Auf dieser Seite: Hochschulmodernisierung - Landesberufsschulen

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Modernisierung der Hochschulen
Antrag der Fraktion der CDU
Antrag der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drucksache 15/2853

Drucksache: 15/2829
-Plenarprotokoll-
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Bezirksfachklassen und Landesberufsschulen
Antrag der Fraktion der CDU
Antrag der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drucksache 15/2851
Drucksache: 15/2833
-Plenarprotokoll-
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Die Hochschullandschaft in Schleswig-Holstein steht vor einem tiefgreifenden Umbruch. Nach den Vorschlägen der sogenannten Erichsen-Kommission zur Hochschulentwicklung sollen die Hochschulen finanzielle Planungssicherheit erhalten: Tarifsteigerungen der Hochschulangestellten soll die Landesregierung danach in den nächsten fünf Jahren in voller Höhe übernehmen. Zudem wird das Land einen Innovationsfonds schaffen, in den jährlich fünf Millionen Euro eingezahlt werden sollen. Im Gegenzug sollen die Hochschulen neue internationale Abschlüsse wie den Bachelor einführen und der Zusammenlegung von Studiengängen, sowie einem Abbau von Studienplätzen in einzelnen Fächern zustimmen. 
Vor diesem Hintergrund hat die CDU am Donnerstag, 28. August 2003, eine Stärkung der Autonomie der Hochschulen gefordert. (SHL)

Streitpunkt Hochschulpolitik
Rot-Grün weist Forderungen der CDU in die Schranken

Kiel (SHL). In einer engagierten Debatte der bildungspolitischen Sprecher im Landtag wies die rot-grüne Mehrheit mit Hilfe des SSW die Kernpunkte des Antrages der Union zurück. Beratungsbedarf im Bildungsausschuss signalisierte Regierungskoalition und dänische Minderheit dennoch zu den CDU-Forderung nach einem Landeshochschulrat und der Stärkung der Autonomie der Unis, insbesondere bei der Eigenauswahl von Studenten, der Berufung von Professoren und dem stärkeren Einfluss auf Prüfungsordnungen. Eine klare Absage erteilte Rot-Grün der erneuten Forderung nach Studiengebühren für das Erststudium.  

Jost de Jager (CDU) wies bei der Begründung des Antrages auf die Notwendigkeit hin, frühzeitig in die Diskussion um die Hochschulreform einzusteigen. Der Landtag drohe sonst vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Als Steuerungsinstrument forderte de Jager die Einführung eines Landeshochschulrates. Damit einher gehen müsse ein Abbau der Bürokratie im Kultusministerium.

SPD: Landeshochschulrat diskussionswürdig

Prinzipiell begrüßte der SPD-Abgeordnete Jürgen Weber (SPD) den Vorstoß der CDU: In der Diskussion zur Reform der Hochschulen sei er "froh über Rückenwind, aus welcher Richtung er auch kommen mag". Für die Umsetzung seien klare Rahmenbedingungen nötig. Neben finanzieller Planungssicherheit gehöre dazu auch die Stärkung der Autonomie der Hochschulen. Eine deutliche Absage erteilte Weber der Einführung von Studiengebühren; über die Einführung eines Landeshochschulrates lohne es hingegen zu reden.

Letzterer Punkt stieß bei den Liberalen auf heftigen Widerstand: Ekkehard Klug lehnte die Verlagerung von Entscheidungsgewalt auf "nach Proporz besetzte Räte außerhalb der Exekutive" strikt ab. Insgesamt enthalte der CDU-Antrag aber viele richtige und gute Dinge. Auch die Grünen betonten die Notwendigkeit, die Entscheidungsgewalt über die Reformen beim Land zu belassen. Wir lehnen es ab, "die Verantwortung für die Hochschulreform auf einen Hochschulrat abzuwälzen", sagte Angelika Birk (Grüne). Positiv wertete sie insbesondere eine engere Zusammenarbeit mit den Hamburger Hochschulen. Der erneuten Forderung nach Gebühren für das Erststudium erteilte Birk hingegen unisono mit ihrem SPD-Kollegen eine deutliche Absage: Die Reform sei auch ohne Gebühren finanziell zu bewältigen.

SSW: "Nicht viel mehr als der dritte Aufguss"

Anke Spoorendonk (SSW) betonte die Notwendigkeit einer Hochschulreform, nannte den CDU-Antrag jedoch wenig hilfreich: "Das ist nicht viel mehr als der dritte Aufguss von Dingen, die bereits von der Regierung auf den Weg gebracht oder im Landtag abgelehnt worden sind."

In die gleiche Kerbe schlug Kultusministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD): "Die Hochschulen befinden sich derzeit in einem intensiven Modernisierungsprozess." Die Stärkung der Hochschulautonomie sei auch ein Anliegen ihres Ministeriums, daneben würden die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit Hamburg ausgelotet. Die vorgelegte Novelle zum Hochschulrahmengesetz werde nicht die letzte sein, so Erdsiek-Rave. Ihr Ministerium arbeite intensiv an der Umsetzung der Vorschläge der Erichsen-Kommission. Die Zielvereinbarungen mit den Hochschulen werde sie im Dezember dem Landtag vorlegen. Der Einrichtung eines Hochschulrates stand sie skeptisch gegenüber. Argument: "Die Hochschulen haben hierbei erhebliche Vorbehalte."

