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Auf dieser Seite: Lehramts-Studiengänge   

Top 32
Neuordnung der Lehramts-Studiengänge

Antrag der Fraktion der CDU - Drucksache 18/100 
Änderungsantrag der Fraktionen von SPD, B90/Die Grünen und der 
Abgeordneten des SSW - Drucksache 18/128
Änderungsantrag der Fraktion der FDP - Drucksache 18/133

Scharfe Kritik der Union
an neuem Stufenlehrer-Konzept

Kiel (SHL/23.08.) Die CDU ist mit ihrem Antrag, das im März beschlossene Konzept zur Neuordnung der Lehramts-Studiengänge für Regional- und Gemeinschaftsschulen und Grundschulen an der Universität Flensburg umzusetzen, bei der neuen Regierungskoalition abgeblitzt. Die Nord-Ampel setzt auf das sogenannte Stufenlehrer-Konzept. Angehende Pädagogen sollen demnach nicht mehr für einzelne Schularten, sondern für verschiedene Altersstufen ausgebildet werden. Die Ausbildung für die Grundschule und die Sekundarstufe I, also die Klassen 5 bis 10, soll in Flensburg stattfinden, während die Kieler Uni für die Oberstufe zuständig sein soll.

Hintergrund: Ende 2013 läuft die Akkreditierung der derzeitigen Lehramts-Studiengänge durch ein unabhängiges Fachinstitut aus. Die Studiengänge in Flensburg müssen daher umgestaltet und an die Veränderungen im Schulsystem angepasst werden. Die Uni an der dänischen Grenze brauche jetzt Planungssicherheit und politische Rückendeckung, mahnte der hochschulpolitische Sprecher der CDU, Daniel Günther. "Bei einer Verzögerung riskiert die Universität Flensburg, dass sie ab dem Wintersemester 2013/14 keine Studierenden mehr aufnehmen kann."

Wende: "In zwei Jahren haben wir eine Lehrerausbildung, 
mit der wir uns sehen lassen können"

"Was in dem Antrag steht, ist längst Realität", konterte Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos). Als ehemalige Präsidentin der Flensburger Uni könne sie sagen, dass die Reform dort gelungen ist. Nun solle auch mit der Kieler Uni ein Konzept in diesem Bereich erarbeitet werden. "In zwei Jahren haben wir eine Lehrerausbildung, mit der wir uns sehen lassen können", sagte Wende.

Rasmus Andresen (Grüne) forderte die Hochschulen auf, eine Mobilitätsvereinbarung zu verhandeln. "Es kann doch nicht sein, dass es in der Hand von einzelnen Professoren liegt, ob Prüfungsleistungen der jeweiligen anderen Universität anerkannt werden oder nicht." In die gleiche Kerbe schlug Jette Waldinger-Thiering (SSW). Sie kündigte ein neues Lehrerbildungs-Gesetz an, mit dem Kooperationen von Unis gestärkt werden sollen.

"Das entscheidende Kriterium ist das Alter der Kinder, nicht die Schule, auf der sie gelandet sind", lobte Martin Habersaat (SPD) die Vorteile des Stufenmodells. Trotzdem würden weiter Lehrer für Grundschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien ausgebildet, sagte er.

Lehrerausbildung bleibt mit 
Masterstudiengang verbunden

Die FDP scheiterte mit ihrer Forderung, das Lehramtsstudium mit einem Staatsexamen statt mit einem Masterstudiengang zu verbinden. "Wir haben bereits in der Vergangenheit davor gewarnt, dass bei einer Verlängerung des Studiums auf zehn Semester dem Land finanzielle Mehrverpflichtungen drohen, die nicht abgedeckt sind", sagte Christopher Vogt.

Die Piraten beteiligten sich nicht an der Debatte.

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Hintergrund:
Bis Ende nächsten Jahres müssen die Lehramts-Studiengänge an der Uni Flensburg umgestaltet und an die Veränderungen im Schulsystem angepasst werden - dann läuft die jetzige Akkreditierung für die Hochschule durch ein unabhängiges Fachinstitut aus. Die CDU pocht auf die Absprachen, die die alte schwarz-gelbe Landesregierung im März dieses Jahres mit der Uni getroffen hat. Aber SPD, Grüne und SSW haben andere Pläne.

Laut den Zielsetzungen, die die Vorgängerregierung mit der Universität auf den Weg gebracht hat, soll ab dem Wintersemester 2013/14 ein neues Lehramt für Regional- und Gemeinschaftsschulen sowie ein eigenständiges Lehramt für Grundschulen entstehen. Die Studiengänge gliedern sich in einen sechssemestrigen Bachelor-Studiengang sowie zwei jeweils viersemestrige Master-Studiengänge. Angehende Lehrer sollen zudem in längeren Praktika als bisher auf den Alltag im Klassenraum vorbereitet werden. In der Masterphase erhöht sich die Dauer des Blockpraktikums von bislang sechs Wochen auf insgesamt 14 Wochen.

   Rot-Grün-Blau will noch in diesem Jahr ein
   Lehrerbildungsgesetz vorlegen

Die Nord-Ampel setzt dagegen auf den sogenannten Stufenlehrer: Angehende Pädagogen sollen nicht mehr für einzelne Schularten, sondern stattdessen für verschiedene Altersstufen ausgebildet werden. "Ziel ist es, neben dem Lehramt für die Primarstufe einen Studiengang für die Sekundarstufen I und II zu schaffen", heißt es im Koalitionsvertrag. Die Ausbildung für die Sekundarstufe I, also die Klassen 5 bis 10, soll in Flensburg stattfinden, während die Kieler Uni für die Oberstufe zuständig sein soll. "Die Kooperation und Mobilität zwischen den beiden Hochschulen muss erhöht werden, sie sollen gemeinsam bis Ende 2013 ein Konzept erstellt haben", heißt es weiter. Den rechtlichen Rahmen will Rot-Grün-Blau "noch 2012" in einem Lehrerbildungsgesetz schaffen.

Letzte Debatte zum Thema (17. Wahlperiode): plenum-online April 2012

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