|
Auf
dieser Seite: Schiffs-Sicherheit
- Verkehrs-Infrastruktur
|
xxx |
Top 16:
Zukunft Meer: Mehr
Schiffssicherheit in der Ostsee
Antrag der
Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN |
|
Top 32:
Ausbau der
Verkehrsinfrastruktur in Schleswig-Holstein
Landtagsbeschluss vom 28. Mai 2004 – Drucksache 15/3454
Bericht der Landesregierung |
|
|
Schiffs-Sicherheit
in der
Ostsee stärken
Landtag einig in
Zielen / Kritik an konkreter Umsetzung
|
Kiel (SHL). Die schleswig-holsteinische
Landesregierung soll sich auch künftig weiter für mehr Schiffs-Sicherheit in der Ostsee engagieren. Das hat der Landtag
am Freitag, 27. August 2004, im Kieler Landtag einmütig
gefordert. Damit unterstützt das Parlament Ministerpräsidentin
Heide Simonis (SPD) bei ihrer Lobby-Arbeit auf nationaler und
internationaler Ebene für die Umsetzung der 14 "Kieler
Vorschläge", die auf der letzten Ostsee-Sicherheits-Konferenz verabschiedet worden waren. Forderungen des Papiers
sind unter anderem: die Einrichtung einer festen Tankerroute
durch die Ostsee, eine verstärkte Lotsenpflicht – zum
Beispiel in der schmalen Kadet-Rinne – sowie
eine 0,3-Promille-Grenze für Schiffsführer.
Trotz prinzipieller Zustimmung zum rot-grünen
Antrag, kamen von der CDU auch deutlich kritische Worte: Das
Papier biete nichts Neues, es biete lediglich eine
Zusammenfassung der aktuellen Diskussion, sagte der
Unions-Abgeordnete Heinz Maurus. Einige der Forderungen
seien zudem mehrere Jahre alt. Es mangele jedoch an der
konkreten Umsetzung, so Maurus. Der Antrag
lese sich im ersten Moment wie "ein Wunschzettel an den
Weihnachtsmann", der für seine Umsetzung einen langen Atem
erfordere, sagte auch Lars Harms vom SSW. Dennoch setze das
Papier auch ein Zeichen in Richtung der anderen
Ostseeanrainerstaaten.
Werben für Sicherheit "ein Bohren
dicker Bretter"
Das Werben für mehr Schiffs-Sicherheit sei
"ein Bohren dicker Bretter", gestand auch die
Ministerpräsidentin ein. Zugleich
verwies Simonis auf Erfolge des Engagements der Landesregierung:
So gebe es bei der EU mit dem Malteser Joseph Borg auf
Initiative der Landesregierung erstmals einen Kommissar für
maritime Politik.
Schleswig-Holstein sei ein Motor beim Thema
Schiffs-Sicherheit, pflichtete Detlef Matthiessen (Grüne) der
Regierungschefin bei. Das Thema dürfe nicht in
Vergessenheit geraten. "Alles, was dieses schwierige Thema
in Bewegung bringt, nützt", stimmte auch Joachim Behm
(FDP) zu und sprach Rot-Grün seinen ausdrücklichen Dank für
die Vorlage aus. Die Schiffs-Sicherheit müsse für
Schleswig-Holstein als "Land zwischen den Meeren"
höchste Priorität haben, sagte Wilhelm Malerius (SPD): "Die
Herstellung effektiver Sicherheit ist Verantwortung für
unser Land."
Hintergrund:
Im Zuge der von
Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) gestarteten
Standortinitiative "Zukunft Meer" hat das Kieler
Kabinett Anfang Juli 14 Leitprojekte beschlossen. Dadurch
soll sich bis 2015 in Schleswig-Holstein eine europäische
maritime Modellregion entwickeln und Impulse für die
heimische Wirtschaft und Forschung gegeben werden. Zu den
Projekten zählen unter anderem eine Forschungsplattform
für Offshore-Windanlagen westlich von Sylt, der Ausbau
des Husumer Hafens als Offshore-Hafen in Kooperation mit
dem Brunsbütteler Elbehafen, der Bau des Nationalen
Kompetenz-Zentrums für Marikultur in Büsum sowie die
Einrichtung eines meereswissenschaftlichen Aus- und
Weiterbildungszentrums in Kiel. Zudem sollen neben anderen
die Häfen Kiel, Lübeck und Brunsbüttel als
Logistik-Drehscheiben zwischen Ostseeraum und Westeuropa
ausgebaut werden.
Das Investitionsvolumen wird auf 20 bis 30
Millionen Euro beziffert, wobei auch Geld aus Brüssel
fließen soll. Ab Oktober wird in der Staatskanzlei eine
„Stabsstelle Maritime Koordination" die
Aktivitäten koordinieren und Partner aus Wirtschaft,
Verwaltung und Hochschulen unterstützen.
