Auf dieser Seite: "Port Package"ÖPNV / GA Wirtschaftsstruktur  

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Top 26: 
Ablehnung von "Port Package II"
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD
        Neu: ohne Aussprache

Drucksache: 16/428
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Top 20: 
Keine Kürzungen beim Öffentlichen Nahverkehr
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Drucksache: 16/392
-Plenarprotokoll-
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       Aufruf gemeinsam mit:
Top 28: 
Zukunft der ÖPNV-Regionalisierungsmittel und der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur"
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD
Drucksache: 16/430neu 
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Nein zu Port Package II

Kiel (SHL/16.12.) Der Landtag hat auf Antrag von CDU und SPD die Landesregierung aufgefordert, sich bei der Bundesregierung dafür einzusetzen, dass die von der EU-Kommission vorgelegte EU-Richtlinie über den Zugang zum Markt für Hafendienste "Port Package II" in der jetzigen Form abgelehnt wird. Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments hat die Hafenrichtlinie bereits Ende November abgelehnt. Das EU-Plenum selbst wird voraussichtlich im Januar über Port Package II beraten. Die Forderung der Kieler Koalition wurde von allen anderen Landtagsparteien unterstützt. Der Beschluss wurde entgegen der Tagesordnung kurzfristig ohne Aussprache gefasst.

Port Package II ist die Neuauflage einer Gesetzesinitiative der EU-Kommission. Ihr Vorläufer, Port Package I, war 2003 im Europäischen Parlament gescheitert. Der Neuauflage zufolge sollen Dienstleistungen in allen europäischen Häfen liberalisiert werden. Das heißt: Reedereien sollen ihre eigenen Hafenarbeiter oder Lotsen mitbringen und das Löschen und Laden in Eigenregie übernehmen dürfen. Sie sollen dabei nicht verpflichtet werden, Beschäftigte oder bestehende Tarife zu übernehmen. Hierdurch befürchten die Koalitionsfraktionen, in Einklang mit den anderen norddeutschen Bundesländern, Schäden für die norddeutsche Hafeninfrastruktur und den Verlust von Arbeitsplätzen.

Hintergrund:
  CDU und SPD fordern die Landesregierung auf, sich gegen die EU-Hafenrichtlinie Port Package II auszusprechen.
  Port Package II ist die Neuauflage einer Gesetzesinitiative der EU-Kommission. Ihr Vorläufer, Port Package I, war 2003 im Europäischen Parlament gescheitert. Der Neuauflage zufolge sollen Dienstleistungen in allen europäischen Häfen liberalisiert werden. Das heißt: Reedereien sollen ihre eigenen Hafenarbeiter oder Lotsen mitbringen und das Löschen und Laden in Eigenregie übernehmen dürfen. Sie sollen dabei nicht verpflichtet werden, Beschäftigte oder bestehende Tarife zu übernehmen. Hierdurch befürchten die Koalitionsfraktionen, in Einklang mit den anderen norddeutschen Bundesländern, Schäden für die norddeutsche Hafeninfrastruktur und den Verlust von Arbeitsplätzen.
  Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments hat die Richtlinie Ende November abgelehnt. Das EU-Plenum wird im Januar über Port Package II beraten.
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Appell an Berlin: 
Bus und Bahn weiter fördern

Landtag pocht zudem auf Regional-Förderung aus Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe

Kiel (SHL/16.12.) In großer Geschlossenheit hat der Landtag gegen die Kürzungspläne der Bundesregierung beim Öffentlichen Personen-Nahverkehr Stellung bezogen. Die anvisierten Einschnitte bei Bussen und Bahnen seien ein Schlag gegen den Standort Schleswig-Holstein, warnten Redner aller Parteien. Die Personenbeförderung im Lande sei eine "Erfolgsstory", der Norden hier bundesweit "Vorreiter". Durch die Kürzungen drohten nun Fahrpreis-Erhöhungen und eine Ausdünnung der Fahrpläne. Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) betonte, dass sämtliche 16 Landes-Wirtschaftsminister sich jüngst auf der Fachministerkonferenz ebenfalls gegen die Pläne ausgesprochen hätten. Die Länder, so Austermann weiter, würden auch im Bundesrat eine gemeinsame Position bei diesem Thema vertreten.

