mehrheit für
FDP-Antrag / Ministerium ablehnend
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Kiel (SHL/lno). Der Landesrechnungshof (LRH) soll konkrete Zahlen
über die Entwicklung der Schüler- und Lehrerzahlen bis 2010
ermitteln. Ein entsprechender FDP-Antrag stieß am Donnerstag,
28. August 2003, auf ein überwiegend positives Echo.
Hintergrund: Ab 2009 wird die Unterrichtsverpflichtung für
Lehrkräfte reduziert - die Rückvergütung für die so
genannten Vorgriffstunden. Demgegenüber steigen beispielsweise
mit der "Verlässlichen Grundschule" und den
Ganztagsangeboten die Aufgaben in der Betreuung. Daher, so die
Befürchtung der Liberalen, droht dem Lande langfristig eine
Lehrerknappheit. Die Ergebnisse der geforderten Studie könnten
bei der Schul-Entwicklungsplanung von großer Bedeutung sein, so
der Tenor im Plenum. Lediglich SSW und Regierung zeigten sich
ablehnend.
Als Prioritäten bei dem LRH-Bericht nannten die Abgeordneten,
die den Antrag befürworteten, unter anderem die Themen
Unterrichtsausfall, Teilzeitarbeit, anstehende Pensionierungen,
Geschlechterverteilung bei Lehrern und Lehrer mit
Migrations-Hintergrund. Der SSW
begründete seine Ablehnung damit, dass der LRH nicht zum
Spielball politischer Interessen werden dürfe, wie bereits bei
einem vorherigen Bericht 1999 geschehen sei. Vielmehr sei das
Bildungsministerium für eine derartige Untersuchung die
richtige Adresse.
Das sah auch Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) so.
Exakte Voraussagen seien ohnehin äußerst schwierig - die
wahren Herausforderungen lägen vielmehr in jedem einzelnen
Klassenzimmer. Der Antrag wurde zur Konkretisierung an den
Bildungsausschuss überwiesen.
Hauptredner:
Ekkehard Klug (FDP),
Henning Höppner (SPD), Jost de Jager (CDU), Angelika Birk
(Grüne), Anke Spoorendonk (SSW), Bildungsministerin
Erdsiek-Rave (SPD)
Hintergrund:
1999 hat die
Landesregierung das System der so genannten
"Vorgriffsstunden" ins Leben gerufen, um die
steigenden Schülerzahlen in den Griff zu bekommen. Das
bedeutet: Lehrer haben eine halbe Wochenstunde zusätzlich
unterrichtet. Diese Regelung soll ab dem kommenden Jahr
schrittweise auslaufen. Ab 2009 schließlich, wenn es auf
Grund des Geburtenrückgangs voraussichtlich weniger
Schüler gibt, soll die zusätzlich geleistete Arbeit
abgebummelt werden. Dies, so befürchtet die FDP-Fraktion,
könne zu einem Engpass bei der Unterrichtsversorgung
führen, zumal die so genannte "Verlässliche
Grundschule" landesweit festgeschriebene Unterrichts-
und Betreuungszeiten vorsehe.
Das
Bildungsministerium kündigte an, bis 2005 zusätzlich
21,9 Millionen Euro zur Reduzierung des
Unterrichtsausfalls zur Verfügung zu stellen. Mit diesem
"Vertretungsfonds" können die Schulen
befristete Einstellungen vornehmen. Zusätzlich, so die
Landesregierung würden im laufenden Schuljahr 150 neue
Lehrerstellen geschaffen (unter anderem 72 an Grund- und
Hauptschulen, 30 für Realschulen, 19 an Gymnasien).
Weitere 50 Lehrerstellen würden durch organisatorische
Verbesserungen an den Schulen aus dem Bestand
erwirtschaftet.
Derzeit
fallen laut Regierungsangaben 5,2 Prozent der angesetzten
Unterrichtsstunden in Schleswig-Holstein aus.
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Unterrichtsausfall
brennt nicht nur den Eltern unter den Nägeln...
