Auf dieser Seite: Mehrwertsteuer  –  Metropolregion

xxx

Top 17: 
Mehrwertsteuererhöhung ausschließlich für Senkung der Lohnnebenkosten verwenden
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und SPD

Drucksache: 16/373, 16/444
-Plenarprotokoll-
  zum Text


Top 16: 
Entwurf eines Gesetzes zum Staatsvertrag zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein über die Finanzierung der Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg und die Fortführung der in den Jahren 1960 bzw. 1962 eingerichteten Förderfonds
Gesetzentwurf der Landesregierung
Drucksache: 16/435neu
-Plenarprotokoll-
  zum Text
t

Streit um Mehrwertsteuer-Erhöhung: Wohin mit dem Geld?

Landtag appelliert: Schwarz-Rot soll sich für Senkung der Lohnnebenkosten stark machen

Kiel (SHL/15.12.). Der Landtag hat sich zu den Steuerplänen der Berliner Koalition positioniert und einen Appell an die Landesregierung gerichtet: Schleswig-Holstein soll sich im Bundesrat dafür stark machen, dass die von der Bundesregierung angekündigte Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent zum 1. Januar 2007 spürbar für die Senkung der Lohnnebenkosten eingesetzt wird. Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) reagierte prompt: Er versprach, "dass sich die Landesregierung bei den Verhandlungen im Bundesrat dem Willen des Parlamentes nicht verweigern wird". Der entsprechende Antrag von Schwarz-Rot wurde in der Sache mit den Stimmen von CDU und SPD angenommen.

Kritik kam von Seiten der Grünen. Der Oppositionspartei ging das Ansinnen von Schwarz-Rot nicht weit genug: Die dreiprozentige Mehrwertsteuererhöhung müsse nicht nur spürbar, sondern komplett für die Senkung der Lohnnebenkosten eingesetzt werden. Ansonsten drohe eine Schwächung der Kaufkraft und ein Anstieg der Schwarzarbeit. Die Grünen scheiterten allerdings mit einem entsprechenden  Antrag an der Mehrheit von CDU, SPD und FDP. Der SSW bedauerte, dass CDU und SPD in Berliner laut Koalitionsvertrag lediglich einen Prozentpunkt für die Senkung der Lohnnebenkosten einsetzen wollen. Dies sei wirtschaftlich kontraproduktiv und trage nicht zu einer Entlastung der sozialen Sicherungssysteme bei.

Die Liberalen blieben bei ihrer harten Haltung in punkto Mehrwertsteuererhöhung: Sie lehnen diese Maßnahme generell ab. Die FDP befürchtet eine Verteuerung von Waren und Dienstleistungen und einen Einbruch der Binnennachfrage. Statt dessen wurde eine generelle Reform von Kranken- und Rentenversicherung gefordert.

Hauptredner: Frank Sauter (CDU), Anna Schlosser-Keichel (SPD), Heiner Garg (FDP), Klaus Müller (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW)

Hintergrund:
  Sowohl die Grünen als auch Schwarz-Rot fordern, die Einnahmen aus der auf Bundesebene geplanten Mehrwertsteuer-Erhöhung zur Senkung der Lohnnebenkosten einzusetzen. Nur unter dieser Bedingung soll die Landesregierung dem Vorhaben im Bundesrat zustimmen. Während die Grünen sich jedoch dafür aussprechen, die Mehreinnahmen "zu 100 Prozent" für diesen Zweck zu verwenden, ist bei CDU und SPD lediglich von einer "spürbaren Senkung der Lohnnebenkosten" die Rede.
  Hintergrund: Die neue schwarz-rote Koalition im Bund plant die Erhöhung der Mehrwertsteuer von derzeit 16 auf 19 Prozent zum 1. Januar 2007. Von den zusätzlichen Einnahmen will Berlin jedoch nur ein Prozent zur Senkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags einsetzen und zwei Prozent zur Sanierung der öffentlichen Haushalte.
  Die damalige rot-grüne Landesregierung hatte bereits im Frühjahr 2004, unterstützt vom SSW, eine dreiprozentige Mehrwertsteuer-Erhöhung bei gleichzeitiger Reduzierung der Sozialabgaben für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gefordert.
Druckversion

