Auf dieser Seite: Studiengebühren - Zielvereinbarung mit Hochschulen

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Top 09: 
Entwurf eines Gesetzes über die Studiengebühren an staatlichen Hochschulen des Landes Schleswig-Holstein (Studiengebührengesetz - StudienGebG)
Gesetzentwurf der Fraktion der FDP

Drucksache: 15/2991
-Plenarprotokoll-
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Top 42: 
Bericht der Landesregierung an den Landtag gemäß § 15a Abs. 3 in Verbindung mit Absatz 1 Nr. 4 HSG zur Festlegung der Höhe der Landesmittel in den Zielvereinbarungen mit den Hochschulen
Bericht der Landesregierung
Drucksache: 15/3084
-Plenarprotokoll-
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Studiengebühren: Erneuter Vorstoß der FDP läuft wieder ins Leere
Bummelstudenten können weiter durchatmen

Kiel (SHL). Die Liberalen geben nicht auf: Geht es nach dem Willen der FDP, so werden Langzeitstudenten an schleswig-holsteinischen Hochschulen künftig Studiengebühren zahlen müssen. Am Mittwoch, 10. Dezember legte die Fraktion erneut einen Gesetzentwurf vor, demnach Studenten, die fünf Semester nach Ablauf der Regelstudienzeit noch keine Abschlussprüfung abgelegt haben, Gebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester berappen sollen. Der Landtag lehnte dies ab und richtete fraktionsübergreifende Kritik an die Liberalen. Tenor: Der Antrag sei nahezu wortgleich bereits mehrfach diskutiert und abgelehnt worden.

Der FDP-Abgeordnete Ekkehard Klug rechtfertigte die erneute Initiative seiner Partei mit der Feststellung, dass sich an schleswig-holsteinischen Hochschulen 4.070 Studierende im 15. oder einem höheren Semester befänden. Studiengebühren für Langzeitstudenten könnten jährliche Einnahmen von 2,4 Millionen Euro in die Kassen der Universitäten spülen, so Klug.

Das Modell der Studiengebühren für Langzeitstudierende verfehle nach wie vor den Sinn von Studiengebühren, erklärte dagegen der SPD-Abgeordnete Jürgen Weber. Der Gesetzentwurf führe nicht zu mehr Studiengerechtigkeit. Das Beispiel Hessen zeige zudem: Die Einnahmen kämen nicht hauptsächlich den Hochschulen zu gute.

"Und jährlich grüßt das Murmeltier", kommentierte Jost de Jager (CDU) den neuerlichen FDP-Gesetzentwurf. Er räumte jedoch ein: "Wir haben keine ideologischen Schwierigkeiten mit Studiengebühren". Diese müssten allerdings allgemein vom ersten Semester an erhoben werden. Dies bringe den erhofften Lenkungseffekt. Das FDP-Modell werde auch von den Hochschulen abgelehnt, weil es zu verwaltungsintensiv sei, so de Jager.

Grüne: Mehr Studenten werden gebraucht

Schleswig-Holstein habe nicht zu viele, sondern zu wenige Studierende, so Angelika Birk (Grüne). Es gelte, die Hochschullandschaft um- und nicht abzubauen. Nur die Neuordnung des Studiums etwa durch Bachelor- und Masterstudiengänge biete neue Anreize, zügig zu studieren. Studiengebühren hingegen seien abschreckend.

Auch Anke Spoorendonk (SSW) befand, dass die Einführung von Studiengebühren lediglich die Zahl der Studierenden senke und Studierwillige aus mittleren und unteren Einkommensgruppen abschrecke. Sie forderte dagegen eine allgemeine, elternunabhängige Studienförderung. Der Gesetzentwurf sei das falsche Instrument zum falschen Zeitpunkt.

Ministerin vermisst neue Argumente

Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave konnte keine Neuerungen in dem Gesetzentwurf erkennen. Wichtige Verbände wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und der Deutsche Hochschulverband hätten das Gesetz bereits abgelehnt. "Sie haben kein einziges neues Argument präsentiert", warf sie der FDP vor. Die Erhebung der Gebühren erfordere einen hohen Verwaltungsaufwand, der die erwarteten Einnahmen deutlich reduziere.

Der Gesetzentwurf wurde einstimmig an den Bildungssausschuss überwiesen.

