Auf dieser Seite: Lebensmittelsicherheit

xxx

Top 23:
Sichere Lebensmittel – Besserer Verbraucherschutz
Lebensmittelüberwachung effizienter gestalten
Antrag der Fraktion der FDP
Änderungsantrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Drucksache: 16/425neu, 16/447
-Plenarprotokoll-

FDP: Kontrollnetze für Fleisch
sind zu großmaschig

Landtag berät Konsequenzen aus dem "Gammelfleisch-Skandal"

Kiel (SHL/14.12.) Fleischprodukte aus Schleswig-Holstein sind ausreichend kontrolliert und sicher – kriminelle Energie könne jedoch durch kein Gesetz verhindert werden. Dies hat Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) in einem von der FDP beantragten mündlichen Bericht zum jüngsten Fleischskandal gesagt. Der Minister gab zu bedenken, dass freiberufliche Lebensmittelsachverständige, die nach einem Vorschlag der Liberalen die behördlichen Überwachungsstellen unterstützen sollen, keine Befugnis zur Ahndung von möglichen Verstößen hätten. "Die Verpflichtung gegenüber Verbrauchern und landwirtschaftlichen Betrieben nehmen wir sehr ernst", unterstrich er und begrüßte vor dem Hintergrund des "Gammelfleisch-Skandals" den vorgestellten Zehn-Punkte-Plan von Bundesumweltminister Horst Seehofer (CSU).

Heiner Garg (FDP) warf der Regierung dagegen vor, dass das Kontrollnetz trotz aller Qualitätszertifikate und Gütesiegel nicht funktioniere. Er forderte eine stärkere Transparenz für den Verbraucher und kritisierte, dass die vorhandenen Schutz-Regelungen noch aus Zeiten stammten, in denen Fleisch hauptsächlich in klein- und mittelständischen Betrieben produziert wurde. Heute, da Discounter und Lebensmittelketten das Bild bestimmen, seien diese Regelungen überholt, so Garg. Monika Heinold (Grüne) begrüßte den Antrag der FDP und warnte davor, den Verbraucherschutz wieder aus den Augen zu verlieren, sobald der Fleischskandal nicht mehr die Schlagzeilen bestimme.

Frauke Tengler von der CDU nannte sichere Lebensmittel ein "unabdingbares Muss", bezeichnete die derzeitigen Kontrollen aber als "ausreichend". Schließlich sei das verdorbene Fleisch dadurch aufgespürt worden. Die SPD-Abgeordnete Siegrid Tenor-Alschausky verwies auf den im Koalitionsvertrag niedergeschriebenen Verbraucherschutz. Sie forderte jedoch die "Möglichkeit des strafrechtlichen Zugriffs auf Firmen" und nicht nur auf Personen, die ungenießbares Fleisch auf den Markt bringen. Lars Harms (SSW) forderte ein bundesweites Gütesiegel anstelle von regionalen Einzellösungen. Der Bericht wurde an den Sozialausschuss sowie den Umwelt- und Agrarausschuss überwiesen.

Hintergrund:
  Die FDP regt ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Überwachung der Lebensmittelhygiene an und fordert von der Landesregierung einen Bericht zu diesem Thema. Hintergrund ist der "Gammelfleisch-Skandal". So soll ein Gelsenkirchener Unternehmen rund 60 Tonnen verdorbenes Fleisch umetikettiert und als Frischfleisch weiterverkauft haben. Ein Teil dieses Fleisches stammte auch aus Kiel. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt gegen die Verantwortlichen einer Firma, die zwischen Januar 2004 und Januar 2005 ungenießbares Putenhackfleisch an das Gelsenkirchener Unternehmen geliefert haben soll. Auch in Niedersachsen haben die Behörden in jüngster Zeit mehrfach den unsachgemäßen Umgang mit Fleisch festgestellt.
  Das Bundes-Landwirtschaftsministerium hat deshalb Ende November ein Sofortprogramm vorgestellt. Es beinhaltet unter anderem verbesserte Kontrollen, eine umfassendere Dokumentationspflicht für Gammelfleisch, eine Meldepflicht für Unternehmen, denen verdorbene Ware angeboten wird und eine verbesserte Kommunikation zwischen Bund und Ländern sowie zwischen Lebensmittelbehörden und Justiz. Die Liberalen im Landtag sprechen sich zudem für den Einsatz freiberuflicher Lebensmittelkontrolleure als Unterstützung für die staatlichen Stellen und für unangemeldete Kontrollen in den Betrieben aus. Zudem soll Gammelfleisch durch besondere Farben und Aromen kenntlich gemacht werden. In einem Zusatzantrag sprechen sich die Grünen zudem für ein Verbraucher-Informationsgesetz des Bundes aus.
Druckversion

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
In stiller Trauer

I n n e n  / R e c h t

1. Lesung:
Verwaltungsstruktur-Reform
2. Lesungen:
Landesverwaltungsgesetz
Landesbeamtensgesetz
Anträge:
Regelung des Strafvollzugs
Bleiberechtsregelung
(ohne Aussprache)
Berichte:
Gerichtsstruktur
Diäten-Bericht
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

2. Lesungen:
Nachtragshaushalt 2005 / Haushaltsplan 2006
Staatsvertrag "Dataport"
(ohne Aussprache)
Antrag:
Mitglied LRH
(ohne Aussprache)
Berichte:
Haushaltsrechnung 2003
(ohne Aussprache)
Umsatzsteuer-Ermäßigung
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesung:
Krebsregister
(ohne Aussprache)
Anträge:
Lebensmittelsicherheit
Weihnachtsgeld Pflege
Politik für behinderte Menschen
Rauchfreier öffentlicher Raum
Wohnen im Alter
(ohne Aussprache)
Berichte:
Aktionsplan Kinder u. Jugend
Maßregelvollzug
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesungen:
Staatsvertrag Metropolregion
Kostenmodernisierung
(ohne Aussprache)
2. Lesung:
Energiewirtschaftsgesetz
(ohne Aussprache)
Anträge:
Mehrwertsteuer
Flughafen Kiel-Holtenau
"Port Package II"
ÖPNV / Wirtschaftsstruktur
Außenwirtschaft S-H
(ohne Aussprache)
Berichte:
DSL-Breitbandversorgung
Energiekosten
Verkehrsbindung Helgoland
(ohne Aussprache)
Husumer Hafen
(ohne Aussprache)
GA Wirtschaftsstruktur
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

1. Lesung:
Staatsvertrag Direktzahlun-
gen Landwirtschaft

(ohne Aussprache)
2. Lesungen:
EG-Gentechnikgesetz
(ohne Aussprache)
Lebensmittelchemiker
(ohne Aussprache)
Anträge:
Kormoran-Verordnung
Tourismus-Wachstum
(ohne Aussprache)
Berichte:
Milchmarkt
Wattenmeerkonferenz
Landwirtschaftskammer
Emissionshandel
(ohne Aussprache)
Atomausstieg
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesung:
Schulgesetz
2. Lesung:
Kita-Gesetz
Antrag:
Betriebliche Ausbildung
Bericht:
Anreizbudget für Unis

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

- - -