Top 27:
Zukunft des
Ostseerates
Antrag der
Abgeordneten des SSW |
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Top 32:
Grenzüberschreitende
Zusammenarbeit mit Dänemark
Landtagsbeschluss vom 9. Mai 2003 - Drucksache 15/2620
Bericht der Landesregierung |
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Top 36:
Bericht über die
Schleswig-Holstein-Büros im Ostseeraum: Bisherige Tätigkeit
(2001 – 2003) und Weiterführung (2004 – 2006)
Bericht der Landesregierung |
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Ostseerat:
Stützpfeiler der Kontakte
Bedeutungsverlust des
Gremiums befürchtet
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Kiel (SHL). Auch nach der EU-Osterweiterung am 1. Mai 2004
bildet der Ostseerat einen Stützpfeiler der deutschen und
schleswig-holsteinischen Kontakte im Ostseeraum. Dieses Fazit
zog Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) am Freitag, 29.
August 2003, in einer vom SSW beantragten Aussprache zum Thema
"Zukunft des Ostseerates". Die Landtagsparteien
stimmten dieser Einschätzung im Wesentlichen zu, meldeten aber
auch Bedenken an. Antragsteller SSW sowie SPD und Grüne
beklagten, dass der Ostseerat nach seinen jüngst beschlossenen
Strukturreformen an Bedeutung verlieren werde.
Der seit 1992 bestehende Ostseerat setzt sich aus den
Außenministern der Ostseestaaten zusammen. Außer den direkten
Anrainern Dänemark, Estland, Finnland, Deutschland, Lettland,
Litauen, Polen, Russland und Schweden gehören ihm auch Norwegen
und Island sowie die EU-Kommission an. Ziel der Organisation ist
die Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit,
beispielsweise in den Bereichen Umweltschutz und
Kriminalitätsbekämpfung. Auch bei der Zusammenarbeit mit
Russland hat der Rat eine herausragende Position errungen.
Ministerpräsidentin Simonis nannte die Bereiche
Infrastruktur, Energie, Forschung und Bildung als zukünftige
Aufgaben des Rates. Leider würden Fortschritte im Bereich
Schiffssicherheit von Russland blockiert. Dies
beklagte auch Uwe Greve (CDU) und forderte ein internationales
Havariekommando. Ein weiterer Schwerpunkt des Ostseerates,
müsse die Bekämpfung von Kriminalität und Geldwäsche
bleiben. Für Joachim Behm (FDP) bildet
der Ostseerat ein "Scharnier" der
Sicherheits-Zusammenarbeit. Er forderte ein verstärktes
Engagement Schleswig-Holsteins. Denn: "Ostseepolitik ist
Standortpolitik."
"Weckruf, bevor es zu spät ist"
Kritische Töne schlugen SSW, SPD und Grüne an. Anke
Spoorendonk (SSW) forderte einen "Weckruf, bevor es zu
spät ist". Die internen Reformen des Rates werden die
Ostseekooperation schwächen, so ihre Befürchtung. Beispiel:
Die Abschaffung des Amtes der Beauftragten für Demokratische
Entwicklung sei ein Fehler. Der Beschluss, nur alle zwei Jahre
eine Außenminister-Konferenz abzuhalten, sei eine
"Herabwürdigung" des Rates.
Auch Rolf Fischer (SPD), Vorsitzender des Europaausschusses
im Landtag, befürchtete einen Machtverlust des Gremiums. Die
schrittweise Ersetzung des Ostseerates durch Kooperation auf der
EU-Ebene könne nicht im Interesse Schleswig-Holsteins sein.
Detlef Matthiessen (Grüne) lobte den Ostseerat im Vergleich zur
EU. Der Rat habe den Vorrang regenerativer Energien betont,
während die EU nach wie vor die Atom-Behörde EURATOM
unterhalte.
Der Bericht wurde zur abschließenden Beratung an den
Europa-Ausschuss überwiesen.
Hintergrund:
Der Ostseerat besteht
aus den Außenministern der Ostseestaaten. Außer den
direkten Ostsee-Anrainern Dänemark, Estland, Finnland,
Deutschland, Lettland, Litauen, Polen, Russland und
Schweden gehören ihm auch Norwegen und Island (wegen
deren Mitgliedschaft im Nordischen Rat, Island seit 1995)
sowie die EU-Kommission an. Der Rat wurde 1991 gegründet
und tagt einmal im Jahr. Der Ostseerat hat ein Sekretariat
in Stockholm. Seine grundlegenden Akzente werden vom
Vorsitz (Präsidentschaft) gesetzt, der jährlich
wechselnd vom Außenministerium eines Mitgliedsstaats
übernommen wird.
