Nach den schwarz-roten Plänen soll die Zahl der
Förstereien von 41 auf 30 und die der unteren Forstbehörden von
sechs auf drei verringert werden. Zudem ist ein Personalabbau von
294 auf 177 Stellen geplant. Betriebsbedingte Kündigungen soll es
nicht geben. Den Forstarbeitern und Verwaltungskräften wird ein
Rückkehrrecht in den Landesdienst bis Ende 2012 garantiert, falls
es bis dahin zu einer Beteiligung privater Investoren kommt.
Die neue Forstanstalt soll bis 2012 schwarze Zahlen
schreiben und dann nicht mehr auf Landeszuschüsse angewiesen sein.
Bisher flossen jährlich zehn Millionen Euro in den Wald. Aufgrund
der „wirtschaftlichen Zwänge", so Hartmut Hamerich (CDU),
sei eine Modernisierung der Bewirtschaftung „mehr als
überfällig". Schleswig-Holstein orientiere sich dabei am
Vorbild verschiedener anderer Bundesländer. Auch Umweltminister
Christian von Boetticher (CDU) bekräftigte, die Finanzierung des
Waldes aus den öffentlichen Kassen sei bei der momentanen
Haushaltslage „nicht mehr zu leisten".
Sandra Redmann (SPD) betonte, ihre Fraktion habe
sich für eine „Gleichrangigkeit der Nutz-, Schutz- und
Erholungsfunktion" des Waldes eingesetzt. Sie erteilte erneut
eventuellen Verkaufsplänen eine Absage. Die wirtschaftliche
Effizienz der neuen Anstalt müsse sich stets am Allgemeinwohl
orientieren.
Grüne: „Naturschutz nach Kassenlage" /
Opposition fordert Beteiligung im Verwaltungsrat der Forstanstalt
Diesen Vorrang der öffentlichen Nutzung sah die
Opposition bedroht. Günther Hildebrand (FDP) kritisierte, die „vornehmlich
betriebswirtschaftliche Zielsetzung" der Anstalt zerschlage
bewährte Strukturen: So könne die „personell deutlich
geschwächte Forstverwaltung" die Gemeinwohlaufgaben nicht mehr
wahrnehmen. Detlef Matthiessen (Grüne) bemängelte, Schwarz-Rot
betreibe „Naturschutz nach Kassenlage". Stattdessen müsse
der Landeswald an eine Stiftung übertragen werden. Einen „schleichenden
Prozess zu einer rein wirtschaftlichen Betrachtung des Waldes"
machte Lars Harms (SSW) aus. So werde sich die Reduzierung der
Förster von 133 auf 46 negativ auswirken.
Ein weiterer Kritikpunkt der Opposition war die
Zusammensetzung des Verwaltungsrates der Forstanstalt. Dort sollten
nicht nur, wie von der Koalition verabredet, zwei Vertreter der
großen Landtagsfraktionen vertreten sein, sondern alle
Landtagsparteien sollten Sitz und Stimme erhalten. Zudem forderten
sie einen Sitz für den Landesnaturschutzverband und einen zweiten
Personalvertreter.
Die Forderungen der Opposition scheiterten an der
Mehrheit der Koalition. Auch ein FDP-Änderungsentwurf, der unter
anderem eine Verschiebung der Forstreform bis Oktober 2008 erreichen
wollte, fand keine Mehrheit.