In Kürze: Meldungen6 (Themen ohne Aussprache) 

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Röntgenlaser, 2. Lesung (Top 3; Drs. 15/3692, 15/3789); Insolvenzverordnung, 1. Lesung (Top 20; Drs. 15/3835); Erdverkabelung (Top 34; Drs. 15/3836, 15/3872); GA Wirtschafts-
struktur
(Top 63; Drs.15/3841); Flüchtlingsbeauftragter (Top 41a; Drs. 15/3868neu)


  Röntgenlaser: Die Pläne des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY) für eine unterirdische Groß-Forschungsanlage sind rechtlich abgesichert worden. Der Landtag stimmte am Mittwoch, 15. Dezember, nach Zweiter Lesung einmütig einem Staatsvertrag zu, in dem Hamburg und Schleswig-Holstein die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau und den Betrieb der Anlage schaffen. Das Projekt: DESY möchte von seinem Betriebsgelände in Hamburg-Bahrenfeld einen 3,5 Kilometer langen Tunnel bis in den Süden Schenefelds (Kreis Pinneberg) anlegen und darin einen Super-Laser installieren. Seine Leuchtstärke soll milliardenfach größer sein als die moderner Röntenquellen. Der Staatsvertrag erleichtert es DESY, nach Geldgebern für die Großanlage (etwa 700 Millionen Euro) zu suchen. Wird DESY fündig, könnte die Anlage ab 2006 gebaut und 2012 fertig werden.

mehr Infos: plenum-online, November 2004

  Erdverkabelung:  Das Stromnetz in Schleswig-Holstein soll - wenn technisch möglich - mit Erdkabeln und nicht mit Freileitungen ausgebaut werden. Diesen Appell richtete der Landtag an die Stromwirtschaft. SPD, Grüne und SSW stimmten für den rot-grünen Antrag, CDU und FDP dagegen. Die CDU stimmte der Forderung zwar grundsätzlich zu, forderte in einem alternativ abgestimmten Antrag aber zudem, wirtschaftliche Belange und "weitgehende" Kostenneutralität zu berücksichtigen. Hintergrund: In Schleswig-Holstein muss das Stromnetz erweitert werden, zumal immer leistungsstärkere Windrotoren in Betrieb gehen und mehrere Offshore-Parks geplant sind. Die Stromkonzerne setzen meist auf Überlandleitungen (110 KV), weil die Masten vermeintlich preiswerter sind als Erdkabel. Viele Anwohner bevorzugen dagegen wie der Landtag unterirdische Kabel. "Aus Gründen des Umweltschutzes, des Flächenschutzes, der landwirtschaftlichen Nutzung, des Landschaftsbildes und auch der Betriebssicherheit weist das Erdkabel gegenüber der Freileitung deutliche Vorteile auf", heißt es in dem Antrag.

  Insolvenzen:  Die Landesregierung will unseriösen Schuldnerberatern einen Riegel vorschieben. Den dazu vorgelegten Entwurf zur Änderung des Insolvenzordnung-Ausführungsgesetzes überwies der Landtag nach Erster Lesung an den Innen- und Rechtsausschuss. Hintergrund: In Deutschland bieten immer mehr unseriöse "Beratungsstellen" Schuldnern ihre Hilfe an und kassieren ab. Um als Beratungsstelle amtlich anerkannt zu werden, müssen in Schleswig-Holstein bisher nur einige personelle und qualitative Vorgaben erfüllt werden. Die Regierung will die Anforderungen nun deutlich erhöhen. So sollen nur noch Einrichtungen etwa von Wohlfahrtsverbänden anerkannt werden sowie Privatberater, die gemeinnützig arbeiten. Derweil ist die Zahl der Privatinsolvenzen gestiegen. Im ersten Halbjahr 2004 beantragten bundesweit mehr als 41.000 private Schuldner eine Insolvenz. Das waren gut 28 Prozent mehr als im Vorjahrszeitraum. 

  Wirtschaftsstruktur: Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (2005 bis 2009) wollen EU, Bund und Land in Schleswig-Holstein Projekte mit rund 123 Millionen Euro fördern. Das geht aus der Anmeldung des Landes zum Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe hervor. Der Landtag überwies den Regierungsbericht an den Wirtschaftsausschuss sowie Finanzausschuss. Fördergebiet ist das gesamte Land mit Ausnahme von vier Kreisen im strukturstarken Hamburger Umland (Stormarn, Segeberg, Pinneberg, Steinburg). In den vergangenen Jahren wurden aus den so genannten GA-Mitteln zahlreiche Vorhaben mitfinanziert, darunter Technologie- und Gewerbezentren, Promenaden, Schwimmbäder oder Rad- und Wanderwege. In Lübeck und Kiel wurden zudem Hafen- und Flughafenprojekte gefördert.

  Flüchtlingsbeauftragter:  Der in der November-Tagung zum neuen Beauftragten für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen gewählte Wulf Jöhnk soll bereits im Januar 2004 sein neues Amt antreten. Dies beschloss das Plenum bei Enthaltung der CDU.
  Der 66-Jährige wurde zum Nachfolger von Helmut Frenz bestimmt, der das Amt seit seiner Einrichtung 1998 bekleidet und dessen Amtszeit ursprünglich im Februar 2005 enden sollte. Der Flüchtlingsbeauftragte und seine beiden Mitarbeiter unterstehen dem Landtagspräsidenten. Der Beauftragte versteht sich als Anwalt der Menschen mit Migrationshintergrund und bemüht sich darum, Brücken zwischen Politik, Behörden und den Netzwerken der Ausländer und Migranten zu schlagen.

mehr Infos: plenum-online, November 2004


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