Zu den Institutionen des Ostseerates zählt unter
anderem die Union of Baltic Cities (UBC), eine Kooperation
und Netzwerk von Städtepartnerschaften im Ostseeraum.
An einer früheren Nahtstelle zwischen West und Ost
und in einem Gefüge sich überlappender Institutionen
(NATO, EU und OSZE) konzentriert sich das Gremium auf
nicht-militärische Probleme (Umweltverschmutzung,
internationale organisierte Kriminalität, etc.). Gerade
weil hier "harte" Sicherheitsprobleme - etwa die
Frage einer künftigen NATO-Mitgliedschaft der baltischen
Staaten- ausgeklammert sind, bietet sich die Chance,
praktische Fragen von geringerer sicherheitspolitsicher
Brisanz zu bearbeiten und gegenseitige Lernprozesse auf
unterschiedlichen staatlichen und nicht-staatlichen Ebenen
anzustoßen.
mehr
Informationen: Council
of the Baltic Sea States(www.cbss.st)
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Lob für nachbarschaftliche
Zusammenarbeit
Landtag nimmt
grenzüberschreitende Kontakte
zu Dänemark unter die Lupe
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Kiel (SHL). Vertreter aller
Parteien haben sich im Landtag am Freitag, 29. August 2003, für
die Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit
Dänemark ausgesprochen. Anlass der Debatte war ein vom SSW
angeforderter Regierungsbericht. Ministerpräsidentin Heide
Simonis (SPD) lobte dabei die guten nachbarschaftlichen Kontakte und
hob die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern hervor, wie
beispielsweise bei den STRING-Projekten.
Manfred Ritzek (CDU) kritisierte,
dass der Bericht die geplante Kommunalreform in Dänemark außen
vorlasse, der eine Zusammenlegung des dänischen Amtes
Sonderjylland mit anderen Regionen im südlichen Jütland
vorsieht. Überdies brandmarkte er die wirtschaftliche
Stagnation der Grenzregion: Das finanzielle Volumen der
Einfuhren habe im Jahre 2002 wie bereits 1998 rund 1,3 Millionen
Euro betragen.
Folgen der EU-Erweiterung
beachten
Rolf Fischer (SPD) äußerte mit
Blick auf die EU-Erweiterung die Überzeugung, dass
Schleswig-Holstein Partner benötige. Insbesondere von der
grenzüberschreitenden Zusammenarbeit erhofft er sich für die
Zukunft eine größere Dynamik. Auch Joachim Behm (FDP)
prognostizierte, dass sich der Stellenwert der Ostseeregion
durch die Erweiterung der EU erhöhe. Schleswig-Holstein und die
Region Sonderjylland müssten im Zuge dieser Entwicklung
aufpassen, nicht zu einem Transitland degradiert zu werden.
Detlef Matthiessen (Grüne)
betonte, dass Sonderjylland und Schleswig-Holstein beiderseitig
von der Kooperation profitieren. Es gelte indes die
"weichen Barrieren" wie sprachliche, kulturelle und
ideologische Hindernisse zu beseitigen. Anke
Spoorendonk (SSW) wünscht sich eine stärkere Förderung der
wirtschaftlichen Potentiale. Sonst fürchtet sie, dass das
Grenzgebiet durch eine mögliche Fehmarn-Belt-Brücke
verkehrspolitisch abgehängt werde.
Weitere Beispiele für die
Zusammenarbeit
Gegenwärtig arbeiten im Rahmen
der grenzüberschreitenden Kooperation insbesondere die
Hochschulen und der Katastrophenschutz des Landes
Schleswig-Holstein und Dänemarks zusammen. Weitere Projekte
sind die so genannten "Trans-Fähr-Gespräche" im
Rahmen der Schifffahrt oder die
"Kulturbrücke
über den Belt", die die Zusammenarbeit
deutscher und dänischer Kultureinrichtungen
verbessern soll.
Hintergrund:
Einige Beispiele
für die umfangreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit
zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark auf
institutioneller Ebene:
- Das Projekt "Kinderland
Ostsee" präsentiert spezielle, kindgerechte
Angebote auf beiden Seiten der Grenze, etwa im
touristischen Bereich.
- Die "Trans-Fähr-Gespräche"
führen Unternehmer aus beiden Ländern im Rahmen
einer gemeinsamen Schifffahrt zusammen.
- Die "Kulturbrücke
über den Belt" soll die Zusammenarbeit
deutscher und dänischer Kultureinrichtungen
verbessern.
