Auf dieser Seite: Schiffs-Sicherheit  -  Verkehrs-Infrastruktur

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Top 16: 
Zukunft Meer: Mehr Schiffssicherheit in der Ostsee
Antrag der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Drucksache: 15/3596
-Plenarprotokoll-
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Top 32: 
Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Schleswig-Holstein
Landtagsbeschluss vom 28. Mai 2004 – Drucksache 15/3454
Bericht der Landesregierung
Drucksache: 15/3589
-Plenarprotokoll-
  zum Text
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Schiffs-Sicherheit in der 
Ostsee stärken 
Landtag einig in Zielen / Kritik an konkreter Umsetzung

Kiel (SHL). Die schleswig-holsteinische Landesregierung soll sich auch künftig weiter für mehr Schiffs-Sicherheit in der Ostsee engagieren. Das hat der Landtag am Freitag, 27. August 2004, im Kieler Landtag einmütig gefordert. Damit unterstützt das Parlament Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) bei ihrer Lobby-Arbeit auf nationaler und internationaler Ebene für die Umsetzung der 14 "Kieler Vorschläge", die auf der letzten Ostsee-Sicherheits-Konferenz verabschiedet worden waren. Forderungen des Papiers sind unter anderem: die Einrichtung einer festen Tankerroute durch die Ostsee, eine verstärkte Lotsenpflicht – zum Beispiel in der schmalen Kadet-Rinne – sowie eine 0,3-Promille-Grenze für Schiffsführer.

Trotz prinzipieller Zustimmung zum rot-grünen Antrag, kamen von der CDU auch deutlich kritische Worte: Das Papier biete nichts Neues, es biete lediglich eine Zusammenfassung der aktuellen Diskussion, sagte der Unions-Abgeordnete Heinz Maurus. Einige der Forderungen seien zudem mehrere Jahre alt. Es mangele jedoch an der konkreten Umsetzung, so Maurus. Der Antrag lese sich im ersten Moment wie "ein Wunschzettel an den Weihnachtsmann", der für seine Umsetzung einen langen Atem erfordere, sagte auch Lars Harms vom SSW. Dennoch setze das Papier auch ein Zeichen in Richtung der anderen Ostseeanrainerstaaten.

Werben für Sicherheit "ein Bohren dicker Bretter"

Das Werben für mehr Schiffs-Sicherheit sei "ein Bohren dicker Bretter", gestand auch die Ministerpräsidentin ein. Zugleich verwies Simonis auf Erfolge des Engagements der Landesregierung: So gebe es bei der EU mit dem Malteser Joseph Borg auf Initiative der Landesregierung erstmals einen Kommissar für maritime Politik.

Schleswig-Holstein sei ein Motor beim Thema Schiffs-Sicherheit, pflichtete Detlef Matthiessen (Grüne) der Regierungschefin bei. Das Thema dürfe nicht in Vergessenheit geraten. "Alles, was dieses schwierige Thema in Bewegung bringt, nützt", stimmte auch Joachim Behm (FDP) zu und sprach Rot-Grün seinen ausdrücklichen Dank für die Vorlage aus. Die Schiffs-Sicherheit müsse für Schleswig-Holstein als "Land zwischen den Meeren" höchste Priorität haben, sagte Wilhelm Malerius (SPD): "Die Herstellung effektiver Sicherheit ist Verantwortung für unser Land."

Hintergrund:
  Im Zuge der von Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) gestarteten Standortinitiative "Zukunft Meer" hat das Kieler Kabinett Anfang Juli 14 Leitprojekte beschlossen. Dadurch soll sich bis 2015 in Schleswig-Holstein eine europäische maritime Modellregion entwickeln und Impulse für die heimische Wirtschaft und Forschung gegeben werden. Zu den Projekten zählen unter anderem eine Forschungsplattform für Offshore-Windanlagen westlich von Sylt, der Ausbau des Husumer Hafens als Offshore-Hafen in Kooperation mit dem Brunsbütteler Elbehafen, der Bau des Nationalen Kompetenz-Zentrums für Marikultur in Büsum sowie die Einrichtung eines meereswissenschaftlichen Aus- und Weiterbildungszentrums in Kiel. Zudem sollen neben anderen die Häfen Kiel, Lübeck und Brunsbüttel als Logistik-Drehscheiben zwischen Ostseeraum und Westeuropa ausgebaut werden.
  Das Investitionsvolumen wird auf 20 bis 30 Millionen Euro beziffert, wobei auch Geld aus Brüssel fließen soll. Ab Oktober wird in der Staatskanzlei eine „Stabsstelle Maritime Koordination" die Aktivitäten koordinieren und Partner aus Wirtschaft, Verwaltung und Hochschulen unterstützen.
  Ein Antrag der Fraktionen von SPD und Grüne begrüßt die "Kieler Vorschläge" für die Schiffssicherheit in der Ostsee, wie die Einführung einer Tanker Transit Route oder verstärkten Lotseneinsatz und plädiert für deren Umsetzung. Die Vorschläge wurden im Mai auf der Ostsee-Sicherheits-Konferenz verabschiedet.

