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Rot-Grüne Kampfansage gegen
Steuertricks à la Vodafone
Liberale werfen
Regierungsfraktionen Populismus vor
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Kiel (SHL).
Luftbuchungen und Steuertricks – nein, danke: Angesichts der
im Frühjahr angekündigten Teilwertabschreibungen des
britischen Unternehmens Vodafone hat sich Rot-Grün am Mittwoch,
25. August, für eine Mindestbesteuerung von Firmengewinnen
ausgesprochen. Es könne nicht sein, dass sich Unternehmen auf
Kosten der Steuerzahler arm rechnen, erklärten Vertreter von
SPD und Grünen. Die Landesregierung solle sich auf Bundesebene
für entsprechende gesetzliche Änderungen einsetzen.
Die Liberalen
warfen den Regierungsfraktionen hingegen Populismus vor. Das
Vorgehen des Vodafone-Konzerns sei rechtlich legitim, hieß es
aus den Reihen der Freien Demokraten. Die Union bewertete den
"Fall Vodafone" als Zeugnis für das Scheitern der
rot-grünen Steuerreform des Jahres 2000. "Nicht alles ist
legitim, was auch legal ist", konterte Finanzminister Ralf
Stegner (SPD). Mit Blick auf den Verlust von Arbeitsplätzen
nach der Fusion mit dem Mannesmann-Konzern bezeichnete er das
Ansinnen des britischen Telekommunikationskonzerns als Skandal
und "Manchester-Kapitalismus" übelster Art.
Kritik an der
Steuerpolitik der Bundesregierung kam auch von Seiten des SSW.
Buchungstricks à la Vodafone habe Rot-Grün durch die
Unternehmensreform 2000 selbst zu verantworten. Seitdem seien
allein die kommunalen Einnahmen durch die Erhebung der
Körperschaftssteuer erheblich zurückgegangen.
Hintergrund: Der
"Fall Vodafone"
Hintergrund des rot-grünen Antrages ist der "Fall Vodafone", der im
Juni Schlagzeilen gemacht hatte. Der britische
Telekommunikationskonzern plant nach der Übernahme von
Mannesmann Teilwertabschreibungen aus Aktien steuerlich geltend
machen, weil Mannesmann auf dem Papier heute deutlich weniger
wert ist als zum Zeitpunkt der Übernahme. Folge: Wird die
Wertminderung des Aktienpakets vom Finanzamt als dauerhaft und
von der Höhe her als gerechtfertigt eingestuft, müsste
Vodafone auf Jahre hinaus in Deutschland keine Steuern zahlen.
Dem Fiskus drohen Verluste bis zu 20 Milliarden Euro.
Der Antrag wurde in
der Sache mit den Stimmen von Rot-Grün, SSW, gegen die Stimmen
von CDU und FDP bei einer Enthaltung angenommen.
Hauptredner:
Günter Neugebauer (SPD), Rainer Wiegard (CDU),
Heiner Garg (FDP), Monika Heinold (Grüne), Anke Spoorendonk
(SSW)
Hintergrund:
Auslöser der Debatte ist der Fall
Vodafone, der im Juni Schlagzeilen gemacht hatte. Der
britische Telekommunikationskonzern will nach der
Übernahme von Mannesmann Teilwertabschreibungen
steuerlich geltend machen, weil Mannesmann auf dem Papier
heute deutlich weniger wert ist als zum Zeitpunkt der
Übernahme. Folge: Wird die Wertminderung des Aktienpakets
als dauerhaft und von der Höhe her als gerechtfertigt
eingestuft, müsste Vodafone auf Jahre hinaus in
Deutschland keine Steuern zahlen. Dem Fiskus drohen
Verluste bis zu 20 Milliarden Euro.