zurück zum Textanfang / Seitenanfang

tt

  Metropolregion Hamburg wird weiter gestärkt

Landtag billigt Staatsvertrag zu Finanzen

Kiel (SHL/15.12.) Die norddeutschen Regionen rücken enger zusammen: Der Landtag hat erneut einen von der Landesregierung vorgelegten Staatsvertrag zwischen Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mehrheitlich begrüßt. Das Abkommen soll die regelmäßige Finanzierung der Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg regeln und die in den 60er Jahren eingerichteten gemeinsamen Förderfonds fortführen, um der Globalisierung sowie dem internationalen Wettbewerb künftig besser gewachsen zu sein. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU): "Dies ist ein großer Schritt zur intensiven Kooperation, von dem das ganze Land profitieren wird". 

Die Grünen und der SSW hingegen kritisierten, dass Schleswig-Holstein nicht auf gleicher Augenhöhe mit Hamburg stehen werde und dass der Landtag nicht früher Einfluss auf den Vertrag nehmen konnte. Der Gesetzentwurf wurde zur weiteren Beratung an den Wirtschafts-, den Umwelt- und Agrar- sowie den Europaausschuss überwiesen.

Die Regierungen von Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben den Vertrag am 1. Dezember unterzeichnet. Künftig sollen jährlich rund drei Millionen Euro in den Topf fließen, davon 871.000 aus Schleswig-Holstein. Kernpunkt der Zusammenarbeit ist eine Internationalisierungs-Strategie: Hierzu zählen die stärkere Zusammenarbeit in der Wirtschaftsförderung, ein gemeinsames Regionalmarketing, die Zusammenarbeit in der Tourismuspolitik, eine E-Government-Strategie für bürgernahe Verwaltungsvorgänge und eine gemeinsame Interessenvertretung der Metropolregion Hamburg gegenüber der Europäischen Union. Nun müssen die drei Landesparlamente zustimmen, damit der Vertag in Kraft treten kann.

Die so genannte Metropolregion besteht aus der Stadt Hamburg sowie 14 angrenzenden Landkreisen. In Schleswig-Holstein sind dies die Kreise Lauenburg, Stormarn, Segeberg, Pinneberg, Steinburg sowie seit jüngstem auch der gesamte Kreis Dithmarschen. Insgesamt wohnen in der Metropolregion rund 4,5 Millionen Menschen.

Weitere Stimmen aus der Debatte:

Manfred Ritzek (CDU): Der Staatsvertrag ist zukunftsweisend, da die Metropolregion Hamburg eine bedeutende Region in der EU ist. Allerdings müssen auch andere Regionen mit einbezogen werden.

Thomas Hölck (SPD): Die Landesinteressen müssen bewahrt werden, so dass das Nord-Süd-Gefälle im Land durch diesen Vertrag nicht steiler wird.

Heiner Garg (FDP): Die nominale Planungssicherheit ist angesichts der fatalen Haushaltslage ein Erfolg.

Karl-Martin Hentschel (Grüne): Der Vertrag ist aus schleswig-holsteinischer Sicht nicht akzeptabel. Hamburg gewinnt Kontrolle über die gesamte Elbregion und sitzt somit am längeren Hebel.

Lars Harms (SSW): Das Parlament muss früher in derartige Verhandlungsprozesse miteinbezogen werden. Andere Regionen werden gegenüber der Metropolregion benachteiligt.

