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Vorrang des Küstenschutzes
Antrag der Fraktion der CDU
Drucksache: 15/2827
-Plenarprotokoll-

"Blanker Hans" spült Antrag aus dem Landtag
Union scheitert mit Forderungen zum Küstenschutz

Kiel (SHL). Schleswig-Holsteins Deiche sind bei der Landesregierung in guten Händen. Mit diesem positiven Fazit wies Innenminister Klaus Buß (SPD) am Donnerstag, 28. August 2003, kritische Töne der CDU zum Thema Küstenschutz zurück: Beleg dafür, so Buß: 282 Millionen Euro festgeschriebene Deichbau-Mittel in den kommenden Jahren. Während SPD, FDP, Grüne und SSW den Minister unterstützten, warf die Union der Regierung vor, Naturschutzinteressen den Vorrang zu geben und dabei den "Blanken Hans", sprich die konkrete Gefahr durch Sturmfluten und Überschwemmungen, zu vernachlässigen. 

Deshalb hatten die Christdemokraten von der Landesregierung gefordert, konkrete Änderungen im Nationalparkgesetz und im Landes-Naturschutzgesetz bis Jahresende vorzulegen.  Zudem kritisierten sie die häufig langen Prüfungen durch die Landes-Umweltämter bei Deichbau-Projekten.

Mit dieser Position stand die CDU allein. Alle anderen Landtagsfraktionen, der SSW und die Regierung verwiesen darauf, dass bei diesem Thema der Konsens zwischen Natur- und Küstenschutz schon lange Realität sei. Im Zweifelsfall, so der Hinweis an die CDU, sorgten der "Generalplan Küstenschutz" aber auch das Landes-Naturschutzgesetz und das Landes-Wassergesetz für Klärung, die dem Deichbau Vorrang einräumten.

Hauptredner: Jürgen Feddersen (CDU), Wilhelm Malerius (SPD), Günther Hildebrand (FDP), Detlef Matthiessen (Grüne), Lars Harms (SSW), Innenminister Klaus Buß (SPD)

Hintergrund:
  42,6 Millionen Euro werden in Schleswig-Holstein in diesem Jahr nach Angaben des Innenministeriums in den Küstenschutz investiert. Davon stammen 14 Millionen aus Mitteln des Landes, der Rest wird durch die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" sowie von der Europäischen Union übernommen.
  Fünf Großprojekte laufen momentan. An der Nordsee werden die Deiche in Neufelderkoog an der Elbmündung und im Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog (Kreis Nordfriesland) sowie die Sandvorspülungen vor Sylt verstärkt. Oehe/Maasholm an der Schleimündung und Bojendorf auf Fehmarn sind die Schwerpunkte an der Ostsee.
  Schleswig-Holstein hat eine Küstenlinie von 1.190 km, von denen rund 1.100 km durch Deiche gesichert sind.

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