Auf dieser Seite: Unterrichts-Situation 2003/04

xxx

Top :
Bericht über die Unterrichtssituation im Schuljahr 2003/04
Bericht der Landesregierung
Drucksache: 15/3558
-Plenarprotokoll-

Bericht zur Unterrichtsversorgung führt zu bildungspolitischer Grundsatzdebatte
Regierung sieht Fortschritte / Opposition moniert
Benachteiligung lernschwacher Schüler

Kiel (lno/SHL). Die Unterrichtssituation an Schleswig-Holsteins Schulen hat sich nach Aussage von Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) verbessert. Das Modell der Verlässlichen Grundschule habe sich bewährt, das Unterrichtsvolumen sei um rund 2400 Stunden gestiegen, sagte die Ministerin am Donnerstag, 26. August, im Landtag. Zudem konnten 200 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen werden. Die Opposition mochte die positive Darstellung der Ministerin nicht ohne weiteres teilen: Sie kritisierte die ihrer Ansicht nach schlechte Lehrerausbildung und die Benachteiligung schwächerer Schüler.

Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Ekkehard Klug, bezeichnete dagegen die Unterrichtsversorgung an den Schulen in Schleswig-Holstein als nach wie vor "in manchen Bereichen unzulänglich". Trotz einem Mehr an Lehrerstellen seien in den Hauptschulen und Förderschulen weniger Unterrichtsstunden erteilt worden, sagte Klug. Die Kieler Regierungskoalition setze die langjährige Politik der Benachteiligung lernschwacher Schüler weiter fort: "Dies ist nichts anderes als Bildungsverweigerung zu Lasten der Schüler".

SSW: Soziales Erbe der Kinder durchbrechen

Sylvia Eisenberg von der CDU stellte fest, dass für eine Verbesserung der Unterrichtsversorgung der Landesregierung der Mut fehle. "Wird die Qualität der Lehrerausbildung tatsächlich dadurch verbessert, dass alle examinierten Studenten an den Schulen unterrichten dürfen, ohne dass sie von Mentoren ausreichend vorbereitet werden?", fragte sie beispielsweise in Bezug auf die Qualität der neuorganisierten Lehrerausbildung.

Henning Höppner (SPD) sah es dagegen als gelungen an, dass an den weiterführenden Schulen trotz gestiegener Schülerzahlen  die Unterrichtsversorgung auf einem konstant hohen Niveau gehalten werden konnte. Während die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Angelika Birk, die "Unterrichtsversorgung fast im grünen Bereich" sah, bemerkte Anke Spoorendonk (SSW) , "um das soziale Erbe von Kindern zu durchbrechen, kommen wir nicht umhin, uns auch mit den Strukturen unseres Schulwesens zu befassen".

Das Plenum überwies den Bericht an den Bildungsausschuss.

Hintergrund:
  Zahlen aus dem Bericht der Landesregierung: Im Schuljahr 2003 / 2004 wurden an den 1.055 allgemein bildenden Schulen Schleswig-Holsteins 329.575 Schüler unterrichtet, das waren 3.109 mehr als im Vorjahr. Rückläufig war die Anzahl der Schüler an Sonderschulen. Sie sank um 181 auf 11.619. Einen leichten Rückgang verzeichneten auch Schulkindergärten und Abendgymnasien.
  Zuwächse gab es dagegen an den Grundschulen mit 118.898 (plus 301), den Hauptschulen mit 44.644 (plus 471), den Realschulen mit 64.155 (plus 724), den Gymnasien mit 71.732 (plus 1.696) und den Gesamtschulen mit 16.932 (plus 525) Schülern. Auch die Anzahl der Einschulungen stieg um 1.215 auf 29.538.
  Das selbe Bild zeigte sich an den berufsbildenden Schulen des Landes: hier besuchten im vergangenen Schuljahr 83.041 junge Menschen den Unterricht, 1.518 mehr als 2002 / 2003.
  Um den steigenden Schülerzahlen Rechnung zu tragen, wurden laut Bericht 200 zusätzliche Lehrerstellen bereit gestellt. Insgesamt traten 1.281 neue Lehrerinnen und Lehrer in den Schuldienst ein. Damit betrug die Gesamtzahl der Lehrkräfte an allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen zusammen rund 24.900. Das Schüler-Lehrkraft-Verhältnis lag bei 18,6, dies bedeutet einen leichten Anstieg um 0,1 Punkte im Vergleich zu 2002 / 2003.
  Bei den durchschnittlichen Größen der Schulklassen verzeichnet der Bericht ebenso kaum größere Schwankungen. Die Anzahl der Schüler je Klasse an Realschulen blieb gegenüber 2002 / 2003 mit 23,8 unverändert, ebenso die Klassengröße an Grund- und Hauptschulen mit durchschnittlich 21,4 Schülern. An Gymnasien hatten die Klassen der Jahrgangsstufen 5-10 im Durchschnitt 24,6 Schüler gegenüber 24,5 im Vorjahr.
  Im länderweiten Vergleich lag damit die Anzahl der Schüler je Klasse in Schleswig-Holstein in allen Schularten niedriger als die durchschnittliche Klassengröße der Bundesländer.
  Für das Schuljahr 2004 / 2005 rechnet die Landesregierung mit 331.469 Schülern an allgemein bildenden Schulen, das bedeutet noch einmal einen neuen Höchststand. In den folgenden Jahren werde jedoch aufgrund der nachrückenden geburtenschwachen Jahrgänge eine stetig rückläufige Entwicklung der Schülerzahlen einsetzen. Ab 2009 dürften davon auch die berufsbildenden Schulen betroffen sein.

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

Aktuelles

Dringlichkeit: - - -

Regierungserklärung:
Sparkassen

Am Rand notiert:
"Ehemaligen-Besuch"

Herzlichen Glückwunsch

Gesetzentwürfe

2. Lesungen:

Lebensmittelsicherheit
 (Kurzmeldung)

1. Lesungen:

Landesbesoldung
Bestattungswesen
Verwaltungsstruktur
Gerichts-Präsidiumswahl
Wohnungswesen
 (Kurzmeldung)

Arbeit/Soziales / Gesundheit

Selbstverwaltung
Hartz IV
Pflegeheime / Pflegequalität
Gesundheitswesen
Bürgerbeauftragte
Petitionsausschuss
(Kurzmeldung)

Bildung / Kultur / Forschung

Unterrichts-Situation
Digitaler Rundfunk (DAB)
Haus der Kulturverbände
Danewerk
Schule und Jugendhilfe
(Kurzmeldung)

Inneres / Recht

Ämterverfassung
Ladenöffnungszeiten
Sicherheit in S-H

Agrar / Tourismus / Landesentwicklung

EU-Agrarreform
Milchpreise

Natur / Umwelt / Energie

Vogelschutzgebiet Eiderstedt

Wirtschaft / Verkehr / Technik

Verkehrs-Infrastruktur
Förderwettbewerb
(Kurzmeldung)

Finanzen

Sparkassenwesen
Vodafon/Mindestbesteuerung
NordwestLotto

Europa

Ostseeraum-Beauftragter
Schiffssicherheit Ostsee