Auf dieser Seite: Grünland  –  Öko-Landbau

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Top 20: 
Das Grünland muss gestärkt werden
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Drucksache: 16/196
-Plenarprotokoll-
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Weiterentwicklung der Förderung des ökologischen Landbaus
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD
Drucksache: 16/197, 16/232
-Plenarprotokoll-
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Grünland: Koalition steht zu geringerer Förderung

Kiel (SHL/02.09.) Die Landesregierung wird die finanzielle Unterstützung für Grünland-Betriebe nicht wieder anheben. Ein entsprechender Antrag der Grünen, die zu Zeiten der rot-grünen Regierung beschlossene höhere Förderung dieser naturschonenden Form der Landwirtschaft wieder herzustellen, fand im Plenum keine Mehrheit. Lediglich der SSW stimmte dem zu. CDU, SPD und FDP unterstützten stattdessen die von Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) beschlossene Änderung dieser Verordnung. Denn: Anstelle der Grünland-Förderung sei eine stärkere Unterstützung des Ackerbaus aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds notwendig.

In der neuen Landesverordnung hat die Regierung die Förderung für Ackerland von 283 Euro auf rund 300 Euro pro Hektar erhöht und die Grünlandprämie von 117 Euro auf 78 Euro pro Hektar abgesenkt. Laut EU-Plänen soll die Förderung der beiden Bewirtschaftungsarten bis zum Ende der Förderperiode 2013 angeglichen werden.

Grüne und SSW verwiesen in der Debatte auf die EU-Agrarreform, die nicht die Produktionsmenge, sondern den Erhalt der Natur in den Vordergrund stellt. Dies sei in Schleswig-Holstein besonders bedeutsam, denn hier werde auf bis zu 40 Prozent der Nutzfläche Graslandwirtschaft betrieben. Durch die Kürzungen der Landesregierung sei also eine landestypische Kulturlandschaft mit tausenden Arbeitsplätzen und großer Bedeutung für die regionale Wirtschaft gefährdet. Demgegenüber bezeichneten CDU, SPD, FDP und die Landesregierung den Schritt als notwendig. Ackerbetriebe seien ohnehin die Verlierer der EU-Agrarreform und litten unter dem Preisverfall bei Getreide.

Hauptredner: Karl-Martin Hentschel (Grüne), Klaus Klinckhamer (CDU), Henning Höppner (SPD), Günther Hildebrand (FDP), Lars Harms (SSW), Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU)

Hintergrund:
  Die Fraktion der Grünen fordert die Landesregierung auf, die bisherige "Landesverordnung zur Bestimmung des Wertverhältnisses für Dauergrünland" wieder in Kraft zu setzen.
  Landwirtschaftliche Nutzflächen werden in Grünland (extensiv genutzte Flächen, die für mindestens fünf Jahre zum Anbau von Gras oder Grünfutter genutzt werden) und Ackerland (Flächen mit Ackerfutter) unterschieden. Aus der jeweiligen Nutzungsart ergeben sich unterschiedliche Förderungen, die 2005 neu festgesetzt wurden. In der neuen Landesverordnung wurde die Förderung für Ackerland von 283 Euro auf rund 300 Euro pro Hektar erhöht, die Grünlandprämie von 117 Euro auf 78 Euro pro Hektar abgesenkt. Die Grünen befürchten, dass das Grünland zusehends umgebrochen wird, da die Flächennutzung als Ackerland für die Bauern einträglicher ist. Diese Entwicklung sehen sie als „ökologisch wie auch für den Gewässer- und Landschaftsschutz und für die Artenvielfalt hochgradig bedenklich" an. Aus diesem Grund fordert die Fraktion, dass die Prämie für die Bewirtschaftung von Dauergrünland wieder auf den früheren Betrag angehoben wird.
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Vor der Tagung am Freitag demonstrierten Öko-Bauern und -Verbände für eine naturnahe Landwirtschaft vor dem Landeshaus. Agrarminister Christian von Boetticher (CDU/am Mikrofon) erläutert seine Politik.