- Die Hochschulkooperation
zwischen der Universität Flensburg und der Syddansk
Universitet Sonderburg hat drei gemeinsame
Studiengänge hervorgebracht.
Im Bereich des Katastrophenschutzes
gibt es ein deutsch-dänisches Abkommen über gegenseitige
Hilfeleistung im Unglücksfall.
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Landtag
würdigt "kleine Konsulate"
Landesregierung
legt Bericht über
Schleswig-Holstein-Büros im Ostseeraum vor
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Kiel (SHL). Unter
den aufmerksamen Augen einer hochrangigen Delegation aus
Kaliningrad - angeführt von dem Präsidenten der Gebietsduma
Wladimir Nikitin - hat der Landtag den dritten Tag dieser
September-Tagung mit einer Aussprache zu den
Schleswig-Holsteinischen Büros im Ostseeraum begonnen. Bei der
Vorlage eines entsprechenden Berichts der Landesregierung hob
Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) am Freitag, 29. August
2003, die Bedeutung der
Einrichtungen als wichtige Kontaktadresse für die Förderung
politischer, wirtschaftlicher und kultureller Aktivitäten
hervor. Die Schwerpunktsetzung der Zusammenarbeit im Ostseeraum
sei ein "Alleinstellungsmerkmal" des Landes
Schleswig-Holstein.
Schleswig-Holstein
unterhält insgesamt sechs solcher Ostseebüros in Malmö
(Schweden), Danzig (Polen), Tallinn (Estland), Vilnius (Litauen),
Riga (Lettland) und Kaliningrad (Russland). Sie sollen Vertreter
der Länder aus Bereichen wie Wirtschaft, Kultur und Sport
zusammenbringen und gemeinsame Projekte unterstützen. Überdies
informieren die Mitarbeiter der Ostseebüros über die
politische Entwicklungen vor Ort. Im laufenden Haushalt hat die
Landesregierung 102.000 Euro für die Einrichtungen zur
Verfügung gestellt. Simonis versprach, die
Büros auch in den kommenden drei Jahren mit Haushaltsmitteln zu
unterstützen.
Vertreter aller Parteien
bewerteten die Arbeit der Ostseebüros positiv. FDP und CDU
wünschten sich lediglich eine größere Effizienz; besonders im
Hinblick auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit gelte es,
stärkere Initiativen zu entwickeln. SPD, Grüne und SSW
betonten das stetige Wachstumspotential im Ostseeraum und sahen
die finanziellen Mittel für die "kleinen Konsulate"
gut angelegt.
Hauptredner:
Ministerpräsidentin
Heide Simonis (SPD), Manfred Ritzek (CDU), Ulrike Rodust (SPD),
Joachim Behm (FDP), Detlef Matthiessen (Grüne), Anke
Spoorendonk (SSW)
Hinweis: Anlässlich
des Besuchs der Kaliningrader Parlamentarier in Kiel findet am
morgigen Sonnabend ein internationales Fußballturnier statt.
Neben den Kickern der russischen Ostsee-Exklave nehmen daran der
Gastgeber FC Landtag, die Prominenten-Mannschaft des
schleswig-holsteinischen Parlaments, ein Team aus Dänemark
sowie eine Auswahl der Kieler Ratsversammlung teil. Das Turnier
ist vom FC Landtag als Gegeneinladung organisiert worden,
nachdem die Kieler Parlamentsfußballer im vergangenen Jahr in
Kaliningrad angetreten war. Das Spiel endete unter den
Augen von rund 300 Zuschauern 1 : 1.
Das morgige Turnier beginnt um 12.00 Uhr auf dem Sportplatz der
Kieler Universität, Olshausenstr. 72.
Besucher sind selbstverständlich herzlich willkommen.
Hintergrund:
Zur Förderung
der Zusammenarbeit im Ostseeraum betreibt das Land sechs
so genannte Schleswig-Holstein-Büros in Malmö, Danzig,
Tallinn, Vilnius, Riga und Kaliningrad.
Ihre Aufgaben sind unter anderem die Hilfestellung
bei wirtschaftlicher Kooperation, die Entwicklung von
Projekten zur gemeinsamen Nutzung von EU-Programmen und
die Information über politische Entwicklungen in den
Gastgeberländern. Im laufenden Landeshaushalt sind
102.200 Euro für den Betrieb der Büros veranschlagt.
Die Einrichtung der Büros beschloss das
Landeskabinett 1994. Das Kabinett entscheidet alle drei
Jahre über die Weiterarbeit der Büros für erneut drei
Jahre. Seit 1997 legt die Regierung dem Landtag alle drei
Jahre einen Bericht über die Arbeit der Einrichtungen
vor.
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