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Auf dieser Seite: Schulentwicklung / Unterrichtsausfall   

Top 28
Schulische Entwicklung in Schleswig-Holstein

Antrag der Fraktion der CDU - Drucksache 18/96 
      Aufruf gemeinsam mit:
Top 29
Unterrichtsausfall an den Schulen

Antrag der Fraktion der CDU  - Drucksache 18/97 

Bildungsministerin setzt auf Dialog,
Opposition spricht von Planlosigkeit

Kiel (SHL/23.08) Wie im Koalitionsvertrag angekündigt will die rot-grün-blaue Landesregierung an Schleswig-Holsteins Schulen 300 Lehrerstellen erhalten und damit die von der Vorgängerregierung vorgenommene Streichung von 600 Planstellen halbieren. In einem von der CDU beantragten mündlichen Bericht kündigte die parteilose Bildungsministerin Waltraud Wende (Foto) an, dass 180 dieser zu erhaltenden Stellen auf die Gemeinschaftsschulen entfallen sollen, 120 seien für den Inklusionsunterricht an Grundschulen und Berufsschulen gedacht. Grundsätzlich versprach die Ministerin, in einen offenen Dialog über die Zukunft der Schullandschaft in Schleswig-Holstein treten zu wollen. Der Auftakt werde am 8. September mit einer großen Bildungskonferenz gemacht - erst danach seien weitere schulpolitische Entscheidungen zu erwarten.

In der Aussprache wiederholten das Regierungslager auf der einen Seite und CDU und FDP auf der anderen Seite ihre Argumente aus dem Wahlkampf: Während die beiden Oppositionsfraktionen vor einer Benachteiligung der Gymnasien und Regionalschulen warnten, warben die Vertreter der Koalition für ein Schulsystem, an dem "Chancengleichheit" herrsche.

Heftig gestritten wurde über das Thema Unterrichtsausfall. Bildungsministerin Wende bezeichnete die von der Vorgängerregierung kurz vor der Wahl vorgenommene Verdoppelung des Vertretungsfonds auf 24 Millionen Euro als "populistisch", dessen Volumen zudem von den Schulen nicht ausgeschöpft werde. Sie kündigte ein neues Konzept an, wenn sie sich ein genaues Bild über den Unterrichtsausfall verschafft habe.

Schwarz-Gelb üben Kritik und
werfen Wende Planlosigkeit vor

Redner von Union und Liberalen warfen der Regierung daraufhin Planlosigkeit vor. Zudem rieben sich die Oppositionsfraktionen daran, dass der Vertretungsfonds halbiert werden soll. Dies sei falsch, so die CDU-Abgeordnete Heike Franzen (Foto). Aus dem Fonds seien bereits "acht Millionen Euro" abgerufen worden. Anita Klahn (FDP) verglich die Pläne der Landesregierung als eine Schultüte mit einem schwarzen Loch, in dem Dinge wie der Schulfrieden verschwinden würden.

Anke Erdmann (Grüne) und Martin Habersaat (SPD) zeigten sich dagegen erfreut über den neuen Stil in der Bildungspolitik. Mit dem Dialog-Forum Anfang September betrete die Koalition "Neuland". Erdmann bezeichnete zudem die Kritik von Union und FDP nach nicht mal 100 Regierungstagen, wonach es der neuen Landesregierung an einem Konzept gegen den Unterrichtsausfall fehle, als "unverfroren". Und Jette Waldinger-Thiering (SSW) warf CDU und FDP vor, das Schulgesetz von 2007 nicht weiterentwickelt zu haben. Die Situation an den Schulen werde "von Frustration und Unsicherheit geprägt". Für die Koalition gehe es nun verlorengegangenes Vertrauen wieder aufzubauen.

Piraten verlangen konkrete Daten

Einen ganz anderen Akzent beim Thema Unterrichtsausfall setzten die Piraten. Wolfgang Dudda fragte in einem Kurzbeitrag nach dem Krankenstand und den Krankheiten von Lehrern. Erkenntnisse darüber könnten womöglich für eine Verbesserung der Unterrichtsversorgung sorgen, so der Piraten-Abgeordnete.

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Hintergrund:

Abitur nach acht oder neun Jahren, Lernen in der Gemeinschafts- oder in der Regionalschule: Die Christdemokraten im Landtag wollen wissen, wie sich die Schullandschaft unter der neuen Landesregierung entwickeln soll und verlangen einen mündlichen Bericht über die geplanten Veränderungen.

In ihrem Koalitionsvertrag haben sich Sozialdemokraten, Grüne und SSW auf ein Zwei-Wege-Modell von Gymnasium und Gemeinschaftsschule geeinigt. Regionalschulen sollen sich zu Gemeinschaftsschulen entwickeln. Dieses Ziel hatte sich die Vorgängerregierung aus CDU und FDP ebenfalls gesteckt, allerdings mit längeren Fristen.

Für Gymnasien will die Nord-Ampel eine achtjährige Schulzeit einführen. An Gemeinschaftsschulen sollen die Schüler nach neun Jahren das Abitur machen. Bereits genehmigte G9-Gymnasium erhalten "Bestandsschutz". Schulen, die das Y-Modell verfolgen, also ihr Abitur nach acht und neun Jahren anbieten, müssen sich für einen Weg entscheiden.

   Thema Unterrichtsausfall: Regierungsbündnis
   hat Handlungspaket angekündigt

Außerdem hakt die CDU nach, wie die Koalition den Unterrichtsausfall bekämpfen will. Das Regierungsbündnis hat in seinem Koalitionsvertrag bereits angekündigt, noch in diesem Jahr mit einem Handlungspaket gegen das Problem vorzugehen. Einem Regierungsbericht der damaligen schwarz-gelben Regierung zufolge fielen im Schuljahr 2010/ 2011 an den Gymnasien 2,97 Prozent der Stunden aus und damit mehr als im Jahr zuvor. An den Grundschulen war der Unterrichtsausfall am niedrigsten und erreichte einen Wert von 0,65 Prozent. Elternvertreter haben den Zahlen allerdings widersprochen und gehen davon aus, dass vor allem an den Gymnasien deutlich mehr Schulstunden ausfallen - etwa wenn Vertretungslehrer nicht den geplanten Fachunterricht geben.

Vorherige Debatten zum Thema:
plenum-online
April 2012März 2012Februar 2012

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