Top 18:
Keine Kormoranverordnung
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Antrag der Fraktion der FDP – 16/477 |
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Top 44:
Situation und Entwicklung des Milchmarktes
(Landtagsbeschluss vom 29. September 2005 – Drs. 16/254neu)
Federführend ist das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und
ländliche Räume |
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Ist der Abschuss von
Kormoranen zulässig?
Opposition kritisiert geplante
Verordnung des Landwirtschaftsministeriums
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Kiel (SHL/16.12.).
Dürfen Schleswig-Holsteins Kormorane zum Abschuss freigegeben
werden? "Nein", sagen die Grünen und verweisen auf
EU- und Bundesrecht, das die Vogelart unter Naturschutz stellt.
"Ja", sagt Landwirtschaftsminister Christian von
Boetticher (CDU) mit Blick auf die Gefräßigkeit der Tiere. Des
Ministers Argumentation fand schließlich die von schwarz-rot
getragene Mehrheit. Damit kann die Kormoranverordnung nun wie
vom Landwirtschaftsministerium vorgesehen geplant werden.
In einer hitzigen Debatte – Grundlage war ein
Antrag der Grünen zum Schutz der Kormorane – legten die
Kontrahenten ihre Argumente auf den Tisch. Die These des
Ministers, die Tiere würden der See- und Berufsfischerei
großen Schaden zufügen, wies Karl-Martin Hentschel von den
Grünen zurück: Dies würde nicht durch aktuelle Zahlen belegt.
Auch der Einschätzung von Boettichers, der Kormoran bedrohe
andere geschützte Tierarten, mochte Hentschel nicht folgen.
Deshalb sei die geplante Verordnung auch nicht mit dem
bestehenden Recht vereinbar, so die Schlussfolgerung des
Grünen-Politikers.
Von Boetticher machte sich die Kritik zu eigen:
Er kündigte an, die geplante Kormoran-Verordnung an aktuelle
Statistiken, die noch zu erstellen seien, zu knüpfen.
Gleichzeitig warf er den Grünen Verlogenheit vor: Sie selbst
hätten unter der damaligen rot-grünen Landesregierung den
Abschuss von Kormoranen unterstützt. Allein im Jahr 2004 seien
896 Tiere per Einzelfallgenehmigung getötet worden. Von
Boetticher bemaß den Einkommensverlust für Schleswig-Holsteins
Fischer durch den schwarzen Wasservogel auf mindestens 16
Prozent.
Mit harscher Kritik reagierte die Herlich Marie
Todsen-Reese (CDU) auf den Vorstoß der Grünen: Angesichts der
2.805 brütenden Kormoran-Paare im Jahr 2004 könne von einer
bedrohten Tierart keine Rede sein. Es gehe keineswegs um ein
"Feuer frei" auf alle Kormorane, stellte Sandra
Redmann vom Koalitionspartner SPD klar. Vielmehr solle per
Verordnung eine artgerechte Reduzierung des Bestandes
ermöglicht werden.
Gelb-Grüne Koalition in der Sache
Die Liberalen hatten einen eigenen Antrag
eingebracht: Sie sahen zwar nicht den Bestand der Kormorane
gefährdet, teilten aber die rechtlichen Bedenken der Grünen:
Zurecht bekomme der Landwirtschaftsminister von den Gegnern der
geplanten Verordnung vorgehalten, dass es seit dem Jahr 2001
keine quantitativen Angaben über die tatsächlichen Schäden
für die Fischwirtschaft durch eine Landesregierung gegeben
habe, konstatierte Günther Hildebrand (FDP).
Die Liberalen mahnten wie die Partei der
dänischen Minderheit eine Problemlösung an, die den Abschuss
der Kormorane untersagt, wirtschaftlichen Schaden abwendet und
dem Schutz der heimischen Tierwelt Rechnung trägt. Dies sei mit
milderen Mitteln möglich. Dazu gehöre beispielsweise der
Einsatz von Gipseiern oder die Nestzerstörung, so Hildebrand.
Statt den Einsatz der Flinte zu fördern, solle die
Landesregierung lieber innovative Lösungen anstreben, betonte
Lars Harms (SSW). In diesem Zusammenhang verwies er auf
Maßnahmen in Dänemark. Dort würden die Gelege der Kormorane
mit Öl besprüht, um das Ausbrüten zu verhindern.
Hintergrund:
Die Grünen fordern die
Landesregierung auf, keine "Kormoran-Verordnung"
zu erlassen, die die Jagd auf den schwarzen Wasservogel
erlaubt. Eine solche Verordnung ist nach Angaben des
Landwirtschaftsministeriums in der Planung.
Die Landesregierung begründet das Vorhaben mit der
"Abwehr von fischereiwirtschaftlichen Schäden in
Binnengewässern" und verweist darauf, dass der auch
Seerabe genannte Vogel jährlich 400 Tonnen Fisch aus Seen
und Teichen erbeute. Dies führe bei den 20 Fluss- und
Seefischern und den 20 Teichwirten im Lande zu
Umsatzverlusten von 25 Prozent.
Die Grünen hingegen verweisen darauf, dass der
Phalacrocorax Carbo, wie Biologen das Tier nennen, sowohl
von der EU als auch vom Bundes-Naturschutzgesetz als
bedrohte Art eingestuft wird. Zudem bezweifelt die
Oppositionsfraktion die Angaben der Kormoran-Gegner
bezüglich des wirtschaftlichen Schadens und der
Gefährdung anderer Tierarten.
