Auf dieser Seite: Lotto  -  Selbstverwaltung

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Top 23: 
Veräußerung der Kommanditanteile an der GmbH & Co. KG NordwestLotto Schleswig-Holstein

Antrag der Landesregierung – Drucksache 15/3439
Antrag der Fraktion der FDP – Drucksache 15/3467
Bericht und Beschlussempfehlung Finanzausschusses
(Ausschussüberweisung 115. Sitzung am 26. Mai 2004)

Drucksache: - - -
-Plenarprotokoll-
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Top 25: 
Selbstverwaltung stärken - Rechtssicherheit schaffen
Antrag der Fraktion der FDP – Drucksache 15/3190
Bericht und Beschlussempfehlung des Sozialausschusses
(Ausschussüberweisung 107. Sitzung am 18. Februar 2004)
Drucksache: 15/3517
-Plenarprotokoll-
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Lotto-Verkauf bleibt umstritten
Finanzausschuss noch ohne Beschlussempfehlung

Kiel (SHL). Im Streit um den Verkauf der Landesanteile am NordwestLotto an die schleswig-holsteinische Investitionsbank (I-Bank) bleiben die Fronten verhärtet. Das rot-grüne Regierungslager verteidigte am Mittwoch, 25. August 2004, den 60-Millionen-Deal erneut als wirtschaftliche Alternative zu einer höheren Neuverschuldung. Nach Ansicht von CDU und FDP handelt es sich bei dem Verkauf hingegen um eine verdeckte Kreditaufnahme, denn: die I-Bank gehöre ebenfalls dem Land und müsse den Kaufpreis über neue Kredite finanzieren.

Die Ansicht, dass die Landesregierung einen neuen Schattenhaushalt schaffe, werde auch durch ein von den Liberalen beantragtes Gutachten des Landesrechnungshofes gestützt, so Redner der schwarz-gelben Opposition. Der Erwerber entscheide frei, ob er Barmittel, stille Reserven oder Kredite für den Kauf von NordwestLotto verwende, hielt Finanzminister Ralf Stegner (SPD) dagegen. Daher könne von einer verdeckten Kreditaufnahme keine Rede sein.

Im Finanzausschuss des Landtages wird dieser Punkt bereits seit Mai dieses Jahres diskutiert. Bislang konnte sich das Gremium jedoch noch nicht zu einer Beschlussempfehlung durchringen. Grund: Die Bewertung des Landesrechnungshofes liegt erst seit Mitte August vor; die schriftliche Antwort des Finanzministeriums wurde erst am Sitzungstag verteilt. Vor der kommenden Sitzung wird der Ausschuss daher erneut zum Thema tagen. Im September soll endgültig über den Verkauf entschieden werden.

Stimmen aus dem Plenum

Hans-Jörn Arp (CDU): Die Veräußerung ist nichts anderes als eine erneute verdeckte Kreditaufnahme. Minister Stegner spielt den bekannten Taschenspielertrick: linke Tasche raus, rechte Tasche rein.

Ursula Kähler (SPD): Der Verkauf von NordwestLotto bringt positive Veränderungen. Einem Einnahmeausfall von 53,2 Millionen Euro steht ein Verkaufserlös von 60 Millionen Euro gegenüber - Barwertvorteil: 6,8 Millionen Euro.

Heiner Garg (FDP): Das ist eine verdeckte Verschuldung des Landes. Der Landesrechnungshof hat nachgewiesen, dass die Landesregierung der I-Bank verdeckte Risiken aufbürdet, die potentiell den Landeshaushalt belasten.

Monika Heinold (B’90/Grüne): Der Verkauf ist keine verdeckte Kreditaufnahme: Das Land finanziert den aufgenommenen Kredit der I-Bank nicht durch laufende Zahlungen, sondern die I-Bank finanziert ihre Belastung durch die Einnahmen aus dem Glücksspiel.

Anke Spoorendonk (SSW): Am Ende ist es eine politische Bewertung, ob hier die Wirtschaftlichkeit gegeben ist oder ob es sich um eine verdeckte Kreditaufnahme des Landes handelt. Wer meint, es gebe hier 100prozentig objektive Bewertungsmaßstäbe, der irrt.

