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Auf
dieser Seite: Minderheitenschutz
/ Verfassung
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Top 12
Entwurf
eines Gesetzes zur Änderung der Verfassung
des Landes Schleswig- Holstein (betr. Minderheitenschutz)
Gesetzentwurf
der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, SPD, der Abgeordneten
des
SSW, der Piraten-Fraktion und der FDP - Drs. 18/93(neu/2.Fassung)
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Im sechsten Anlauf
stehen
Sinti und Roma dicht vor der
Aufnahme in die Verfassung
Kiel (SHL/23.08.)
Die Volksgruppe der Sinti und Roma in Schleswig-Holstein haben im
nunmehr sechsten parlamentarischen Anlauf gute Aussichten, künftig
wie Dänen und Friesen als Minderheit unter den Schutz der
Landesverfassung gestellt zu werden. Grüne, SPD, SSW, Piraten und
FDP, die den entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt haben, stellen
gemeinsam 47 Parlamentarier. Vorausgesetzt alle Abgeordneten dieser
Fraktionen stimmen in der Zweiten Lesung geschlossen zu, dann ist die für eine
Verfassungsänderung notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit beisammen.
"Der Schutz ist ein wichtiges Symbol.
Es geht um die Anerkennung einer Volksgruppe, die Jahrhunderte lang
verfolgt wurde", sagte Rasmus Andresen von den Grünen, die die
Gesetzesinitiative angestoßen hatten.
Für die CDU räumte Fraktionschef
Johannes Callsen ein, dass es in seiner Fraktion weiterhin Bedenken
gebe, ob Sinti und Roma als eine landesspezifische Minderheit
angesehen werden können. "Selbst in Niedersachsen,
Baden-Württemberg und Bayern, wo größere Gruppen leben, werden
die Sinti und Roma in der Landesverfassung nicht näher
erwähnt", sagte Callsen.
Zuletzt war die Aufnahme der Sinti und
Roma in die Verfassung im Juni vergangenen Jahres an den
Enthaltungen von CDU und FDP gescheitert. Im Lande leben etwa 5.000
Sinti und Roma, hauptsächlich in Kiel, Lübeck sowie im Hamburger
Randgebiet. Die Minderheit ist seit rund 600 Jahren im Lande
ansässig.
Die Ausschüsse Innen- und Recht sowie
Europa bereiten die Zweite Lesung vor.
Weitere Redner:
Birte Pauls (SPD), Wolfgang Kubicki (FDP), Angelika Beer (Piraten),
Lars Harms (SSW), Ministerpräsident Torsten Albig (SPD)
Hintergrund:
SPD, Grüne
und SSW unternehmen einen erneuten Anlauf, die Sinti und
Roma im Lande unter den Schutz der Landesverfassung zu
stellen. Nach dem Plan der Regierungskoalition soll
Artikel 5, der zurzeit die dänische Minderheit und die
friesische Volksgruppe erwähnt, entsprechend ergänzt
werden. Demnach soll es künftig heißen: "Die
nationale dänische Minderheit, die Minderheit der
deutschen Sinti und Roma und die friesische Volksgruppe
haben Anspruch auf Schutz und Förderung."
Zuletzt
war dieser Vorstoß im Juni letzten Jahres am Widerstand
der damaligen schwarz-gelben Koalition gescheitert.
Insbesondere die CDU hatte Bedenken: Die Sinti und Roma
seien in allen Bundesländern beheimatet und daher keine
spezifisch schleswig-holsteinische Bevölkerungsgruppe.
Der Koalitionspartner FDP, der das Anliegen zuvor
unterstützt hatte, enthielt sich bei der Abstimmung aus
Rücksicht auf den Koalitionspartner.
Um
die Verfassung zu ändern, ist die Zustimmung von zwei
Dritteln der Abgeordneten, also 46 von 69 Parlamentariern
nötig. Das rot-grün-blaue Bündnis kommt gemeinsam auf
35 Stimmen.
Vorherige
Debatte zum Thema (17. Wahlperiode):
plenum-online Juni
2011
Stichwort:
Minderheiten in Schleswig-Holstein und Dänemark
Dänen:
Die dänische Minderheit in Südschleswig besteht aus etwa 50.000 Menschen. Zu ihren wichtigsten Institutionen zählt der SSW als politische Vertretung mit derzeit vier Sitzen im Landtag sowie zahlreichen kommunalen Mandaten. Der Südschleswigschen Vereinigung SSF sind 24 Vereine mit 13.000 Mitgliedern sowie weitere kulturelle und soziale Institutionen angeschlossen. An den 48 Schulen des dänischen Schulvereins werden rund 5.700 Schüler unterrichtet. Die 55 Kindergärten betreuen 1.900 Kinder.
Nordfriesen:
Gut 50.000 Menschen im Nordwesten des Landes fühlen sich als Nordfriesen � das ist ein Drittel der Bevölkerung in diesem Gebiet. Etwa 10.000 Menschen haben aktive und etwa doppelt so viele passive friesische Sprachkenntnisse. Die kulturelle Identität wird unter anderem vom Friesenrat, vom Nordfriesischen Verein und von der Friisk Foriining hoch gehalten. Zentrale Institution zur Bewahrung der Kultur ist das Nordfriesische Institut in Bredstedt. Etwa 700 Kinder in 16 Kindergärten sowie 1.200 Schüler an 24 Schulen erhalten Friesisch-Unterricht.
Sinti und Roma:
Im Lande leben etwa 5.000 Sinti und Roma, hauptsächlich in Kiel, Lübeck sowie im Hamburger Randgebiet. Träger der politischen und kulturellen Arbeit ist der Verband der Deutschen Sinti und Roma, Landesverband Schleswig-Holstein mit Sitz in Kiel-Elmschenhagen. Vorrangiges Ziel ist die Aufnahme des Schutzes und der Förderung der Minderheit in die Landesverfassung.
(Quelle:
Minderheitenberichte der Landesregierung)
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