Auf dieser Seite: Europaschulen - EU-Verfassung

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Top 18: 
Europaschulen in Schleswig-Holstein
Antrag der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Drucksache: 15/3076
-Plenarprotokoll-
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Top 22: 
Stellung der Länder und Kommunen in der Europäischen Verfassung
Antrag der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Drucksache: 15/3083
-Plenarprotokoll-
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Europaschulen: Bedeutung
wächst zunehmend
Landtag fordert stärkere Unterstützung von Regierung

Kiel (SHL). Einmütig hat der Landtag das Engagement der schleswig-holsteinischen Europaschulen für die europäische Verständigung gewürdigt. Redner aller Landtagsparteien appellierten am Freitag, 12. Dezember 2003, an die Landesregierung, diese Schulen auch in Zukunft zu unterstützen. In Schleswig-Holstein gibt es inzwischen 21 vom Land anerkannte Europa-Schulen, die mit Auslandspartnerschaften, Europa-Projekten, bilingualem Unterricht und Lehreraustausch den europäischen Gedanken mit Leben füllen. Dazu gehören Gymnasien, Real- und Berufsschulen sowie eine Grundschule. Das Gymnasium in Niebüll bietet gemeinsam mit einer Schule im dänischen Tondern sogar eine grenzübergreifende deutsch-dänische Europaklasse an, die mit der Hochschulreife beider Länder abgeschlossen wird.

Angesichts der EU-Osterweiterung komme den Europa-Schulen eine wachsende Bedeutung zu, so die einhellige Meinung im Plenum. Kontakte und Partnerschaften, sowie Lehrer- und Schüleraustausch müssten künftig auch auf die osteuropäischen Staaten ausgeweitet werden. Insbesondere Lettland, Estland und Polen erhielten dabei auf Grund der geographischen Nähe ein besonderes Gewicht. Trotzdem gebe es für die Europaschulen bislang nicht mehr "als ein Schulterklopfen", kritisierte die Opposition.

Ihr Ministerium biete Unterstützung bei der Organisation von Tagungen und Konventen,  wies Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) die Kritik zurück: "Das kostet auch Geld". Zusätzliche finanzielle Mittel, das machte die rot-grüne Regierungskoalition klar, können die Europa-Schulen vom Land jedoch kaum erwarten. Auch in Zukunft sei vor allem persönliches und meist ehrenamtliches Engagement von Schülern und Lehrern gefragt.

Der Antrag von SPD, Grünen und SSW wurde einstimmig zur weiteren Beratung in den Bildungsausschuss überwiesen.

Hauptredner: Hermann Benker (SPD); Uwe Greve (CDU); Joachim Behm (FDP); Detlef Matthiessen (B‘90/Grüne); Anke Spoorendonk (SSW); Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD)

Hintergrund:
  Bislang 21 Schulen haben in Schleswig-Holstein von der Landesregierung den Status einer Europaschule erhalten. Mit dieser Auszeichnung werden besondere Leistungen im Bereich der Auslandspartnerschaften, des Fremdsprachen- und bilingualen Unterrichts oder des Lehreraustauschs gewürdigt.
  Ein besonderes Projekt ist die erste deutsch-dänische Europaklasse, die gemeinsam von der Friedrich-Paulsen-Schule in Niebüll und dem Gymnasium in Tondern unterhalten wird: 28 Schüler des 11. Jahrgangs werden im halbjährigen Wechsel in Deutschland und in Dänemark unterrichtet, erhalten zudem Erdkunde- und Biologie-Unterricht auf Englisch und schließen die Schule sowohl mit dem deutschen als auch dem dänischen Reifezeugnis ab.