Hintergrund:
  Die Landesregierung legt dem Landtag einen Staatsvertrag zur Vertiefung der Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg zur Ratifizierung vor. Die Regierungen von Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben das Papier am 1. Dezember unterzeichnet. Der Staatsvertrag regelt die Finanzierung des bereits seit den 1960er Jahren bestehenden gemeinsamen Förderfonds. Künftig sollen jährlich rund drei Millionen Euro in den Topf fließen, davon 871.000 aus Schleswig-Holstein. Kernpunkt der Zusammenarbeit ist eine Internationalisierungs-Strategie: Hierzu zählen die stärkere Zusammenarbeit in der Wirtschaftsförderung, ein gemeinsames Regionalmarketing, die Zusammenarbeit in der Tourismuspolitik, eine E-Government-Strategie für bürgernahe Verwaltungsvorgänge und eine gemeinsame Interessenvertretung der Metropolregion Hamburg gegenüber der Europäischen Union. Nun müssen die drei Landesparlamente zustimmen, damit der Vertag in Kraft treten kann.
  In einem am gleichen Tag unterzeichneten Verwaltungsabkommen haben die drei Länder zudem den institutionellen Rahmen der Zusammenarbeit neu geregelt: Oberstes Beschlussgremium der Metropolregion soll künftig der Regionsrat sein, der aus je drei Vertretern der Landesregierungen, 14 Vertretern der beteiligten Kreise sowie insgesamt 17 Kommunal-Deligierten bestehen soll. Er soll einmal jährlich tagen. Zudem ist die Errichtung einer gemeinsamen Geschäftsstelle mit sechs Mitarbeitern (je zwei pro Land) geplant. Die Geschäftsstelle wird zunächst dezentral arbeiten (in Bad Segeberg, Hamburg und Lüneburg). Für 2008 ist dann die Eröffnung der gemeinsamen Geschäftsstelle in Hamburg vorgesehen.

Stichwort: Metropolregion
 
Die Metropolregion besteht aus der Stadt Hamburg sowie 14 angrenzenden Landkreisen. In Schleswig-Holstein sind dies die Kreise Lauenburg, Stormarn, Segeberg, Pinneberg, Steinburg sowie seit jüngstem auch der gesamte Kreis Dithmarschen. Insgesamt wohnen in der Metropolregion rund 4,5 Millionen Menschen.

Druckversion

zurück zum Textanfang / Seitenanfang

ttt

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
In stiller Trauer

I n n e n  / R e c h t

1. Lesung:
Verwaltungsstruktur-Reform
2. Lesungen:
Landesverwaltungsgesetz
Landesbeamtensgesetz
Anträge:
Regelung des Strafvollzugs
Bleiberechtsregelung
(ohne Aussprache)
Berichte:
Gerichtsstruktur
Diäten-Bericht
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

2. Lesungen:
Nachtragshaushalt 2005 / Haushaltsplan 2006
Staatsvertrag "Dataport"
(ohne Aussprache)
Antrag:
Mitglied LRH
(ohne Aussprache)
Berichte:
Haushaltsrechnung 2003
(ohne Aussprache)
Umsatzsteuer-Ermäßigung
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesung:
Krebsregister
(ohne Aussprache)
Anträge:
Lebensmittelsicherheit
Weihnachtsgeld Pflege
Politik für behinderte Menschen
Rauchfreier öffentlicher Raum
Wohnen im Alter
(ohne Aussprache)
Berichte:
Aktionsplan Kinder u. Jugend
Maßregelvollzug
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesungen:
Staatsvertrag Metropolregion
Kostenmodernisierung
(ohne Aussprache)
2. Lesung:
Energiewirtschaftsgesetz
(ohne Aussprache)
Anträge:
Mehrwertsteuer
Flughafen Kiel-Holtenau
"Port Package II"
ÖPNV / Wirtschaftsstruktur
Außenwirtschaft S-H
(ohne Aussprache)
Berichte:
DSL-Breitbandversorgung
Energiekosten
Verkehrsbindung Helgoland
(ohne Aussprache)
Husumer Hafen
(ohne Aussprache)
GA Wirtschaftsstruktur
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

1. Lesung:
Staatsvertrag Direktzahlun-
gen Landwirtschaft

(ohne Aussprache)
2. Lesungen:
EG-Gentechnikgesetz
(ohne Aussprache)
Lebensmittelchemiker
(ohne Aussprache)
Anträge:
Kormoran-Verordnung
Tourismus-Wachstum
(ohne Aussprache)
Berichte:
Milchmarkt
Wattenmeerkonferenz
Landwirtschaftskammer
Emissionshandel
(ohne Aussprache)
Atomausstieg
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesung:
Schulgesetz
2. Lesung:
Kita-Gesetz
Antrag:
Betriebliche Ausbildung
Bericht:
Anreizbudget für Unis

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

- - -