"Geit
nicht,
gifft nicht"
Nach 17 Jahren im Landtag ist der SPD-Abgeordnete
Gerhard Poppendiecker am Freitag, 17. Dezember, zum letzten Mal
als Vorsitzender des Petitionsausschusses an das Mikrofon im
gläsernen Plenarsaal getreten und hat seinen Bericht vorgelegt (gehe
zu). Nachdem er wie gewohnt lebendig den Abgeordneten
die ihm augenscheinlich stets ans Herz gewachsenen und aufrichtig
vorgetragenen Probleme seiner Fälle verkündetet hat, zog
"der Anwalt der Bürger" eine Bilanz seiner langen
Tätigkeit. So habe ihn immer das Motto begleitet: "Geit
nicht, gifft nicht". Nun geht Poppendiecker 66-jährig in den
Ruhestand und wird somit nach der Wahl am 20. Februar nicht mehr
im Landtag vertreten sei.
Dem Ausschuss gehörte
Poppendiecker während seiner gesamten Abgeordnetenzeit an, davon zuletzt
neun Jahre als Vorsitzender. "Da gehst du rein!", sei
ihm bereits am ersten Tag als Abgeordneter gesagt worden. Dabei
habe er gar nicht genau gewusst, was der Petitionsausschuss,
damals noch "Eingabenausschuss" genannt, eigentlich sei,
verriet Poppendiecker. Er habe jedoch schnell gemerkt, wie wichtig
dessen Arbeit sei. Unabhängig von der Parteizugehörigkeit werde
im Ausschuss konstruktiv für die Menschen im Land gearbeitet. Das
sei für ihn auch ein Beitrag gegen die weit verbreitete
Politikverdrossenheit, denn: "Der Petitionsausschuss zeigt
den Bürgerinnen und Bürgern im Land, dass sich die Politik auch
um die kleinen Probleme der Menschen kümmert."
Ursula Sassen (CDU), die stellvertretende
Vorsitzende des Petitionsausschusses, dankte dem scheidenden
Abgeordneten im Namen der Fraktionen und besonders des
Petitionsausschusses für sein Engagement. Mit seiner
"Begeisterung und seinem Selbstbewusstsein" habe
Poppendiecker auch die übrigen Mitglieder des Ausschusses immer
wieder angesteckt. "Sie sind stets ein Kümmerer
gewesen", bescheinigte auch Landtagsvize-Präsident Thomas
Stritzl dem Politiker aus Heiligenhafen.
Der dankte zum Abschluss vor allem den
Mitarbeitern der Geschäftsstelle des Petitionsausschusses: Diese
seien stets mit
Leib und Seele bei der Sache gewesen und hätten so die Arbeit des
Ausschusses maßgeblich unterstützt, verabschiedete sich "Poppi",
wie er allerorts im Landeshaus genannt wird, nach 17jähriger
Tätigkeit als "Anwalt der Bürger Schleswig-Holsteins"
zu später Stunde der Dezember-Tagung vom gerührten Plenum.