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Top 44: Situation und Entwicklung des Milchmarktes (Landtagsbeschluss vom 29. September 2005 – Drs. 16/254neu) Federführend ist das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume – Drs. 16/415 |
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Milch billiger als Mineralwasser Landtag sorgt sich um Preisverfall für Milchprodukte Kiel (SHL/16.12.) Trotz sinkender Marktpreise für Milch sieht Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) die Zukunft der schleswig-holsteinischen Milchbauern nicht gefährdet. Der Minister hatte zu diesem Thema dem Landtag einen Bericht auf Antrag von Schwarz-Rot vorgelegt. Von Boetticher lobte darin die milchproduzierenden Landwirte auch wegen ihrer Verdienste um den Landschaftsschutz. Gleichwohl machten sinkende Marktpreise und erhöhte Produktionskosten es den Bauern nicht gerade leicht, sagte er. Eine Entspannung der Lage könne eine Vergrößerung der Milchbörsengebiete bringen. Allerdings seien, so der Minister, eine restriktive Markt- und Preispolitik der EU-Kommission in Verbindung mit einem Überangebot an Milch auf dem europäischen Markt maßgebliche Rahmenbedingungen. Der CDU-Agrarexperte Claus Ehlers forderte eine Reduzierung der Produktionsmenge: Nur so könne sich der Marktpreis langfristig von allein regulieren. Gleichzeitig warf er der EU vor, Preisdruck zu erzeugen, um Haushaltsmittel sparen zu können. Henning Höppner (SPD) und Lars Harms vom SSW kritisierten, dass Mineralwasser teilweise teurer sei als Milch. "Das ist einfach nicht hinnehmbar", so Höppner. Günther Hildebrand (FDP) forderte mehr freie Marktwirtschaft, auch in der Landwirtschaft. Er sagte, es sei wünschenswert, dass Lebensmittelhandelsketten und Milchwirtschaft auf Augenhöhe diskutieren könnten. Dazu sei allerdings ein Konzentrationsprozess notwendig. Gegen ein Mehr an selbstständiger Marktwirtschaft wandte sich der Grüne Karl-Martin Hentschel: "Das funktioniert schon aus dem Grund nicht, weil Frischmilch nicht international handelbar ist." Er prognostizierte eine Verschärfung des Preiskampfes: Dies sei weder gesund für Mensch und Umwelt, noch für die Betriebe. Laut Bericht gibt es in Schleswig-Holstein rund 6.000 Milch erzeugende Betriebe. 360.000 Milchkühe geben jährlich etwa 2,4 Milliarden Kilo Milch, die in 19 Meiereien weiterverarbeitet werden. Der Bericht wurde an den Umwelt- und Agrarausschuss überwiesen. |
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