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Top 09: 
Konsequenzen aus Vodafone-Absichten ziehen
Antrag der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Drucksache: 15/3524(neu)
-Plenarprotokoll-
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Top 17: 
DAB
Antrag der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
       neu: ohne Aussprache
Drucksache: 15/3597
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Rot-Grüne Kampfansage gegen Steuertricks à la Vodafone
Liberale werfen Regierungsfraktionen Populismus vor

Kiel (SHL). Luftbuchungen und Steuertricks – nein, danke: Angesichts der im  Frühjahr angekündigten Teilwertabschreibungen des britischen Unternehmens Vodafone hat sich Rot-Grün am Mittwoch, 25. August, für eine Mindestbesteuerung von Firmengewinnen ausgesprochen. Es könne nicht sein, dass sich Unternehmen auf Kosten der Steuerzahler arm rechnen, erklärten Vertreter von SPD und Grünen. Die Landesregierung solle sich auf Bundesebene für entsprechende gesetzliche Änderungen einsetzen. 

Die Liberalen warfen den Regierungsfraktionen hingegen Populismus vor. Das Vorgehen des Vodafone-Konzerns sei rechtlich legitim, hieß es aus den Reihen der Freien Demokraten. Die Union bewertete den "Fall Vodafone" als Zeugnis für das Scheitern der rot-grünen Steuerreform des Jahres 2000. "Nicht alles ist legitim, was auch legal ist", konterte Finanzminister Ralf Stegner (SPD). Mit Blick auf den Verlust von Arbeitsplätzen nach der Fusion mit dem Mannesmann-Konzern bezeichnete er das Ansinnen des britischen Telekommunikationskonzerns als Skandal und "Manchester-Kapitalismus" übelster Art.

Kritik an der Steuerpolitik der Bundesregierung kam auch von Seiten des SSW. Buchungstricks à la Vodafone habe Rot-Grün durch die Unternehmensreform 2000 selbst zu verantworten. Seitdem seien allein die kommunalen Einnahmen durch die Erhebung der Körperschaftssteuer erheblich zurückgegangen.

Hintergrund: Der "Fall Vodafone"

Hintergrund des rot-grünen Antrages ist der "Fall Vodafone", der im Juni Schlagzeilen gemacht hatte. Der britische Telekommunikationskonzern plant nach der Übernahme von Mannesmann Teilwertabschreibungen aus Aktien steuerlich geltend machen, weil Mannesmann auf dem Papier heute deutlich weniger wert ist als zum Zeitpunkt der Übernahme. Folge: Wird die Wertminderung des Aktienpakets vom Finanzamt als dauerhaft und von der Höhe her als gerechtfertigt eingestuft, müsste Vodafone auf Jahre hinaus in Deutschland keine Steuern zahlen. Dem Fiskus drohen Verluste bis zu 20 Milliarden Euro.

Der Antrag wurde in der Sache mit den Stimmen von Rot-Grün, SSW, gegen die Stimmen von CDU und FDP bei einer Enthaltung angenommen.

Hauptredner: Günter Neugebauer (SPD), Rainer Wiegard (CDU), Heiner Garg (FDP), Monika Heinold (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW)