Ein Antrag der Fraktionen von SPD und Grüne
begrüßt die "Kieler Vorschläge" für die
Schiffssicherheit in der Ostsee, wie die Einführung einer
Tanker Transit Route oder verstärkten Lotseneinsatz und
plädiert für deren Umsetzung. Die Vorschläge wurden im
Mai auf der Ostsee-Sicherheits-Konferenz verabschiedet.
|
zurück
zum Textanfang / Seitenanfang
|
|
Verkehrsprojekte:
Rohwer will
dem Rotstift trotzen
Opposition wirft Rot-Grün Schönfärberei und
Ankündigungspolitik vor
|
Kiel (SHL). Laut Verkehrsminister Bernd Rohwer (SPD)
sind trotz Kürzungen im Etat des
Bundesverkehrsministers die wichtigsten
Verkehrsprojekte in Schleswig-Holstein wie die Fertigstellung der A20 und die
Erweiterung der A7 zwischen Hamburg und dem Bordesholmer Dreieck nicht in Gefahr. Für die Bauvorhaben könne das Land mit
finanzieller Unterstützung durch den Bund rechnen, so der
Minister am Freitag, 27. August. Die CDU, die
den Bericht beantragt hatte, und die FDP kritisierten die
rot-grünen Verkehrsvorhaben als bloße Ankündigungspolitik.
Uwe Eichelberg (CDU) warf dem Minister Schönfärberei vor und mutmaßte, die
Landesregierung finde in Berlin kein Gehör. So erhielte
Schleswig-Holstein gerade mal drei Prozent ( rund 26 Millionen
Euro) aus dem Etat des Bundesverkehrswegeplans. Deshalb seien
Projekte wie die Fehmarn-Belt-Querung keineswegs gesichert, so
der Verkehrsexperte der Union. "Schnacken
statt Machen" sei das Motto der Landesregierung, befand auch
Christel Aschmoneit-Lücke (FDP). Außer Ankündigungen habe
Rot-Grün in der Verkehrspolitik nichts zu bieten. Projekte wie
der Ausbau der B 404 und der Schienenstrecke Pinneberg-Elmshorn
verkämen deshalb zu Dauerbrennern.
Die Union suche krampfhaft nach Fehlern und
unterschlage die Verdienste der Landesregierung, konterte
Hermann Benker (SPD). So sei es trotz des auch in Berlin
regierenden Rotstifts gelungen, wichtige Projekte wie die A 20
und den Ausbau der Bahnstrecke Pinneberg-Elmshorn in die
Endfassung des Bundesverkehrswegeplanes einzubringen.
Karl-Martin Hentschel (Grüne) forderte in der
Debatte die Kürzung der Kilometerpauschale. Es handele sich um
eine Subvention. Dieses Geld könne gespart werden und statt
dessen für die Realisierung von Verkehrsprojekten eingesetzt
werden. Die Kürzungen im
Etat des Bundesverkehrsministers zeigten die Auswirkungen des
Maut-Desasters, befand Lars Harms (SSW). Positive bewertete er,
dass es der Landesregierung gelungen sei, die Realisierung der
wichtigsten Verkehrsprojekte in den Verhandlungen mit dem Bund
festzuschreiben.
Hintergrund:
Die Landesregierung soll ihre Pläne für den
Ausbau der Verkehrswege in Schleswig-Holstein auf den
Tisch legen. Das hat die CDU gefordert. Hintergrund: Der
Bund macht aus Geldmangel bei der Umsetzung des im Herbst
zur Verabschiedung anstehenden Bundesverkehrswegeplans
Abstriche. Verkehrsminister Bernd Rohwer (SPD) hat im Mai
- nach einer Sitzung des Verkehrsausschusses im Bundestag -
gemeldet, dass Schleswig-Holstein überproportional in dem
Entwurf berücksichtigt sei. Für die nächsten zehn Jahre
plane Schleswig-Holstein Straßen- und Schienenprojekte
für 3,25 Milliarden Euro. Laut jetzt vorliegendem Bericht
hat der Neubau der A 20 nach wie vor höchste Priorität,
wobei der Abschnitt von Lübeck bis Stade (A 26) im
vordringlichen Bedarf des Verkehrsplanes eingestuft ist. Da
für die A 20- Fortsetzung von Stade bis
Sittensen/Niedersachsen (A 1) keine Bedarfseinstufung
besteht, wird die A 20 über die A 26 und über die A 22 (Küstenautobahn
nach Wilhelmshaven) fortgesetzt. Knackpunkt: Für die A 22
sind laut Bericht noch keine Planungsleistungen erbracht
worden, was zu zeitlichen Verzögerungen führen werde und
"die Renditeerwartung eines potenziellen privaten
Investors für die Elbquerung sinkt". Die Elbquerung
bei Glücksstadt habe nach wie vor einen erhöhten
Stellenwert. Als prioritäre Maßnahmen weist die
Landesregierung weiterhin den Ausbau der A 7 und der A 21
aus. Im Bereich Schienenverkehr ist insbesondere die
Elektrifizierung der Strecke Hamburg-Lübeck im
vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes
verankert sowie der dreigleisige Ausbau der Strecke
zwischen Pinneberg und Elmshorn auf der Jütlandroute.
Unter dem Stichwort "Neue Finanzierungsformen"
weist der Bericht auf begrüßenswerte private, durch
Nutzungsentgelte refinanzierte Betreibermodelle hin, wie
die Travequerung in Lübeck (Herrentunnel) und zukünftig
die feste Fehmarnbeltquerung sowie die Elbquerung.
mehr
Informationen: "plenum-online",
Februar
2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/februar2004/texte/dringlichkeit_a20.htm)
|
zurück
zum Textanfang / Seitenanfang
|
|
* * * * *
| |
|