Das neue schwarz-rote Bundeskabinett plant, die so genannten Regionalisierungsmittel von insgesamt jährlich 6,8 Milliarden Euro bis 2009 schrittweise um 15 Prozent zu kürzen. Für Schleswig-Holstein, das zurzeit etwa 220 Millionen pro Jahr kassiert, liegen die Ausfälle in den nächsten vier Jahren nach Angaben Austermanns bei insgesamt 95 Millionen. Das Geld wird von den Ländern in der Regel an Verkehrsbetriebe weitergereicht und zum Kauf von Zügen, S-Bahnen oder Bussen verwendet sowie in das Schienennetz gesteckt.

GA-Fördermittel sollen bleiben

Gleichzeitig forderten alle Landtagsfraktionen den Erhalt der Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur". Hierbei unterstützen Bund und Länder gewerbliche Unternehmen und Infrastrukturprojekte in strukturschwachen Regionen. Nach Austermann Angaben sind in Schleswig-Holstein im Rahmen dieses Programms insgesamt 20 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln ausgeschüttet worden. Dadurch seien Investitionen in Höhe von 200 Millionen angeschoben und viele Arbeitsplätze geschaffen und gesichert worden. Alle Redner wandten sich gegen Bestrebungen, diese Förderung nur noch in Ostdeutschland auszuzahlen.

Grundlage der Debatte waren zwei Anträge der Grünen und der schwarz-roten Koalition. Der Koalitionsantrag wurde mit den Stimmen von CDU, SPD, FDP und SSW bei Enthaltung der Grünen angenommen. Ein ähnlich gelagerter Grünen-Antrag scheiterte an der Mehrheit von Schwarz-Rot.

Weitere Hauptredner: Klaus Müller (Grüne), Johannes Callsen (CDU), Bernd Schröder (SPD), Heiner Garg (FDP), Lars Harms (SSW)

Hintergrund:
  In zwei Anträgen sprechen sich sowohl die Grünen als auch Schwarz-Rot gegen die von der neuen Berliner Koalition geplanten Kürzungen bei Bus und Bahn im Nahverkehr aus.
  Das Bundeskabinett plant, diese so genannten Regionalisierungsmittel von insgesamt jährlich 6,8 Milliarden Euro bis 2009 schrittweise um 15 Prozent zu kürzen. Für Schleswig-Holstein, das zurzeit etwa 220 Millionen pro Jahr kassiert, lägen die Ausfälle in den nächsten vier Jahren bei insgesamt 93,5 Millionen. Das Geld wird von den Ländern in der Regel an Verkehrsbetriebe weitergereicht und zum Kauf von Zügen, S-Bahnen oder Bussen verwendet. Die schleswig-holsteinische Landesregierung hat sich bereits gegen die Pläne ausgesprochen, ebenso wie Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.
  Zudem fordern die Landtagsfraktionen von CDU und SPD den Erhalt der Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur". Hierbei unterstützen Bund und Länder gewerbliche Unternehmen und Infrastrukturprojekte in strukturschwachen Regionen. Berlin und das jeweilige Land tragen die Kosten je zur Hälfte. Fördergebiete in Schleswig-Holstein sind die Arbeitsmarktregionen Flensburg, Heide, Husum, Lübeck, Kiel und Ratzeburg. Für den Förderzeitraum 2004 bis 2008 sind in diesem Gegenden Investitionen in die gewerbliche Wirtschaft und die wirtschaftsnahe Infrastruktur in Höhe von 143,129 Millionen Euro geplant.

mehr Infos: plenum-online, regionale Wirtschaftsstruktur August 2003
(www.sh-landtag.de/plenumonline/august2003/
texte/23_30_wirtschaftsstruktur_existenz.htm)

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