Hintergrund:
  Auslöser der Debatte ist der Fall Vodafone, der im Juni Schlagzeilen gemacht hatte. Der britische Telekommunikationskonzern will nach der Übernahme von Mannesmann Teilwertabschreibungen steuerlich geltend machen, weil Mannesmann auf dem Papier heute deutlich weniger wert ist als zum Zeitpunkt der Übernahme. Folge: Wird die Wertminderung des Aktienpakets als dauerhaft und von der Höhe her als gerechtfertigt eingestuft, müsste Vodafone auf Jahre hinaus in Deutschland keine Steuern zahlen. Dem Fiskus drohen Verluste bis zu 20 Milliarden Euro.
  Auf Bundesebene war daraufhin eine neue Initiative zur Mindestbesteuerung von Firmengewinnen gestartet: So forderte SPD-Chef Franz Müntefering im Frühsommer beispielsweise, dass Unternehmen künftig auf mindestens 50 Prozent ihrer Gewinne Steuern zahlen müssen.
  Die Landesregierung soll sich jetzt auf Bundesebene dafür stark machen, dass Konzerne Teilwertabschreibungen künftig nicht mehr in vollem Umfang von der Steuer absetzen können. "Ziel ist es zu verhindern, dass sich Großunternehmen, wie zum Beispiel das Unternehmen Vodafone, unter anderem durch ´spekulative Verluste´ und ungerechtfertigte ´Teilwertabschreibungen´, künstlich arm rechnen können", heißt es in einem Antrag , den SPD und Grüne bereits während der Juni-Sitzung per Dringlichkeit eingebracht hatten. Die Behandlung wurde damals jedoch von der Opposition abgelehnt. Für die Behandlung eines Dringlichkeitsantrages ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig.

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Hat das Digitalradio noch
eine Zukunft?

Kiel (SHL). Das Land Schleswig-Holstein soll sich vorerst aus der Förderung des Digitalradios (DAB/Digital Audio Broadcasting) ausklinken und kein Geld in das Projekt investieren. Das haben SPD und Grüne gefordert. Begründung: Bundesweit seien erst 80.000 DAB-Geräte (das sind 0,03 Prozent aller Radio-Empfänger) verkauft worden, obwohl in den Aufbau und Betrieb des Sendenetzes bislang 140 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln sowie 130 Millionen Euro aus ARD-Gebühren geflossen seien. Schleswig-Holstein habe bislang keine Fördermittel gezahlt – und das soll nach dem Willen der rot-grünen Landtagskoalition auch so bleiben. Einmütig überwies der Landtag den Antrag am Freitag, 27. August 2004, ohne Aussprache an den Innen- und Rechtsausschuss.

DAB war bereits 1995 als die Zukunft des Radios gefeiert worden. Kein lästiges Wechseln der Frequenzen mehr und eine deutlich bessere Qualität sollte insbesondere in Kraftfahrzeugen für neuen Komfort sorgen. Und für das Radio daheim versprach das Digitalradio einen Extra-Service durch Bilder, Grafiken und Texte. Ursprünglich war bis 2015 die Umstellung aller Sender auf die neue Technik und die Abschaltung des bisherigen Ultrakurzwellen-Netzes geplant. Wer DAB nutzen möchte, muss zwischen 200 und 600 Euro investieren. In Schleswig-Holstein strahlen drei NDR-Programme, RSH und Delta-Radio ihre Programme digital aus.

Hintergrund:
  SPD und Grüne wollen das Digitalradio (DAB/Digital Audio Broadcasting) stoppen, bevor es überhaupt richtig gestartet ist. Per Antrag soll die Landesregierung aufgefordert werden, kein Geld mehr in das Projekt zu investieren. Begründung: Bundesweit seien erst 80.000 Geräte (das sind 0,03 Prozent aller Radio-Empfänger) verkauft worden bei einer Förderung für den Aufbau und Betrieb des Sendenetzes in Höhe von 140 Millionen Euro. In Schleswig-Holstein seien bisher keine Fördermittel seitens des Landes geflossen - und das soll nach Willen von Rot-Grün auch zukünftig so bleiben.
DAB war bereits 1995 als die Zukunft des Radios gefeiert worden - insbesondere für Autoradios: kein lästiges Wechseln der Frequenzen mehr und eine deutlich bessere Qualität. Und für das Radio daheim versprach das Digitalradio einen Exra-Service durch Bilder, Grafiken und Texte. Ursprünglich war bis 2015 die Umstellung aller Sender auf die neue Technik und die Abschaltung des bisherigen Ultrakurzwellen-Netzes geplant. Wer DAB nutzen möchte, muss zwischen 200 und 600 Euro investieren. In Schleswig-Holstein strahlendrei NDR-Programme, RSH und Delta-Radio ihre Programme digital aus.

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ttt

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