Förderung für landwirtschaftliche Öko-Betriebe umstritten
 Schwarz-Rot setzt Orientierung am
Bundesdurchschnitt durch

Kiel (SHL/02.09). Die Förderhöhe für schleswig-holsteinische Öko-Landbaubetriebe soll sich in Zukunft am Bundesdurchschnitt orientieren. Dies beschloss der Landtag mit breiter Mehrheit gemäß eines Antrags von CDU und SPD. Ursprünglich hatten die Grünen beantragt, die Höhe der finanziellen Hilfen für ökologisch wirtschaftende Betriebe anzuheben und an der Förderung bayerischer Biohöfe festzumachen. Dieses Ansinnen lehnte das Plenum jedoch in alternativer Abstimmung ab. Beim Förderniveau über das Jahr 2006 hinaus müssten die ab 2007 deutlich geringere finanzielle Ausstattung der Agrarprogramme der EU berücksichtigt werden, hieß es zur Begründung.

Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) forderte die Grünen auf, Vernunft und Augenmaß walten zu lassen, anstatt eine ideologische Debatte zu führen. Die Erhöhungs-Pläne der Grünen nannte er angesichts der zu erwartenden Kürzungen von "30 bis 50 Prozent" als unredlich. Karl-Martin Hentschel (Grüne) sprach dagegen von einer einseitigen Benachteiligung der Biobauern. Die positive Effekte des ökologischen Landbaus, wie etwa im Landschafts-, Klima- oder Bodenschutz, sparten letztendlich auch Steuern, argumentierte Hentschel.

Der Antrag der Grünen sei populistisch und missachte die Vorgaben der EU,  so Claus Ehlers (CDU). Wer verlange, die Förderung unverändert weiterzuführen, verkenne die Realität. Der Liberale Günther Hildebrand bezeichnete den Antrag der Grünen als überflüssig und undifferenziert. Nicht nur der Öko-Landbau sondern auch die konventionelle Landwirtschaft sei gut für Mensch und Tier.

"Wir wissen nicht, was ab 2007 passiert", gestand Henning Höppner von der SPD ein. In jedem Fall müsse eine Förderung müsse – wenn auch geringer – in Zukunft gesichert sein. Lars Harms vom SSW forderte dazu auf, sowohl konventionelle wie ökologische Wirtschaftsformen der Landwirtschaft zu fördern. Die Landesregierung müsse für Bauern, die sich an Agrar-Umwelt-Programmen beteiligen, alles aus den neuen EU-Bedingungen herausholen.

Laut Agrarbericht der Landesregierung für 2003 betreiben 400 der rund 19.000 schleswig-holsteinischen Bauernhöfe ökologischen Landbau. Der ökologisch bewirtschaftete Anteil an der gesamten Agrarfläche betrug damit 2,3 Prozent.

Hintergrund:
  Die Grünen fordern die Landesregierung auf, auch in Zukunft die ökologische Landwirtschaft zu fördern. Sie verweisen darauf, dass der ökologische Landbau ein "Wachstumsmotor" für die ländlichen Räume sei und bemängeln, dass Öko-Betriebe geringere Fördersätze erhielten als konventionell wirtschaftende.
  Hintergrund des Antrags ist die Ankündigung des Landwirtschaftsministeriums, zunächst keine Entscheidungen über neue Öko-Förderanträge zu fällen und Alt-Verträge nur bis Ende 2006 zu verlängern. Die Landesregierung begründet dies mit dem Beginn einer neuen EU-Förderperiode ab 2007, deren genaue Bedingungen erst im Herbst 2006 feststünden.
  Ein nachgereichter Antrag von CDU und SPD fordert dazu auf, die hiesigen Öko-Betriebe auf Höhe des Bundesdurchschnitts fortzuführen. Die Grünen hatten hierbei Bayern zum Maßstab genommen. Die endgültige Förderung soll im Rahmen der Nachfolgeprogramme von ZAL (Zukunft auf dem Land) entschieden werden.
  Laut Agrarbericht der Landesregierung für 2003 betreiben 400 der rund 19.000 schleswig-holsteinischen Bauernhöfe ökologischen Landbau. Der ökologisch bewirtschaftete Anteil an der gesamten Agrarfläche betrug damit 2,3 Prozent.  
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