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Auf
dieser Seite: Studiengebühren
- Zielvereinbarung mit Hochschulen
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Top 09:
Entwurf eines Gesetzes
über die Studiengebühren an staatlichen Hochschulen des Landes
Schleswig-Holstein (Studiengebührengesetz - StudienGebG)
Gesetzentwurf der Fraktion
der FDP |
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Top 42:
Bericht der
Landesregierung an den Landtag gemäß § 15a Abs. 3 in Verbindung
mit Absatz 1 Nr. 4 HSG zur Festlegung der Höhe der Landesmittel
in den Zielvereinbarungen mit den Hochschulen
Bericht der Landesregierung |
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Studiengebühren:
Erneuter Vorstoß der FDP läuft wieder ins Leere
Bummelstudenten können
weiter durchatmen
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Kiel (SHL). Die Liberalen
geben nicht auf: Geht es nach dem Willen der FDP, so werden
Langzeitstudenten an schleswig-holsteinischen Hochschulen
künftig Studiengebühren zahlen müssen. Am Mittwoch, 10.
Dezember legte die Fraktion erneut einen Gesetzentwurf vor,
demnach Studenten, die fünf Semester nach Ablauf der
Regelstudienzeit noch keine Abschlussprüfung abgelegt haben,
Gebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester berappen sollen.
Der Landtag lehnte dies ab und richtete fraktionsübergreifende Kritik
an die Liberalen. Tenor: Der Antrag sei nahezu wortgleich bereits mehrfach diskutiert und
abgelehnt worden.
Der FDP-Abgeordnete Ekkehard Klug
rechtfertigte die erneute Initiative seiner Partei mit der
Feststellung, dass sich an schleswig-holsteinischen Hochschulen
4.070 Studierende im 15. oder einem höheren Semester befänden.
Studiengebühren für Langzeitstudenten könnten jährliche
Einnahmen von 2,4 Millionen Euro in die Kassen der
Universitäten spülen, so Klug.
Das Modell der Studiengebühren
für Langzeitstudierende verfehle nach wie vor den Sinn von
Studiengebühren, erklärte dagegen der SPD-Abgeordnete Jürgen
Weber. Der Gesetzentwurf führe nicht zu mehr
Studiengerechtigkeit. Das Beispiel Hessen zeige zudem: Die
Einnahmen kämen nicht hauptsächlich den Hochschulen zu gute.
"Und jährlich grüßt das
Murmeltier", kommentierte Jost de Jager (CDU) den
neuerlichen FDP-Gesetzentwurf. Er räumte jedoch ein: "Wir
haben keine ideologischen Schwierigkeiten mit
Studiengebühren". Diese müssten allerdings allgemein vom
ersten Semester an erhoben werden. Dies bringe den erhofften
Lenkungseffekt. Das
FDP-Modell werde auch von den Hochschulen abgelehnt, weil es zu
verwaltungsintensiv sei, so de Jager.
Grüne: Mehr
Studenten werden gebraucht
Schleswig-Holstein habe nicht zu
viele, sondern zu wenige Studierende, so Angelika Birk (Grüne).
Es gelte, die Hochschullandschaft um- und nicht abzubauen. Nur
die Neuordnung des Studiums etwa durch Bachelor- und
Masterstudiengänge biete neue Anreize, zügig zu studieren.
Studiengebühren hingegen seien abschreckend.
Auch Anke Spoorendonk (SSW)
befand, dass die Einführung von Studiengebühren lediglich die
Zahl der Studierenden senke und Studierwillige aus mittleren und
unteren Einkommensgruppen abschrecke. Sie forderte dagegen eine
allgemeine, elternunabhängige Studienförderung. Der
Gesetzentwurf sei das falsche Instrument zum falschen Zeitpunkt.
Ministerin vermisst neue Argumente
Bildungsministerin Ute
Erdsiek-Rave konnte keine Neuerungen in dem Gesetzentwurf
erkennen. Wichtige Verbände wie die Gewerkschaft Erziehung und
Wissenschaft und der Deutsche Hochschulverband hätten das
Gesetz bereits abgelehnt. "Sie haben kein einziges neues
Argument präsentiert", warf sie der FDP vor. Die Erhebung
der Gebühren erfordere einen hohen Verwaltungsaufwand, der die
erwarteten Einnahmen deutlich reduziere.
Der Gesetzentwurf wurde
einstimmig an den Bildungssausschuss überwiesen.