Hintergrund:
  Der FDP-Gesetzentwurf sieht die Einführung von Studiengebühren an schleswig-holsteinischen Hochschulen vor. Die Liberalen beabsichtigen, jedem Studenten ein "Bildungsguthaben" in Höhe der Regelstudienzeit des gewählten Studiums zuzüglich eines Prüfungssemesters sowie vier weiterer Semester zuzugestehen. Wer nach Ablauf dieser Frist keinen Abschluss erreicht hat, soll pro Semester 500 Euro an die Hochschule zahlen. Gasthörer sollen pro Semester 100 Euro aufbringen.

mehr Informationen zu Debatten um Studiengebühren:
plenum-online, Mai 2003; plenum-online, Juni 2003(www.sh-landtag.de/plenumonline/mai2003/texte/
03_22_unigebuehren_ferien.htm;
www..sh-landtag.de/plenumonline/juni2003/texte/
07_13_hochschule_zentralabi.htm)

Jüngste Umfrage zu Studiengebühren:
(dpa) - Knapp ein Drittel der an deutschen Universitäten eingeschriebenen Studenten wäre nach einer Umfrage bereit, Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester zu akzeptieren. Voraussetzung wäre, dass sie die aufgelaufene Summe erst nach Eintritt ins Berufsleben schrittweise abbezahlen müssten. Wie die am Samstag veröffentlichte Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des Magazins «Uni-Spiegel» ergab, lehnt die überwiegende Mehrheit von 69 Prozent Studiengebühren ab. Drei Viertel der 1004 Befragten glauben überdies nicht, dass die Einführung von Studiengebühren zu einer qualitativen Verbesserung des Studiums führen würde.
  Die Erhebung von Studiengebühren für ein Erststudium ist den
Ländern derzeit per Gesetz verboten. Mehrere unionsgeführte
Landesregierungen klagen dagegen derzeit vor dem
Bundesverfasungsgericht in Karlsruhe.

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Zielvereinbarung mit Hochschulen: Regierung bekräftigt Zusagen 
Landtag stimmt Landesmitteln für Hochschulen zu

Kiel (SHL). Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) hat bekräftigt, sich an die Zusagen der Regierung im Rahmen der Zielvereinbarungen mit den Hochschulen zu halten. Dem Vorschlag der Erichsen-Kommission folgend hatte das Land mit den  schleswig-holsteinischen Hochschulen einen Vertrag vereinbart, der ihnen eine fünfjährige Planungssicherheit zusichert. Im Gegenzug sollen die Bildungseinrichtungen Leistungen zur Verbesserung der Studienstrukturen erbringen. Über die finanziellen Zusagen der Landesregierung gegenüber den Hochschulen legte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) am Mittwoch, 10. Dezember, einen Bericht vor. Demnach wird die Kieler Universität 2004 mit rund 138 Millionen Euro durch das Land bezuschusst, die Uni Lübeck mit rund 21 Millionen Euro. Besoldungs- und Tariferhöhungen - ab 2005: zwei Prozent jährlich -  werden für fünf Jahre vollständig durch das Land übernommen.

Zudem stellt das Land laut Bericht im Rahmen eines Innovationsfonds (2004: 3,1 Millionen Euro, 2005-2008: jährlich 5 Millionen Euro) Mittel zur Verfügung, mit denen zukunftsweisende Vorhaben gefördert werden. Sollten die Hochschulen durch Umstrukturierungsprozesse Einsparungen erzielen, sollen diese im Hochschulsystem verbleiben. Und: An den schleswig-holsteinischen Hochschulen werde es für die Zeit bis 2005 keine Haushalts- und Stellenbesetzungssperren  geben. Die Opposition kritisierte, das Parlament habe nicht genug Einfluss auf die Zielvereinbarung nehmen können. 

Stimmen aus der Debatte:

Bildungsministerin Ute Erdsiek Rave: „Statt, wie in anderen Bundesländern, mit dem Rasenmäher Kürzungen durchzusetzen, haben wir uns mit den einzelnen Hochschulen auf ihr zukünftiges Profil verständigt. Und wir geben den Hochschulen die notwendigen Mittel, damit sie die verabredeten Schwerpunkte bilden und sich international behaupten können“. "Die Vereinbarungen sind ein Erfolg für beide Seiten."

Jost de Jager (CDU): "Das Parlament hat nicht genügend Einfluss auf die Zielvereinbarungen nehmen können. (…) Die Hochschulen wissen nicht, nach welcher Methode die Mittel aus dem Innovationsfond zugeteilt werden. Die Hochschulen mussten zustimmen, wir werden nicht zustimmen."