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Verkehrsprojekte: Rohwer will
dem Rotstift trotzen
Opposition wirft Rot-Grün Schönfärberei und Ankündigungspolitik vor

Kiel (SHL). Laut Verkehrsminister Bernd Rohwer (SPD) sind trotz Kürzungen im Etat des Bundesverkehrsministers die wichtigsten Verkehrsprojekte in Schleswig-Holstein wie die Fertigstellung der A20 und die Erweiterung der A7 zwischen Hamburg und dem Bordesholmer Dreieck nicht in Gefahr. Für die Bauvorhaben könne das Land mit finanzieller Unterstützung durch den Bund rechnen, so der Minister am Freitag, 27. August. Die CDU, die den Bericht beantragt hatte, und die FDP kritisierten die rot-grünen Verkehrsvorhaben als bloße Ankündigungspolitik.

Uwe Eichelberg (CDU) warf dem Minister Schönfärberei vor und mutmaßte, die Landesregierung finde in Berlin kein Gehör. So erhielte Schleswig-Holstein gerade mal drei Prozent ( rund 26 Millionen Euro) aus dem Etat des Bundesverkehrswegeplans. Deshalb seien Projekte wie die Fehmarn-Belt-Querung keineswegs gesichert, so der Verkehrsexperte der Union. "Schnacken statt Machen" sei das Motto der Landesregierung, befand auch Christel Aschmoneit-Lücke (FDP). Außer Ankündigungen habe Rot-Grün in der Verkehrspolitik nichts zu bieten. Projekte wie der Ausbau der B 404 und der Schienenstrecke Pinneberg-Elmshorn verkämen deshalb zu Dauerbrennern.

Die Union suche krampfhaft nach Fehlern und unterschlage die Verdienste der Landesregierung, konterte Hermann Benker (SPD). So sei es trotz des auch in Berlin regierenden Rotstifts gelungen, wichtige Projekte wie die A 20 und den Ausbau der Bahnstrecke Pinneberg-Elmshorn in die Endfassung des Bundesverkehrswegeplanes einzubringen.

Karl-Martin Hentschel (Grüne) forderte in der Debatte die Kürzung der Kilometerpauschale. Es handele sich um eine Subvention. Dieses Geld könne gespart werden und statt dessen für die Realisierung von Verkehrsprojekten eingesetzt werden. Die Kürzungen im Etat des Bundesverkehrsministers zeigten die Auswirkungen des Maut-Desasters, befand Lars Harms (SSW). Positive bewertete er, dass es der Landesregierung gelungen sei, die Realisierung der wichtigsten Verkehrsprojekte in den Verhandlungen mit dem Bund festzuschreiben.

Hintergrund:
  Die Landesregierung soll ihre Pläne für den Ausbau der Verkehrswege in Schleswig-Holstein auf den Tisch legen. Das hat die CDU gefordert. Hintergrund: Der Bund macht aus Geldmangel bei der Umsetzung des im Herbst zur Verabschiedung anstehenden Bundesverkehrswegeplans Abstriche. Verkehrsminister Bernd Rohwer (SPD) hat im Mai - nach einer Sitzung des Verkehrsausschusses im Bundestag
gemeldet, dass Schleswig-Holstein überproportional in dem Entwurf berücksichtigt sei. Für die nächsten zehn Jahre plane Schleswig-Holstein Straßen- und Schienenprojekte für 3,25 Milliarden Euro. Laut jetzt vorliegendem Bericht hat der Neubau der A 20 nach wie vor höchste Priorität, wobei der Abschnitt von Lübeck bis Stade (A 26) im vordringlichen Bedarf des Verkehrsplanes eingestuft ist. Da für die A 20- Fortsetzung von Stade bis Sittensen/Niedersachsen (A 1) keine Bedarfseinstufung besteht, wird die A 20 über die A 26 und über die A 22 (Küstenautobahn nach Wilhelmshaven) fortgesetzt. Knackpunkt: Für die A 22 sind laut Bericht noch keine Planungsleistungen erbracht worden, was zu zeitlichen Verzögerungen führen werde und "die Renditeerwartung eines potenziellen privaten Investors für die Elbquerung sinkt". Die Elbquerung bei Glücksstadt habe nach wie vor einen erhöhten Stellenwert. Als prioritäre Maßnahmen weist die Landesregierung weiterhin den Ausbau der A 7 und der A 21 aus. Im Bereich Schienenverkehr ist insbesondere die Elektrifizierung der Strecke Hamburg-Lübeck im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes verankert sowie der dreigleisige Ausbau der Strecke zwischen Pinneberg und Elmshorn auf der Jütlandroute. Unter dem Stichwort "Neue Finanzierungsformen" weist der Bericht auf begrüßenswerte private, durch Nutzungsentgelte refinanzierte Betreibermodelle hin, wie die Travequerung in Lübeck (Herrentunnel) und zukünftig die feste Fehmarnbeltquerung sowie die Elbquerung.

mehr Informationen: "plenum-online", Februar 2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/februar2004/texte/dringlichkeit_a20.htm)

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