Hintergrund:
Der
FDP-Gesetzentwurf sieht die Einführung von Studiengebühren
an schleswig-holsteinischen Hochschulen vor. Die Liberalen
beabsichtigen, jedem Studenten ein
"Bildungsguthaben" in Höhe der Regelstudienzeit
des gewählten Studiums zuzüglich eines Prüfungssemesters
sowie vier weiterer Semester zuzugestehen. Wer nach Ablauf
dieser Frist keinen Abschluss erreicht hat, soll pro
Semester 500 Euro an die Hochschule zahlen. Gasthörer
sollen pro Semester 100 Euro aufbringen.
mehr
Informationen zu Debatten um Studiengebühren:
plenum-online,
Mai 2003; plenum-online,
Juni 2003(www.sh-landtag.de/plenumonline/mai2003/texte/
03_22_unigebuehren_ferien.htm;
www..sh-landtag.de/plenumonline/juni2003/texte/
07_13_hochschule_zentralabi.htm)
Jüngste
Umfrage zu Studiengebühren:
(dpa) - Knapp ein Drittel der an deutschen Universitäten eingeschriebenen Studenten wäre nach einer Umfrage bereit,
Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester zu akzeptieren.
Voraussetzung wäre, dass sie die aufgelaufene Summe erst nach
Eintritt ins Berufsleben schrittweise abbezahlen müssten. Wie die am
Samstag veröffentlichte Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des
Magazins «Uni-Spiegel» ergab, lehnt die überwiegende Mehrheit von 69
Prozent Studiengebühren ab. Drei Viertel der 1004 Befragten glauben
überdies nicht, dass die Einführung von Studiengebühren zu einer
qualitativen Verbesserung des Studiums führen würde.
Die Erhebung von Studiengebühren für ein Erststudium ist den
Ländern derzeit per Gesetz verboten. Mehrere unionsgeführte
Landesregierungen klagen dagegen derzeit vor dem
Bundesverfasungsgericht in Karlsruhe.
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Zielvereinbarung
mit Hochschulen: Regierung bekräftigt Zusagen
Landtag stimmt Landesmitteln für Hochschulen zu
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Kiel (SHL). Schleswig-Holsteins
Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) hat bekräftigt, sich
an die Zusagen der Regierung im Rahmen der Zielvereinbarungen
mit den Hochschulen zu halten. D em
Vorschlag der Erichsen-Kommission folgend hatte das Land mit
den schleswig-holsteinischen Hochschulen einen Vertrag
vereinbart,
der ihnen eine fünfjährige Planungssicherheit zusichert. Im
Gegenzug sollen die Bildungseinrichtungen Leistungen zur
Verbesserung der Studienstrukturen erbringen. Über die finanziellen Zusagen der Landesregierung gegenüber
den Hochschulen legte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD)
am Mittwoch, 10. Dezember, einen Bericht vor. Demnach wird die
Kieler Universität 2004 mit rund 138 Millionen Euro durch das Land
bezuschusst, die Uni Lübeck mit rund 21 Millionen Euro. Besoldungs-
und Tariferhöhungen - ab 2005: zwei Prozent jährlich - werden
für fünf Jahre vollständig durch das Land übernommen.
Zudem
stellt das Land laut Bericht im Rahmen eines Innovationsfonds
(2004: 3,1
Millionen Euro, 2005-2008: jährlich 5 Millionen Euro) Mittel
zur Verfügung, mit denen zukunftsweisende Vorhaben gefördert werden.
Sollten die Hochschulen durch Umstrukturierungsprozesse
Einsparungen erzielen, sollen diese im Hochschulsystem
verbleiben. Und: An den schleswig-holsteinischen
Hochschulen werde es für die Zeit bis 2005 keine Haushalts- und
Stellenbesetzungssperren geben. Die Opposition
kritisierte, das Parlament habe nicht genug Einfluss auf die
Zielvereinbarung nehmen können.
Stimmen aus der Debatte:
Bildungsministerin Ute Erdsiek Rave: „Statt, wie in anderen Bundesländern, mit dem Rasenmäher Kürzungen durchzusetzen, haben wir uns mit den einzelnen
Hochschulen auf ihr zukünftiges Profil verständigt. Und wir geben den Hochschulen die notwendigen Mittel, damit sie die
verabredeten Schwerpunkte bilden und sich international behaupten können“.
"Die Vereinbarungen sind ein Erfolg für beide
Seiten."