In einem kurz vor der Aussprache eingebrachten Antrag
fordert auch die FDP, die Kormoranverordnung nicht zu
erlassen, weil sie gegen höherrangiges Recht verstoße.
Insgesamt gibt es rund 2.760 Brut-Paare im Land.
Bisher existiert eine Richtlinie, die in Ausnahmefällen
"Vergrämungsabschüsse" erlaubt.
plenum-online,
September
2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/september2004/
texte/27_25_komoran_raumordnung.htm)
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Milch
billiger als Mineralwasser Landtag
sorgt sich um Preisverfall für Milchprodukte
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Kiel (SHL/16.12.)
Trotz sinkender Marktpreise für Milch sieht
Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) die
Zukunft der schleswig-holsteinischen Milchbauern nicht
gefährdet. Der Minister hatte zu diesem Thema dem Landtag einen
Bericht auf Antrag von Schwarz-Rot vorgelegt. Von Boetticher
lobte darin die milchproduzierenden Landwirte auch wegen ihrer
Verdienste um den Landschaftsschutz. Gleichwohl machten sinkende
Marktpreise und erhöhte Produktionskosten es den Bauern nicht
gerade leicht, sagte er. Eine Entspannung der Lage könne eine
Vergrößerung der Milchbörsengebiete bringen. Allerdings seien,
so der Minister, eine restriktive Markt- und Preispolitik der EU-Kommission in Verbindung mit einem Überangebot an Milch auf dem europäischen Markt maßgebliche Rahmenbedingungen.
Der CDU-Agrarexperte Claus Ehlers forderte eine
Reduzierung der Produktionsmenge: Nur so könne sich der
Marktpreis langfristig von allein regulieren. Gleichzeitig warf
er der EU vor, Preisdruck zu erzeugen, um Haushaltsmittel sparen
zu können. Henning Höppner (SPD) und Lars Harms vom SSW
kritisierten, dass Mineralwasser teilweise teurer sei als Milch.
"Das ist einfach nicht hinnehmbar", so Höppner.
Günther Hildebrand (FDP) forderte mehr freie Marktwirtschaft,
auch in der Landwirtschaft. Er sagte, es sei wünschenswert,
dass Lebensmittelhandelsketten und Milchwirtschaft auf
Augenhöhe diskutieren könnten. Dazu sei allerdings ein
Konzentrationsprozess notwendig.
Gegen ein Mehr an selbstständiger
Marktwirtschaft wandte sich der Grüne Karl-Martin Hentschel:
"Das funktioniert schon aus dem Grund nicht, weil
Frischmilch nicht international handelbar ist." Er
prognostizierte eine Verschärfung des Preiskampfes: Dies sei
weder gesund für Mensch und Umwelt, noch für die
Betriebe.
Laut
Bericht gibt es in Schleswig-Holstein rund 6.000 Milch
erzeugende Betriebe. 360.000 Milchkühe geben jährlich
etwa 2,4 Milliarden Kilo Milch, die in 19 Meiereien
weiterverarbeitet werden.
Der Bericht wurde an den Umwelt- und
Agrarausschuss überwiesen.
Hintergrund:
Auf Antrag von Schwarz-Rot
berichtet die Landesregierung über die Situation der
Milchbauern im Lande.
Die Milchbauern leiden unter sinkenden
Erzeugerpreisen. Derzeit erhalten Schleswig-Holsteins
Landwirte nur 27,62 Cent pro Kilogramm Milch – das sind
etwa sechs Cent weniger als 2001. Die Produktionskosten
hingegen sind durch Energie, Futtermittel und
Sozialbeiträge angestiegen.
Die Landesregierung macht in ihrem Bericht zwei
Hauptursachen für diese Negativ-Entwicklung aus:
- Die Vorgaben der EU.
Nach dem derzeitigen Quotensystem bekommt jeder
Mitgliedsstaat eine jährliche Höchstmenge zugeteilt:
für Deutschland rund 27,8 Millionen Tonnen. Für
Überproduktion muss der Landwirt eine so genannte
Super-Abgabe zahlen. Es ist jedoch möglich, innerhalb
der 21 deutschen Milchhandelsregionen im Rahmen der so
genannten Saldierung Überproduktionen mit
Unterproduktionen in anderen Betrieben zu verrechnen.
Dieses System möchten Schleswig-Holstein und
Niedersachsen liberalisieren. Künftig soll die Milch
nicht nur in den 21 Regionen, sondern bundesweit
vermarktet werden können. Die beiden Länder haben im
November eine entsprechende Initiative in den
Bundesrat eingebracht.
- Die starke
Marktposition des Einzelhandels. Die fünf größten
Supermarkt-Ketten beherrschen 71 Prozent des Marktes.
Dadurch treten sie häufig als größter Abnehmer vom
Molkerei-Produkten auf und können so insbesondere
kleinen Meiereien die Preise diktieren. Die
Landesregierung regt deshalb eine weitere
Konzentration auf dem Meierei-Sektor an. Dadurch, so
die Hoffnung, hätten die Meiereien eine stärkere
Position und könnten auch beispielsweise den Export
ihrer Produkte ins Ausland als weiteres Standbein
anstreben.
Laut
Bericht gibt es in Schleswig-Holstein rund 6.000 Milch
erzeugende Betriebe. 360.000 Milchkühe geben jährlich
etwa 2,4 Milliarden Kilo Milch, die in 19 Meiereien
weiterverarbeitet werden.
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