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Appell an EU-Gipfel für die Verfassung'
Landtag warnt vor Scheitern der EU-Verfassung

Kiel (SHL). Der Landtag hat die Teilnehmer des EU-Gipfels aufgefordert, sich für die unveränderte Verabschiedung der Europäischen Verfassung einzusetzen. Insbesondere sollen die 25 Regierungschefs der Mitgliedsländer und Beitrittskandidaten bei ihren Beratungen in Brüssel den Ländern und Regionen, wie vom Verfassungskonvent vorgesehen, eine stärkere Position im "EU-Grundgesetz" einräumen. In diesen Punkten herrschte am Mittwoch, 10. Dezember 2003, bei einer von Rot-Grün beantragten Aussprache weitgehende Einigkeit im Plenum. Die Opposition bezweifelte jedoch die Wirksamkeit einer derartigen Positionierung des Landtags so kurz vor dem entscheidenden Treffen am kommenden Wochenende. Lediglich der SSW übte grundsätzliche Kritik am Verfassungsentwurf.

SPD, Grüne und Landesregierung stützten den Bundeskanzler, der sich entschieden für die vom Konvent geplante stärkere Gewichtung der großen EU-Länder bei Mehrheitsentscheidungen ausspricht. Die historische Chance auf eine EU-Verfassung dürfe nicht leichtfertig durch eine erneute inhaltliche Diskussion aufs Spiel gesetzt werden.

Seitens des SSW wurden dagegen Änderungen am Verfassungsentwurf gefordert, vor allem im Interesse kleiner Länder – ansonsten drohe Europa noch undurchschaubarer zu werden.

CDU und FDP machten sich für das Subsidiaritätsprinzip stark: Es solle für die Länder und Kommunen auf europäischer wie auch auf nationaler Ebene stärker gelten. Zudem müsse der "Ausschuss der Regionen" weiter gestärkt werden – eine Aufwertung dieses Gremiums habe im Verfassungsentwurf nicht stattgefunden.

Zwei Tage vor dem Brüsseler Gipfel stehen die Verhandlungen unter einem schlechten Stern. Insbesondere Polen und Spanien setzen sich vehement gegen die vom Konvent vorgesehene Stimmengewichtung ein. Auch die künftige Zahl der Kommissare ist noch umstritten.

Der Antrag wurde bei Enthaltung des SSW und eines Teils der FDP-Fraktion angenommen.

Hauptredner: Ulrike Rodust (SPD), Thorsten Geißler (CDU), Joachim Behm (FDP), Detlef Matthiessen (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW), Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD)

Hintergrund:
  Nachdem der EU-Konvent im Juni den Entwurf einer Europäischen Verfassung vorgelegt hat, besteht vor einer endgültigen Ratifizierung noch in einer Reihe von Punkten Klärungsbedarf.
  So drängen die deutschen Bundesländer auf stärkere Beteiligung an den europäischen Entscheidungsprozessen. Zurzeit erfolgt die Vertretung nationalstaatlicher Interessen gegenüber der EU durch die nationale Exekutive, also die Bundesregierung. Die Länder haben lediglich über den Ausschuss der Regionen die Möglichkeit, auf Entscheidungen einzuwirken, sind aber andererseits zur Beachtung europäischer Vorgaben verpflichtet, beispielsweise in der Umwelt- und Agrarpolitik. Vor diesem Hintergrund fordern Ländervertreter einen verstärkten Dialog zwischen den Ebenen EU, Bund, Länder und Kommunen; ebenso wird die Verankerung des Subsidiaritätsprinzips in der Verfassung angemahnt.
  Weitere strittige Punkte sind die Frage, in welchen Politikfeldern das Mehrheitsprinzip gelten soll, die Stimmengewichtung bei Mehrheitsentscheidungen, die Zusammensetzung der Kommission sowie der Gottesbezug.
  Ein EU-Gipfel in Brüssel am12. und 13. Dezember will hier Kompromisse finden.

mehr Informationen: "plenum-online", Juni 2003
(www.sh-landtag.de/plenumonline/juni2003/texte/46_euverfassung.htm)

Der Europäische Verfassungskonvent
(http://european-convention.eu.int/bienvenue.asp?lang=DE)

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