Jost de Jager (CDU): "Das Parlament hat nicht genügend
Einfluss auf die Zielvereinbarungen nehmen können. (…) Die
Hochschulen wissen nicht, nach welcher Methode die Mittel aus
dem Innovationsfond zugeteilt werden. Die Hochschulen mussten
zustimmen, wir werden nicht zustimmen."
Jürgen Weber (SPD): "Die Zielvereinbarungen haben eine
hohe Akzeptanz in den Hochschulen gefunden. (…) Die Förderung
durch die Landesregierung muss mit Strukturveränderungen durch
die Hochschulen verbunden werden. Das zwischen Hochschulen und
Landesregierung vereinbarte Abkommen kann sich sehen lassen und
hat fast kein Beispiel in dieser Republik. Wir haben hier im
Lande einen konstruktiven Dialog zwischen Hochschulen und
Landesregierung geschaffen."
Ekkehard Klug (FDP): "Wir müssen hier eine Entscheidung
treffen, ohne in den inhaltlichen Diskussionsprozess hinreichend
eingebunden gewesen zu sein. (…) Die Hochschulen haben bis
2008 vernünftige Planungssicherheit. Das ist ein enormer
Vorteil für die Hochschulen". Doch: "Wir halten die
Grundausstattung der Hochschulen schon jetzt für unzureichend.
Wir wollen eine höhere Grundausstattung der Hochschulen
erreichen. (…) Bei den Bachelor- und Masterstudiengängen
droht eine Hoppla Hopp –Geschichte. Das droht gewaltig in die
Binsen zu gehen."
Angelika Birk (Grüne): "Es ist ein großer Tag für die
Hochschulen und für das Land. (…) In Schleswig-Holstein
beginnen umfassende Reformen. Anstatt kleingeistig nach hinten
zu schauen, gilt es jetzt, nach vorne zu blicken. Mit den
Hochschulgesetz-Änderungen beginnt eine neue Phase der
Hochschulgestaltung."
Anke Spoorendonk (SSW): "Bildungsanstrengungen müssen
mit den entsprechenden finanziellen Mitteln unterfüttert
werden. Die Hochschulen haben bewiesen, dass sie grundsätzlich
zu Reformen bereit sind. Der Hochschulvertrag ermöglicht den
Hochschulen mehr Eigeninitiative. Wir stehen zum
Hochschul-Standort Eckernförde. Wir müssen aber auch
akzeptieren, wie die Realität aussieht. Die Hochschulen müssen
zeigen, was sie bis 2008 erreichen können."
Abstimmung in der Sache:
Angenommen mit den Stimmen von
Rot-Grün, SSW und FDP gegen CDU.
Hintergrund:
Bildungsministerium und Landesrektorenkonferenz
haben sich im Juli auf einen Vertragsentwurf zur
Umstrukturierung der schleswig-holsteinischen
Hochschullandschaft geeinigt. Die neun Unis im Lande
erhalten mehr Planungsspielraum und finanzielle
Rückendeckung des Landes. Im Gegenzug sollen sie die
Reform-Vorschläge der so genannten Erichsen-Kommission
umsetzen.
Das Land gibt für die Dauer von fünf Jahren die
Zusicherung, sämtliche Tarif- und Besoldungserhöhungen
zu finanzieren. Jährliche Kosten: fünf Millionen Euro.
Zusätzlich wird ein Innovationsfonds eingerichtet, der
ebenfalls mit rund fünf Millionen Euro pro Jahr zu Buche
schlägt. Die verbindlichen Stellenpläne werden für drei
Jahre ausgesetzt.
Die Rektoren verpflichten sich demgegenüber auf
eine Zielvereinbarung. Inhalt: Die Erichsen-Vorschläge
zur Konzentration der Ausbildung auf bestimmte Fächer und
Studienorte sollen umgesetzt werden. Knackpunkte hierbei
sind unter anderem die Verlagerung der
Realschullehrer-Ausbildung von Kiel nach Flensburg und die
Auflösung des Architektur-Standorts Eckernförde
zugunsten von Lübeck.
Zur Finanzierung der Hochschulen sind im
Haushaltsentwurf 2004 insgesamt rund 251 Millionen Euro
veranschlagt. Davon erhält die Christian Albrechts
Universität Kiel rund 134 Millionen. Die Uni Lübeck und
die FH Kiel jeweils circa 19 Millionen und die
Fachhochschulen in Lübeck und Flensburg gut 13
beziehungsweise gut 11 Millionen.
mehr
Informationen: "plenum-online",
September 2003
(www.sh-landtag.de/plenumonline/september2003/texte/
27_49_hochschulmodernisierung.htm)
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