Auf Bundesebene war daraufhin eine neue Initiative
zur Mindestbesteuerung von Firmengewinnen gestartet: So
forderte SPD-Chef Franz Müntefering im Frühsommer
beispielsweise, dass Unternehmen künftig auf mindestens
50 Prozent ihrer Gewinne Steuern zahlen müssen.
Die Landesregierung soll sich jetzt auf Bundesebene
dafür stark machen, dass Konzerne Teilwertabschreibungen
künftig nicht mehr in vollem Umfang von der Steuer
absetzen können. "Ziel ist es zu verhindern, dass
sich Großunternehmen, wie zum Beispiel das Unternehmen
Vodafone, unter anderem durch ´spekulative Verluste´ und
ungerechtfertigte ´Teilwertabschreibungen´, künstlich
arm rechnen können", heißt es in einem Antrag , den
SPD und Grüne bereits während der Juni-Sitzung per
Dringlichkeit eingebracht hatten. Die Behandlung wurde
damals jedoch von der Opposition abgelehnt. Für die
Behandlung eines Dringlichkeitsantrages ist eine
Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig.
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Hat das
Digitalradio noch
eine Zukunft?
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Kiel (SHL). Das Land
Schleswig-Holstein soll sich vorerst aus der Förderung des
Digitalradios (DAB/Digital Audio Broadcasting) ausklinken und
kein Geld in das Projekt investieren. Das haben SPD und Grüne
gefordert. Begründung: Bundesweit seien erst 80.000 DAB-Geräte
(das sind 0,03 Prozent aller Radio-Empfänger) verkauft worden,
obwohl in den Aufbau und Betrieb des Sendenetzes bislang 140
Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln sowie 130 Millionen
Euro aus ARD-Gebühren geflossen seien. Schleswig-Holstein habe
bislang keine Fördermittel gezahlt – und das soll nach dem
Willen der rot-grünen Landtagskoalition auch so bleiben.
Einmütig überwies der Landtag den Antrag am Freitag, 27.
August 2004, ohne Aussprache an den Innen- und Rechtsausschuss.
DAB war bereits 1995 als die
Zukunft des Radios gefeiert worden. Kein lästiges Wechseln der
Frequenzen mehr und eine deutlich bessere Qualität sollte
insbesondere in Kraftfahrzeugen für neuen Komfort sorgen. Und
für das Radio daheim versprach das Digitalradio einen
Extra-Service durch Bilder, Grafiken und Texte. Ursprünglich
war bis 2015 die Umstellung aller Sender auf die neue Technik
und die Abschaltung des bisherigen Ultrakurzwellen-Netzes
geplant. Wer DAB nutzen möchte, muss zwischen 200 und 600 Euro
investieren. In Schleswig-Holstein strahlen drei NDR-Programme,
RSH und Delta-Radio ihre Programme digital aus.
Hintergrund:
SPD und Grüne wollen das Digitalradio (DAB/Digital
Audio Broadcasting)
stoppen, bevor es überhaupt richtig gestartet ist. Per
Antrag soll die Landesregierung aufgefordert werden, kein
Geld mehr in das Projekt zu investieren. Begründung:
Bundesweit seien erst 80.000 Geräte (das sind 0,03
Prozent aller Radio-Empfänger) verkauft worden bei einer
Förderung für den Aufbau und Betrieb des Sendenetzes in
Höhe von 140 Millionen Euro. In Schleswig-Holstein seien
bisher keine Fördermittel seitens des Landes geflossen -
und das soll nach Willen von Rot-Grün auch zukünftig so
bleiben.
DAB war bereits 1995 als die Zukunft des Radios
gefeiert worden - insbesondere für Autoradios: kein
lästiges Wechseln der Frequenzen mehr und eine deutlich
bessere Qualität. Und für das Radio daheim versprach das
Digitalradio einen Exra-Service durch Bilder, Grafiken und
Texte. Ursprünglich war bis 2015 die Umstellung aller
Sender auf die neue Technik und die Abschaltung des
bisherigen Ultrakurzwellen-Netzes geplant. Wer DAB nutzen
möchte, muss zwischen 200 und 600 Euro investieren. In
Schleswig-Holstein strahlendrei NDR-Programme, RSH und
Delta-Radio ihre Programme digital aus.
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