...auch der Landtag macht
sich Sorgen
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Kiel (SHL). Im Mittelpunkt der Debatte um den am
Donnerstag, 23. August 2003, vorgelegten Bericht zur Unterrichtssituation von Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave
(SPD) stand der Unterrichtsausfall an den Schulen im Land. Ein
Thema, das vor allem den Eltern auf den Nägeln brennt und in
der öffentlichen Berichterstattung in letzter Zeit einen
großen Raum eingenommen hat. "In den letzten Jahren hat
sich der Eindruck verfestigt, dass es zu immer größeren
Unterrichtsausfällen an den Schulen kommt", brachte Anke
Spoorendonk (SSW) die Debatte auf den Punkt. Schätzungen
zufolge beträgt der Unterrichtsausfall im langjährigen
Durchschnitt drei bis fünf Prozent.
Demgegenüber sagte Erdsiek-Rave, die Unterrichtsversorgung
sei trotz weiter steigender Schülerzahlen insgesamt gut.
Allerdings würden weniger Stunden pro Klasse unterrichtet als
in manch anderem Bundesland. Das liege jedoch an den im Ländervergleich
kleineren Klassen: "Jeder Schüler in Schleswig-Holstein
würde mehr Unterricht erhalten, wenn wir die Klassen
vergrößern." Pro Schüler würden in Schleswig-Holstein
ebenso viele Stunden erteilt, wie im Bundesdurchschnitt,
pflichtete Angelika Birk von den Grünen der Ministerin bei.
Dagegen monierte der bildungspolitische Sprecher der CDU,
Jost de Jager, es gehe nicht nur um die Klassengrößen sondern
auch um die Menge des Unterrichts: Fast zehn Prozent des laut
Stundentafel vorgesehenen Unterrichts werde in
Schleswig-Holstein nicht erteilt: "Sie versuchen diese
Zahlen immer wieder weg zu drücken", so de Jager. Von
einem guten Niveau bei der Unterrichtsversorgung im Land könne
nicht die Rede sein, meinte auch Ekkehard Klug (FDP).
Auch seine Fraktion sei nicht vollständig zufrieden mit der
Unterrichtssituation im Land, sagte der SPD-Abgeordnete Henning
Höppner. Er erkenne jedoch an, dass die Regierung bereits an
einer Verbesserung der Unterrichtsversorgung arbeite . Als
Beispiele nannte Höppner die Einführung der Verlässlichen
Grundschule und das Programm "Geld statt Stellen" zur
Bekämpfung des Unterrichtsausfalls.
Der Bericht zur Unterrichtsversorgung wurde zur Beratung an
den Bildungsausschuss überwiesen.
Hintergrund:
Seit 1977 legt
die Landesregierung dem Landtag jährlich einen Bericht
über Unterrichtssituation in Schleswig-Holstein vor. Im
Schuljahr 2002/03 ist die Schülerzahl um 0,9 Prozent auf
326.500 gestiegen. Dennoch ist ein langsamer Abbau des
"Schülerbergs" der 90er Jahre zu beobachten:
Die Zahl der Grundschüler sank um 1,5 Prozent auf
118.600. Demgegenüber verzeichneten die weiterführenden
Schulen ein Plus von 2,6 Prozent. 70.000
schleswig-holsteinische Schüler besuchen ein Gymnasium,
63.400 gehen auf die Realschule, 44.200 auf die
Hauptschule. 16.400 Jugendliche sind Gesamtschüler,
11.800 sind Sonderschüler. An den Berufsbildenden Schulen
waren 81.500 Schüler angemeldet. Bei den Lehrern geht die
Landesregierung von einer Erhöhung der Planstellen von
rund 22.000 im abgelaufenen Schuljahr auf 23.100 im
Schuljahr 2009/10 aus.
Im
qualitativen Bereich nennt das Bildungsministerium unter
anderem die Überarbeitung der Lehrpläne als Priorität:
Die Stoffmenge soll auf Kernkompetenzen reduziert werden,
im Gegenzug ist die verstärkte Vermittlung von
eigenständigem, problemorientiertem Lernen sowie einer
vermehrten Berufsorientierung geplant.
Weitere
Schwerpunkte sind die Lehrerfortbildung und die Stärkung
schulischer Eigenverantwortung.
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