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Landtag
zitiert Rohwer herbei
Haushaltsberatungen bis in späte
Donnerstag-Nacht hinein
Kiel (SHL). Der
Schleswig-Holsteinische Landtag hat am Donnerstag, 11. Dezember 2003,
auf Antrag der CDU-Fraktion von seinem Recht Gebrauch gemacht, ein
Mitglied der Landesregierung zu einer Debatte in den Landtag
herbei zu zitieren. Betroffen war Wirtschaftsminister Bernd Rohwer
(SPD), der in Magdeburg auf der Wirtschaftsminister-Konferenz
weilte.
Ihn wollte die Opposition bei den Beratungen zum Zweiten Nachtragshaushalt 2003
(Top
8) und Haushaltsplan für 2004
und 2005 (Top 6 mit
Grundwasser-Entnahmeabgabe, Top 14)
dabei haben. Grundlage der Entscheidung war Paragraph 21 der
Landesverfassung, in dem es im ersten Absatz heißt:
"Der
Landtag und seine Ausschüsse haben das Recht und auf Antrag eines
Viertels der jeweils vorgesehenen Mitglieder die Pflicht, die
Anwesenheit jedes Mitgliedes der Landesregierung zu
verlangen."
Die "Ein-Viertel-Mehrheit" kam mit
den Stimmen der Opposition zusammen. Daraufhin wurde vereinbart,
zunächst die Zweite Lesung des Landesministergesetzes (Top 7)
vorzuziehen und anschließend Tagesordnungspunkte von Freitag,
12. Dezember, zu behandeln bis Rohwer in Kiel eintrifft.
Nachdem der Minister mittags eingetroffen war, wurde um 15.00 Uhr
die Sitzung mit Doppelhaushalt 2004/2005 wieder eröffnet.
Anschließend soll noch am selben Tag der Nachtragshaushalt
beraten werden, so dass mit einer Sitzungsdauer bis in die späte
Nacht hinein gerechnet werden muss. Grund hierfür: Auch
Finanzminister Ralf Stegner (SPD), der am Freitag am
Vermittlungsausschuss in Berlin teilnimmt, muss bei den
Haushaltsthemen in Kiel anwesend sein.
Rückblick,
Donnerstag-Morgen:
Der
Schleswig-Holsteinische Landtag war am Morgen mit einer
Beratung zur Geschäftsordnung in den heutigen "Haushaltstag",
eingestiegen. Grund war ein Antrag von CDU-Fraktionschef Martin
Kayenburg, der die Anwesenheit von Wirtschaftsminister Bernd
Rohwer (SPD) zu den Haushaltsberatungen verlangte. Auch
nach einer kurzen Unterbrechung konnten sich die Parlamentarier nicht einigen, wie in der Tagesordnung fortgefahren werden
sollte. Daraufhin wurde die Sitzung erneut für Fraktionssitzungen
und eine Zusammenkunft
des Ältestenrates bis 11.50 Uhr unterbrochen.
Rückblick,
Mittwoch, 10, Dezember 2003:
Einen Tag zuvor noch hatten sich die Fraktionen am
Mittwoch-Nachmittag, 10. Dezember, darauf verständigt, die
Beratung zum Zweiten Nachtragshaushalt 2003 (Top
8)
von Freitag auf den heutigen Donnerstag vorzuziehen. Anschließend
sollte das Landesministergesetz (Top
7) und darauf folgend um
12.10 Uhr der Haushaltsplan für 2004 und 2005 (Top
6 mit Grundwasser-Entnahmeabgabe, Top 14)
aufgerufen werden. Grund dafür war die notwendige Teilnahme von
Finanzminister Ralf Stegner (SPD) an den in Berlin laufenden
Verhandlungen des Vermittlungsausschusses.
Bereits am Morgen des
Mittwochs war mit den Stimmen der rot-grünen Regierungskoalition
ein von der FDP eingereichter Antrag zur Geschäftsordnung
abgelehnt worden. Mit Blick auf die zeitgleich in Berlin laufenden
Verhandlungen des Vermittlungsausschusses wollten die Liberalen
die Haushaltsdebatte in den Januar 2004 verlegen. Von den
Ergebnissen in Berlin seien wesentliche Auswirkungen auf den
Haushalt des Landes zu erwarten, begründete Heiner Garg (FDP) mit
Unterstützung des Parlamentarischen Geschäftsführers der CDU,
Heinz Maurus. Während der SSW den Antrag unterstützte, berief
sich Monika Heinold (Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen)
auf "Planungssicherheit" für das kommende Jahr, was
eine Verabschiedung des Haushaltes noch in diesem Jahr
erforderlich mache. Außerdem könne es Probleme mit der
Landes-Verfassung geben.
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