Hintergrund:
  Die Landesregierung plant den Verkauf  der Landesanteile am NordwestLotto für 60 Millionen Euro an die Investitions- bank Schleswig-Holstein. Zuvor soll der bisherige Landes- betrieb in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt werden. 
  Im Zuge des Verkaufs der Landesanteile am NordWestLotto an die Investitionsbank soll die neue Betreibergesellschaft verpflichtet werden, festgelegte Konzessionsabgaben an das Land abzuführen. Dieses Geld soll gemeinnützigen Zwecken zugute kommen: Acht Prozent, mindestens aber 6,3 Millionen Euro jährlich, stehen der Sportförderung, insbesondere dem Landessportverband, zur Verfügung. 4,9 Prozent sollen an die Verbraucher-Insolvenzberatung gehen; 3,1 Prozent sollen für Drogenarbeit und ein Prozent für die Stiftung Naturschutz aufgewendet werden. Der Rest geht in den Landeshaushalt. Der Doppeletat 2004/05 nennt eine Summe von rund 72 Millionen Euro pro Jahr für diese Zwecke.
  Allerdings hat sich der Finanzausschuss des Landtags auch drei Monate nach der Ersten Lesung noch nicht auf eine Beschlussempfehlung einigen können. Die FDP fordert eine Stellungnahme des Landesrechnungshofes, ob der Verkaufserlös als Kredit zu werten sei und fragt nach haushaltsrechtlichen Konsequenzen. 

mehr Informationen: "plenum-online", Mai 2004
(www.sh-landtag.de/plenu
monline/mai2004/texte/09_28_lotterien.htm)

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"AOK-Affäre": FDP scheitert mit
Antrag zur verschärften Kontrolle
Ministerin: Moral wird sich nicht durch 
Regulierung herstellen lassen

Kiel (SHL). Körperschaften, rechtsfähige Anstalten und Stiftungen des Landes müssen sich finanzielle Zuwendungen, Darlehen und Nebenleistungen an Mitglieder ihrer Organe in Höhe, Art und Umfang vorerst nicht durch strengere Auflagen vorschreiben lassen. Am Donnerstag, 26. August 2004, scheiterte die FDP mit einem entsprechenden Antrag am Widerstand der Regierungskoalition und des SSW. Zuvor hatte der Sozialausschuss bereits die Ablehnung des Antrags empfohlen. Hintergrund war die so genannte "AOK-Affäre", bei der dem damaligen Vorstandsvorsitzenden von 1999 bis 2003 insgesamt vier Darlehen aus AOK-Mitteln in einer Gesamthöhe von 231.500 Euro gewährt wurden. Dies hatte zu Kritik an der verantwortlichen Rechtsaufsicht, dem Sozialministerium, geführt.

Während die SPD im Einklang mit der Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) auf den übermäßigen bürokratischen Aufwand verwies, den der FDP-Antrag nach sich ziehen werde, hagelte es aus den Reihen der Liberalen Kritik an den als unzureichend empfundenen bestehenden Regelungen. Nur ihretwegen habe sich die AOK über lange Zeit erfolgreich der Rechtsaufsicht entziehen können.

Nach Ansicht der CDU komme der Antrag einer Stärkung der Position der Versicherten gleich. Faktisch kontrollfreie Räume seien nicht hinnehmbar. Andeutungen über enge Verbindungen zwischen Mitarbeitern des Sozialministeriums als Rechtsaufsicht und der AOK, wurden von der Sozialministerin aufs schärfste kritisiert.

Die Grünen beurteilten den Antrag als gut gemeint aber unzureichend. Mit einem bloßen Appell sei es nicht getan. Der SSW verwies auf bestehende Kontrollorgane der AOK, deren Möglichkeiten nicht hinreichend ausgeschöpft worden seien. Trauernicht (SPD) forderte ein neues Selbstverständnis der Spitzenverdiener vom Umgang mit den ihnen anvertrauten Geldern. Moral werde sich nicht durch Regulierung herstellen lassen.

Hauptredner: Heiner Garg (FDP),  Siegrid Tenor-Alschausky (SPD), Werner Kalinka (CDU), Angelika Birk (Grüne), Silke Hinrichsen (SSW), Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD)

Hintergrund:
  Als Konsequenz aus der sogenannten "AOK-Affäre" - zwei Mitgliedern des AOK-Verwaltungsrates hatten dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Darlehen aus AOK-Mitteln in einer Gesamthöhe von 231.500 Euro genehmigt -  hat die FDP die Landesregierung im Februar aufgefordert, Maßnahmen zur Kontrolle von Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des Landes zu treffen. So sollen diese Institutionen den Mitgliedern ihrer Organe nur unter strengen Auflagen finanzielle Vorteile gewähren dürfen und entsprechende Regeln für die Vergabe von Zuwendungen in ihren Satzungen verankern. Gegen die Stimmen von Liberalen und FDP empfiehlt der federführende Sozialausschuss, den Antrag abzulehnen.

mehr Informationen: "plenum-online" - Februar 2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/februar2004/texte/
08_30_selbstverwaltung_psa.htm)

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