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Nordseekooperation
Landtagsbeschluss vom 15. September 2006 – Drs. 16/953
Federführend ist das Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa 
Drucksache: 16/1125
-Plenarprotokoll-

Land will "Mare Frisicum" 
stärker ins Blickfeld rücken

Parlament stützt Nordseekooperation

Kiel (SHL/15.12.) Schleswig-Holstein soll künftig stärker in die Nordseekooperation eingebunden werden. Geschlossen erklärte das Plenum, eine verstärkte Zusammenarbeit sei eine notwendige strategische Perspektive für das Land. Europaminister Uwe Döring (SPD) bremste in dem vom Landtag beantragten Bericht jedoch allzu großen Optimismus: "Die  Nordseekooperation wird immer eine deutlich andere Gestalt und wohl auch Qualität haben als die Ostseekooperation". Trotzdem wolle die Regierung alle Anstrengungen unternehmen, die bestehende Zusammenarbeit am "Mare Frisicum" auszubauen.

Im Rahmen der Stärkung der Kooperation sei es ein zentrales Ziel, die gezielte Vermarktung der Stärken des Wirtschaftsstandorts Schleswig-Holstein im Nordseeraum voranzutreiben, so Döring. Zudem sollen bei den Partnerschaften zu Süd-Norwegen und Süd-Dänemark sowie zu den Niederlanden "die Nordsee-Themen stärker in den Blick genommen werden". Eine "gewisse Skepsis was Großbritannien betrifft", konnte Schleswig-Holsteins Europaminister allerdings nicht verhehlen, da die zentralistischen Strukturen in London eine Kooperation erschwerten.

Der Bericht wurde unter Mitberatung des Wirtschafts- und Umweltausschusses federführend an den Europaausschuss überwiesen.

Hauptredner: Hartmut Hamerich (CDU), Rolf Fischer (SPD), Ekkehard Klug (FDP), Detlef Matthiessen (Grüne), Lars Harms (SSW)

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Hintergrund:
  Auf Antrag aller Fraktionen berichtet die Landesregierung in einem 86 Seiten starken Bericht über den Stand und die Perspektiven der Nordseekooperation.
  Dem Bericht zufolge stand die Zusammenarbeit im Nordseeraum, anders als die Ostseekooperation, "bislang nicht im Fokus der Kooperationspolitik des Landes". Es wird festgestellt, dass sich "im Nordseeraum bislang kaum ein tragfähiges Netzwerk nordsee-umspannender Kooperation entwickelt hat". Ausnahmen bilden vor allem Projekte im Bereich Umwelt- und Küstenschutz, etwa die Nordseeschutzkonferenz und die Wattenmeerkooperation. Demgegenüber fehlen Vorhaben in den Bereichen, Wirtschaft, Technologie, Kultur oder Jugendbegegnung. In diesen Feldern existieren lediglich bilaterale Formen der Zusammenarbeit, etwa zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark. Als Grund für diese gering ausgeprägte Gemeinsamkeit führt das Papier aus dem Europaministerium an, "dass der in den meisten Nordseeanrainerstaaten begrenzte Kompetenzzuschnitt der regionalen Ebene" hier Grenzen setze.
  Dennoch betont der Bericht, dass die Nordsee-Zusammenarbeit "eine notwendige strategische Perspektive für Schleswig-Holstein" sei. Es gelte aber, "sich auf das Gestaltbare zu konzentrieren". Hierzu zählt dem Bericht zufolge die Entwicklung der "Transportdrehscheibe" Schleswig-Holstein durch den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals, den Bau der A 20 samt Elbquerung sowie den Bau einer Fehmarnbeltquerung. Ein wesentliches Instrument zur Verzahnung des Landes mit anderen Räumen in der Region soll dabei das EU-Programm INTERREG sein. Hierdurch, so das Papier, könnten Synergien zum Beispiel im Bereich Schiffssicherheit erreicht werden.
  Das Land will nach der Kommunalreform in Dänemark die Kontakte zur neuen Region Syddanmark ausbauen. Neben den bestehenden Verbindungen zum "Eastern Norway County Network" in Norwegen sollen auch verstärkt Kontakte in die Niederlande geknüpft werden. Demgegenüber sei es aber "bislang nicht gelungen, intensivere und vor allem nutzbare Kontakte nach Großbritannien zu knüpfen".

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