Eine solche Trasse durch die am dichtesten
besiedelte Region Schleswig-Holsteins sei hoch profitabel,
betonte Heiner Garg (FDP). Zahlreiche Pendler aus dem Hamburger
Speckgürtel garantierten verlässliche Einnahmen auf
Jahrzehnte. Daher dürfe es keine Mühe machen, für Bau und
Betrieb der Strecke einen privaten Partner zu finden, gab sich
Garg optimistisch. Keine Strecke könne mehr Menschen von der
Straße auf die Schiene bringen, stimmte Uwe Eichelberg (CDU)
zu. Das Potenzial liege bei bis zu 60.000 Fahrgästen
zusätzlich pro Tag. Daher müsse das Projekt auch unabhängig
von der Diskussion um den Flughafen Holtenau zügig vorangetrieben werden.
Inhaltlich "ausgezeichnet" lobte der
Grünen Fraktionschef Karl-Martin Hentschel die Initiative der
Liberalen. Er bekundete seine "Freude", dass neben den
Liberalen auch die CDU inzwischen ein Projekt unterstützten, um
dass sich die Grünen seit Jahren bemühten. Die Prioritäten
für den Ausbau müssten jetzt entsprechend gesetzt werden.
Rohwer sucht Konzept zur Finanzierung
Scharfe Kritik kam dagegen von der SPD: Als
"Schnellschuss erster Güte" bezeichnete Hermann
Benker (SPD) den Antrag. Das Thema sei bereits im
Wirtschaftsausschuss ausführlich beraten worden: Die Liberalen
wollten nur öffentlichkeitswirksam "auf den fahrenden Zug
aufspringen". Auch Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD)
argwöhnte, die FDP wolle davon ablenken, "dass sie sich
opportunistisch vom Ausbau des Flughafens Kiel-Holtenau
verabschiedet hat". Zugleich bezweifelte Rohwer, dass sich
ein privater Partner für den Betrieb, geschweige denn den für Bau
der Strecke finden werde. Das sei "blauäugig", so
Rohwer. Er beschied aber, "voll" hinter dem Ausbau zu
stehen.
Lars Harms (SSW) warf der FDP ebenfalls vor, bei
einem Thema, über das weitgehende Einigkeit herrsche, ohne Not
einen Konflikt aufzubauen. Zugleich begrüßte er den Vorstoß
jedoch in der Sache: "Ich glaube dieses Projekt wäre
sinnvoller für das Land als Flughäfen in Holtenau,
Kaltenkirchen oder die feste Fehmarn-Belt-Querung", so
Harms.
Das Plenum kam abschließend überein, den
Antrag im Wirtschaftsausschuss weiter zu beraten.