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Auf dieser
Seite: Klimafragen
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Top 14:
Rat für
Klimafragen
Antrag der
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN |
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Einrichtung eines Rates für
Klimafragen stößt auf Skepsis
CDU sieht nicht allein
norddeutsche Länder in der Pflicht
Kiel (SHL/13.12.06).
Die von den Grünen geforderte
Gründung eines Rates für Klimafragen der Länder Hamburg,
Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist im Landtag auf
breite Skepsis gestoßen. Während die SPD den Antrag
grundsätzlich guthieß, aber vor allem Fragen zur Finanzierung
ausmachte, mahnte die Union eine vom Bund gesteuerte Klimaschutz-Strategie
unter Einbeziehung aller Länder an. Der SSW warnte vor einem sich
selbst blockierenden Gremium. Die FDP bekundete Zuspruch für den
Vorstoß und forderte, eine Millionen Euro für die Gründung des
Rates zur Verfügung zu stellen. Kritisiert wurde im Plenum, dass
der Antrag Mecklenburg-Vorpommern als mögliches Mitglied in dem
Klimarat ausklammere. Der Umwelt- und Agrarausschuss wird weiter
beraten.
Norddeutschland brauche einen Klimarat, um seine
Interessen zu bündeln und Schlussfolgerungen aus der
Klimaentwicklung zu ziehen, verteidigte der Fraktionschef der
Grünen, Karl-Martin Hentschel (Foto), den Antrag seiner Partei.
Schleswig-Holstein und seine Nachbarn müssten aufgrund der immer
kurzfristiger auftretenden Wetteränderungen Strategien gegen die
Folgen wie etwa die immer häufigeren Sturmfluten entwickeln. Hentschel warnte eindringlich vor den Folgen
des globalen Klimawandels: "Ein Abschmelzen von Grönland hebt den
Meeresspiegel um sieben Meter. Dann liegt die Meeresküste bei Rendsburg."
Hintergrund des Antrages der Grünen sind die
Klimaveränderungen, die durch die Erderwärmung verursacht
werden. Die von vielen Experten befürchteten Auswirkungen auf den
norddeutschen Küstenraum bestehen unter anderem in einem Anstieg
des Wasserspiegels, einem veränderten Salzgehalt des Wassers und
extremen Wetterphänomenen wie Hitzeperioden und
Starkniederschlägen. Die Grünen fordern daher zudem ein
"Konzept zur Anpassung an den Klimawandel" sowie
Schritte zur Verringerung des Ausstoßes klimaschädlicher Gase
wie CO2.
Stimmen aus dem Plenum:
Axel Bernstein (CDU): Ein Regionalrat ist
nicht zielführend. Ein bundesweites Konzept würde Bund und
Ländern viel Doppelarbeit ersparen. Außerdem haben sich die
Kollegen in Niedersachsen schon gegen einen Klimarat für
Norddeutschland entschieden.
Konrad Nabel (SPD): D ie
Ausrichtung des Antrages auf einen norddeutschen Rat für
Klimafragen ist zu unterstützen. Allerdings sind noch viele
organisatorische, finanzielle und strukturelle Fragen im Hinblick
zum Beispiel auf die Rolle Mecklenburg-Vorpommerns, den Sitz und
die Finanzierung des Rates zu klären.
Günther Hildebrand (FDP): Ein
Sachverständigenrat kann durchaus konkrete Vorschläge zur
Bekämpfung des Klimawandels unterbreiten. Die
Küstenanrainer-Länder Schleswig-Holstein, Hamburg,
Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern sind vom
Klimawandel besonders bedroht.
Lars Harms (SSW): Ein solcher Rat muss
interdisziplinär besetzt sein. Darin liegt aber auch die Gefahr,
dass dieser sich eher blockiert, als dass er notwendige Maßnahmen
erarbeitet.
Umweltminister Christian von Boetticher (CDU):
Klimapolitik muss von Bund und Ländern gemeinsam betrieben
werden. Vor diesem Hintergrund gibt es im kommenden Jahr auch eine
Sonderkonferenz der Länder.
Hintergrund:
Die Grünen fordern die
Landesregierung auf, gemeinsam mit Hamburg, Bremen und
Niedersachsen einen Rat für Klimafragen ins Leben zu
rufen. Das Gremium soll mit Fachleuten aus den Bereichen
Klimaforschung, Wasserwirtschaft, Küstenschutz, Energie
und Naturschutz besetzt werden und den Parlamenten der
drei beteiligten Länder berichten.
Hintergrund der Initiative sind die
Klimaveränderungen, die durch die Erderwärmung
verursacht werden. Die von vielen Experten befürchteten
Auswirkungen auf den norddeutschen Küstenraum bestehen
unter anderem in einem Anstieg des Wasserspiegels, einem
veränderten Salzgehalt des Wassers und extremen
Wetterphänomenen wie Hitzeperioden und
Starkniederschlägen. Die Grünen fordern daher ein
"Konzept zur Anpassung an den Klimawandel" sowie
Schritte zur Verringerung des Ausstoßes klimaschädlicher
Gase wie CO2.
Das Thema hat in jüngster Zeit durch verschiedene
wissenschaftliche Studien an Aktualität gewonnen.
Untersuchungen der britischen Regierung sagen einen
Einbruch der Weltwirtschaft um 20 Prozent als Folge der
Erderwärmung voraus. Unter anderem könnten über 200
Millionen Menschen durch Überschwemmungen und Dürren aus
ihrer Heimat vertrieben werden. Nach Angaben des
UN-Klimasekretariats ist der Ausstoß an Treibhausgasen in
Europa trotz der Vereinbarungen des Kyoto-Protokolls
gestiegen: In Ost- und Mitteleuropa um 4,1 Prozent, in
Westeuropa um zwei Prozent.
Stichwort: Kyoto-Protokoll
Die Kyoto-Vereinbarung verpflichtet
die zurzeit beteiligten 35 Industrienationen und die EU, die
Treibhausemissionen bis 2012 um zwölf Prozent unter das
Niveau von 1990 zu senken. Auf der Mitte November im
kenianischen Nairobi zu Ende gegangenen Weltklimakonferenz
beschlossen die 6.000 Delegierten, die Verringerung der
Treibhausgase durch das Kyoto-Protokoll 2008 zu
überprüfen. Geplant ist, auf Grundlage dieser Bewertung
neue Emissionsgrenzwerte für die Zeit nach 2012, wenn die
Kyoto-Vereinbarungen auslaufen, festzusetzen. Aus der
Bewertung sollten sich allerdings nicht automatisch neue
Verpflichtungen ergeben, hieß es zum Abschluss der
UN-Konferenz. Die Teilnehmer vereinbarten zudem finanzielle
Hilfen für Entwicklungsländer, um die Folgen des
Klimawandels besser zu verkraften.
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