Beschlussfassung
CDU-Antrag (
15/2829): Die Abschnitte I (Landeshochschulrat) und IV (Kooperation mit Hamburg) wurden einstimmig zur weiteren Beratung an den Bildungsausschuss überwiesen. Der Abschnitt II (Autonomie) wurde mit der Mehrheit von SPD, Grüne und SSW gegen die Stimmen von CDU und FDP abgelehnt; der Abschnitt III (Studiengebühren) von Rot-Grün und SSW gegen CDU bei Enthaltung der Liberalen abgelehnt. 
Der rot-grüne Antrag (
15/2853) wurde mit den eigenen Stimmen und des SSW gegen das Votum von CDU und FDP angenommen. 

Hintergrund:
  Bildungsministerium und Landesrektorenkonferenz haben sich im Juli auf einen Vertragsentwurf zur Umstrukturierung der schleswig-holsteinischen Hochschullandschaft geeinigt. Die Unis erhalten mehr Planungsspielraum und finanzielle Rückendeckung des Landes. Im Gegenzug sollen sie die Reform-Vorschläge der so genannten Erichsen-Kommission umsetzen.
  Das Land gibt für die Dauer von fünf Jahren die Zusicherung, sämtliche Tarif- und Besoldungserhöhungen zu finanzieren. Jährliche Kosten: fünf Millionen Euro. Zusätzlich wird ein Innovationsfonds eingerichtet, der ebenfalls mit rund fünf Millionen Euro pro Jahr zu Buche schlägt. Die verbindlichen Stellenpläne werden für drei Jahre ausgesetzt.
  Die Rektoren verpflichten sich demgegenüber auf eine Zielvereinbarung. Inhalt: Die Erichsen-Vorschläge zur Konzentration der Ausbildung auf bestimmte Fächer und Studienorte sollen umgesetzt werden. Knackpunkte hierbei sind unter anderem die Verlagerung der Realschullehrer-Ausbildung von Kiel nach Flensburg und die Auflösung des Architektur-Standorts Eckernförde zugunsten von Lübeck.
  Die CDU-Fraktion fordert weitere Schritte, zum Beispiel die Einführung eines Landeshochschulrats, eine verstärkte Kooperation mit Hamburg und Studiengebühren.
  Zur Finanzierung der Hochschulen sind im Haushaltsentwurf 2004 insgesamt rund 251 Millionen Euro veranschlagt.

mehr Informationen: Landtagsdebatte zu den Erichsen-Vorschlägen, plenum-online April 2003
(www.http://www.sh-landtag.de/plenumonline/april03/texte/42_hochschule.htm)

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Berufsschulen: Ausbluten der 
ländlichen Räume befürchtet

Landesregierung will zu kleine Klassen auflösen

Kiel (SHL). Berufsschüler müssen sich auf längere Schulwege einrichten: Der Landtag unterstützte am Freitag, 29. August 2003, die Landesregierung mehrheitlich bei dem Unterfangen, die Berufsschulausbildung durch die Einrichtung so genannter Bezirksfachklassen und von Landesberufsschulen zu konzentrieren. Die CDU, die die Debatte beantragt hatte, und die FDP schlugen demgegenüber kritische Töne an: Die Zusammenfassung der Berufsschulklassen in städtischen Zentren dürfe nicht zum Ausbluten der ländlichen Räume führen. Und: Es bestehe die Gefahr, dass bestimmte Ausbildungsberufe für die Lehrlinge unattraktiv würden. Die Planungen des Bildungsministerium sehen vor, Berufsschulklassen aufzulösen und zu Bezirksfachklassen zusammenzuführen, wenn weniger als 15 Auszubildende pro Berufsfachklasse zusammenkommen.

SPD, Grüne und Regierung verwiesen auf die schulgesetzliche Verpflichtung, Personal und Sachmittel effizient einzusetzen. Beispielsweise werde bereits Jahrgangs- und berufsübergreifend unterrichtet. Für das Schuljahr 2004/05 wiederum seien Planungen für Berufe mit geringen Lehrlingszahlen im Gange. Langfristig müsse eine Zusammenfassung verwandter Berufszweige in der beruflichen Ausbildung ins Auge gefasst werden.

Dies sah auch die Opposition so. CDU und FDP warnten aber davor, nur ökonomische Kriterien anzuwenden. Vor den Klassen-Zusammenfassungen forderte die Opposition eine genaue Analyse vom Bildungsministerium. Außerdem seien die Vorgaben der Regierung zu starr und unflexibel. Auch der SSW sah noch viele offene Fragen. Insbesondere die Finanzierung und die Rolle der ländlichen Standorte müsse geklärt werden.

Die Diskussion wird im Bildungsausschuss auf Grundlage des rot-grünen Antrags fortgesetzt.

Hauptredner: Caroline Schwarz (CDU), Helmut Jacobs (SPD), Ekkehard Klug (FDP), Karl-Martin Hentschel (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW), Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD)

Hintergrund:
  Die Landesregierung plant, an den Berufsschulen des Landes verstärkt Bezirksfachklassen einzurichten. Berufsschulklassen sollen aufgelöst und zu Bezirksfachklassen zusammengeführt werden, wenn weniger als 15 Auszubildende pro Berufsfachklasse zusammenkommen.
  Die Union kritisiert, dass durch diesen Schritt die ortsnahe Beschulung eingeschränkt werde. Sie befürchtet eine Konzentration der neuen Bezirksfachklassen auf wenige Ballungszentren und fordert eine genaue Analyse der möglichen Auswirkungen dieser Maßnahme.

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