Auf dieser Seite: Kita-Gesetz 

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a. ) Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Mitwirkungs-
rechte von Elternvertretungen in Kindertagesstätten
Gesetzentwurf der Fraktion der FDP – Drucksache 16/12
(Ausschussüberweisung am 25. Mai 2005)
b.) Entwurf eines Gesetzes zur Weiterentwicklung der Kindertageseinrichtungen (WeitEntwKiTa)
Gesetzentwurf der Landesregierung – Drucksache 16/336
(Ausschussüberweisung am 9. November 2005)
Bericht und Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses
Änderungsantrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – 16/458
Änderungsantrag der Fraktion der FDP – 16/468
Drucksache: 16/404
-Plenarprotokoll-

Kita-Novelle: Bildungsinhalte für die Jüngsten beschlossen

FDP und Grüne kritisieren unzureichende Finanzausstattung


Vorbereitung auf die Zweite Lesung: Die Landtagsausschüsse für Bildung, Soziales sowie Innen- und Recht bei einer Anhörung zu den vorliegenden Gesetzentwürfen Mitte November. Angehört wurden Vertreter der kommunalen Landesverbände, der Freien Wohlfahrtsverbände und der Landeselternvertretung der Kitas

Kiel (SHL/14.12.). Die Kindertagesstätten im Lande erhalten einen konkreten Bildungsauftrag. Und: Sie sollen künftig enger mit den Grundschulen zusammenarbeiten. Das sieht ein Gesetzentwurf der Landesregierung vor, den der Landtag in Zweiter Lesung mit großer Mehrheit durchgewunken hat. "Damit legen wir den Kitas sehr gute Leitlinien für ihre pädagogische Arbeit vor", fasste Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) die Position der schwarz-roten Regierungskoalition zusammen. Dennoch kam aus den Reihen der Opposition Kritik: Die finanzielle Ausstattung der Kitas sei nach wie vor zu dünn, hieß es bei FDP und Grünen – die Regierung leide bei diesem Punkt unter "Realitätsverweigerung".

Der neue Bildungsauftrag der Kitas hat sechs Schwerpunkte, darunter Sprache, Ethik, Musik, Bewegung sowie Mathematik und Naturwissenschaften. Angesichts dieser Anforderungen, so Ekkehard Klug (FDP), bleibe die Koalition mit dem Einfrieren der Landeszuschüsse für die Kitas bei 60 Millionen Euro pro Jahr "um Längen hinter den Notwendigkeiten zurück". Dies gelte um so mehr, weil die Nachfrage nach Kinder-Betreuung seit Jahren steige – "von 86.000 auf knapp 91.000 Kinder seit 2001", rechnete Klug vor. Wie der FDP-Politiker forderte auch Monika Heinold (Grüne) die Aufstockung der Landesmittel um rund zehn Millionen. Der schwarz-roten Koalition warf Heinold vor, auf die Einwände der Kita-Träger und der Wohlfahrts-Verbände bei der Gesetzesberatung im Ausschuss nicht eingegangen zu sein.

Lars Harms (SSW) forderte, die Interessen der Minderheiten in dem Gesetz zu verankern. Hier habe das Land "eine besondere Verantwortung". Es sei bedauerlich, dass die Koalition diese Anregungen bei den Ausschussberatungen nicht berücksichtigt habe.

Koalition weist geforderte Finanzaufstockung zurück

Die Regierungsfraktionen wiesen die Vorwürfe zur Finanzausstattung zurück. Das im Haushalt zur Verfügung stehende Geld reiche aus, betonte Heike Franzen (CDU). Angesichts der Haushaltslage sei es "eine Leistung", dass die Landeszuschüsse nicht gekürzt werden müssten, unterstrich Astrid Höfs (SPD). Beide lobten die inhaltliche Ausrichtung des Gesetzes, die schon vielfach in der Praxis angewendet werde. Die Jüngsten würden damit "kindgerecht und spielerisch" an Bildungsthemen herangeführt, stellte Franzen fest. Höfs hob hervor, die Neuregelung bringe gute Entwicklungschancen für alle Kinder.

Ein weiterer Punkt der Novelle: Auch Eltern von Kita-Kindern sollen, wie bei Eltern von Schulkindern üblich, Kreis- und Landes-Elternvertretungen bilden. Diese Neuerung wurde im Plenum allgemein begrüßt.

Hintergrund:
  Der Landtag behandelt in Zweiter Lesung einen Gesetzentwurf der Landesregierung und eine Vorlage der FDP zur Umgestaltung der Kindertagestätten.
  Der Regierungsentwurf gibt folgende Leitlinien für die Weiternentwicklung der Kitas vor:
  • Bildungsauftrag: Als Konsequenz aus den PISA-Ergebnissen hat die Kultusministerkonferenz einen "gemeinsamen Rahmen der Länder für die frühe Bildung" beschlossen, der Grundlage des Gesetzentwurfs ist. Dieser Rahmen definiert sechs Schwerpunkte: Sprache; Zeichen, Schrift und Kommunikation; Ethik, Religion und Philosophie; Gestalten, Darstellen, Musik, Theater und Medien; Körper, Bewegung und Gesundheit; Kultur, Gesellschaft und Demokratie sowie Mathematik, Naturwissenschaften und Technik. Daneben gibt es "Querschnittsdimensionen", wie zum Beispiel: Interkulturalität oder Förderung und Integration von behinderten Kindern.
  • Zusammenarbeit mit den Grundschulen: Um sicherzustellen, dass die Schule aufnimmt, was das Kind in der Kita gelernt hat, soll die Zusammenarbeit von Kitas und Grundschulen verbessert werden. Grundlage hierfür sind die "Empfehlungen zur Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen, Grundschulen und Jugendhilfe".
  • Elternvertretungen: Wie im schulischen Bereich sollen sich auch die Eltern von Kita-Kindern in einer Landeselternvertretung organisieren können. Die 15 Kreiselternvertretungen sollen jeweils ein Mitglied in dieses Gremium entsenden. Das Bildungsministerium soll diesen Vertretungen „bei wesentlichen die Kindertageseinrichtungen betreffenden Fragen die Möglichkeit der Mitwirkung geben". Das Land will dies mit 35.000 Euro jährlich unterstützen. Dieser Plan geht auf eine Initiative der FDP-Fraktion aus der letzten Wahlperiode zurück.

Der Bildungsausschuss hat den Regierungsentwurf an einigen Stellen präzisiert und empfiehlt dem Plenum mit den Stimmen von Schwarz-Rot bei Enthaltung von FDP und Grünen die Annahme. Die Grünen fordern in einem Änderungsantrag, Kitas, Grundschulen und das Bildungsministerium sollten sich auf gemeinsame Leitlinien für die Ausgestaltung des Bildungsauftrags einigen. Und: Schulen und Kitas an einem Ort sollen verbindliche Vereinbarungen über ihre Zusammenarbeit treffen. Diese sollen das letzte Kita-Jahr und das erste Schuljahr umfassen.
  Der FDP-Vorstoß zur Stärkung der Elternrechte wurde in das Papier der Landesregierung eingearbeitet. Der Ausschuss empfiehlt deshalb, den Entwurf der Liberalen für erledigt zu erklären.
  In einem nachgereichten Änderungsantrag fordert die FDP, dass auch im Schulgesetz auf die Zusammenarbeit zwischen Schule und Kitas hingewiesen wird.

mehr Informationen: plenum-online, Mai 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/mai2005/texte/03_26_kitas_algII.htm)
plenum-online,
November 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/november2005/texte/12_kitagesetz.htm)

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