Jürgen Weber (SPD): "Die Zielvereinbarungen haben eine hohe Akzeptanz in den Hochschulen gefunden. (…) Die Förderung durch die Landesregierung muss mit Strukturveränderungen durch die Hochschulen verbunden werden. Das zwischen Hochschulen und Landesregierung vereinbarte Abkommen kann sich sehen lassen und hat fast kein Beispiel in dieser Republik. Wir haben hier im Lande einen konstruktiven Dialog zwischen Hochschulen und Landesregierung geschaffen."

Ekkehard Klug (FDP): "Wir müssen hier eine Entscheidung treffen, ohne in den inhaltlichen Diskussionsprozess hinreichend eingebunden gewesen zu sein. (…) Die Hochschulen haben bis 2008 vernünftige Planungssicherheit. Das ist ein enormer Vorteil für die Hochschulen". Doch: "Wir halten die Grundausstattung der Hochschulen schon jetzt für unzureichend. Wir wollen eine höhere Grundausstattung der Hochschulen erreichen. (…) Bei den Bachelor- und Masterstudiengängen droht eine Hoppla Hopp –Geschichte. Das droht gewaltig in die Binsen zu gehen."

Angelika Birk (Grüne): "Es ist ein großer Tag für die Hochschulen und für das Land. (…) In Schleswig-Holstein beginnen umfassende Reformen. Anstatt kleingeistig nach hinten zu schauen, gilt es jetzt, nach vorne zu blicken. Mit den Hochschulgesetz-Änderungen beginnt eine neue Phase der Hochschulgestaltung."

Anke Spoorendonk (SSW): "Bildungsanstrengungen müssen mit den entsprechenden finanziellen Mitteln unterfüttert werden. Die Hochschulen haben bewiesen, dass sie grundsätzlich zu Reformen bereit sind. Der Hochschulvertrag ermöglicht den Hochschulen mehr Eigeninitiative. Wir stehen zum Hochschul-Standort Eckernförde. Wir müssen aber auch akzeptieren, wie die Realität aussieht. Die Hochschulen müssen zeigen, was sie bis 2008 erreichen können."

Abstimmung in der Sache: Angenommen mit den Stimmen von Rot-Grün, SSW und FDP gegen CDU.

Hintergrund:
  Bildungsministerium und Landesrektorenkonferenz haben sich im Juli auf einen Vertragsentwurf zur Umstrukturierung der schleswig-holsteinischen Hochschullandschaft geeinigt. Die neun Unis im Lande erhalten mehr Planungsspielraum und finanzielle Rückendeckung des Landes. Im Gegenzug sollen sie die Reform-Vorschläge der so genannten Erichsen-Kommission umsetzen.
  Das Land gibt für die Dauer von fünf Jahren die Zusicherung, sämtliche Tarif- und Besoldungserhöhungen zu finanzieren. Jährliche Kosten: fünf Millionen Euro. Zusätzlich wird ein Innovationsfonds eingerichtet, der ebenfalls mit rund fünf Millionen Euro pro Jahr zu Buche schlägt. Die verbindlichen Stellenpläne werden für drei Jahre ausgesetzt.
  Die Rektoren verpflichten sich demgegenüber auf eine Zielvereinbarung. Inhalt: Die Erichsen-Vorschläge zur Konzentration der Ausbildung auf bestimmte Fächer und Studienorte sollen umgesetzt werden. Knackpunkte hierbei sind unter anderem die Verlagerung der Realschullehrer-Ausbildung von Kiel nach Flensburg und die Auflösung des Architektur-Standorts Eckernförde zugunsten von Lübeck.
  Zur Finanzierung der Hochschulen sind im Haushaltsentwurf 2004 insgesamt rund 251 Millionen Euro veranschlagt. Davon erhält die Christian Albrechts Universität Kiel rund 134 Millionen. Die Uni Lübeck und die FH Kiel jeweils circa 19 Millionen und die Fachhochschulen in Lübeck und Flensburg gut 13 beziehungsweise gut 11 Millionen.

mehr Informationen: "plenum-online", September 2003
(www.sh-landtag.de/plenumonline/september2003/texte/
27_49_hochschulmodernisierung.htm)

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Aktuell, Do. 11.12.03: 
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