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Auf dieser Seite: Schulbus-Kosten 

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Top 12:
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Schleswig-
Holsteinischen Schulgesetzes (Schulgesetz / SchulG) 
Gesetzentwurf der Fraktion B 90/DIE GRÜNEN  
Drucksache: 16/1715
-Plenarprotokoll-
       Aufruf gemeinsam mit 
Top 16:
Konsequenzen der Landesregierung aus der Entscheidung des nordfriesischen Kreistages gegen die Elternbeteiligung an der Schülerbeförderung 
Antrag der Abgeordneten des SSW
Drucksache: 16/1716

Nach Koalitionsausschuss (Foto)

Streit um Elternbeteiligung an den Schulbuskosten geht weiter

Koalition kündigt "Kann-Bestimmung" an / Finanzierung weiter offen / Im Januar soll Gesetzentwurf vorliegen

Kiel (SHL/14.12.). Nachdem der Koalitionsausschuss im Streit um die 30-prozentige Elternbeteiligung an den Schulbuskosten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag keine Einigung erzielen konnte, haben sich Regierungsfraktionen und Opposition rund zehn Stunden später im Plenum erneut einen Schlagabtausch zum Thema geliefert. FDP, Grüne und SSW warfen Schwarz-Rot „Realitätsverweigerung" vor; CDU und SPD geißelten die Kritik der Opposition als „Flucht in den Populismus". Laut Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) plant die Landesregierung die im Schulgesetz festgelegte Elternbeteiligung in eine "Kann-Bestimmung" umzuwandeln.

Den Kreisen schrieb Erdsiek-Rave grundsätzlich ins Stammbuch, „geltende Gesetze zu beachten". Das Land könne nicht zulassen, dass „man über den Rechtsbruch zu einer neuen Rechtslage komme". Anlass war die Weigerung des Kreises Nordfriesland, das Elterngeld zu erheben. Allerdings, so die Ministerin, sei es in diesem Fall „nicht verhältnismäßig mit Zwangsmaßnahmen zu reagieren". Zudem hätte der Landrat – wie es das Gesetz vorschreibt – bereits Widerspruch gegen die Entscheidung des Kreistages eingelegt.

Hintergrund: Die schwarz-rote Koalition hatte die Elternbeteiligung im Januar 2007 ins neue Schulgesetz geschrieben und war dafür öffentlich in die Kritik geraten. Zuletzt hatte der nordfriesische Kreistag auf Antrag der CDU-Fraktion mit großer Mehrheit die erst Ende Juni beschlossene Satzung über die Elternbeteiligung wieder aufgehoben: Der Landrat soll bereits gezahlte Beiträge zurück überweisen, und der Landtag soll das Schulgesetz in diesem Punkt wieder ändern, heißt es in dem Husumer Beschluss. Auch der Kreis Dithmarschen und neuerdings auch der Kreis Plön wollen die Eltern nicht an den Schulbuskosten beteiligen.

„Kein Ruhmesblatt in der jüngeren
Geschichte Schleswig-Holsteins"

Die Einführung der Elternbeteiligung sei „kein Ruhmesblatt in der jüngeren Geschichte Schleswig-Holsteins" gewesen, räumte der Fraktionsvorsitzende der CDU, Johann Wadephul, ein. Mit der vorgesehenen, rückwirkend greifenden Kann-Bestimmung müssten die Kreise „ihre Satzung der neuen Rechtssituation anpassen". Die Koalition werde im Januar einen gemeinsamen Gesetzentwurf vorlegen, kündigte sein Amtskollege in den Reihen der SPD, Lothar Hay, an. Dieser werde dann die Frage der Elternbeteiligung „im Detail" regeln, wie die Kommunen eine Gesetzesänderung „bezahlen können". Beide Parteien hätten „in den letzten Wochen einen schmerzlichen Prozess durchlaufen müssen". Gleichwohl gelte, so Hay: Wenn man einen Fehler macht, müsse man dazu stehen und versuchen ihn gemeinsam zu korrigieren.

„Kreistagen wird der Schwarze Peter zugespielt"

„Die Elternbeteiligung ist sozialpolitischer Unsinn", erneuerte Grünen-Fraktionschef Karl-Martin Hentschel dagegen die Vorwürfe seiner Fraktion. Und: Mit der Einführung einer Kann-Bestimmung würde den „Kreistagen der schwarze Peter zugespielt". Die Koalition drücke sich vor der Entscheidung und betreibe „Realitätsverweigerung". Der Koalitionsausschuss habe sich als „Wiederaufbereitungsanlage für abgebrannte Koalitionselemente" entpuppt, fügte Ekkehard Klug (FDP) hinzu. Eine Elternbeteiligung bezeichnete er als „verkappte Einführung eines Schulgeldes".

Anke Spoorendonk (SSW) prangerte an, eine Kann-Regelung erlassen zu wollen und über die Kompensation für die Kommunen erst später zu entscheiden. „Da werden sich die Kreise und ihre politischen Vertreter aber freuen. Welcher Kreis will jetzt schon freiwillig die Elternbeteiligung abschaffen, wenn er noch nicht weiß, woher das Geld für diese Schülerbeförderung kommen soll?", so Spoorendonk.

Grundlage der Debatte war ein Berichtsantrag des SSW und ein Gesetzentwurf der Grünen, der eine Streichung der Elternbeteiligung aus dem Schulgesetz vorsieht. Der Entwurf wurde an Bildungsausschuss sowie den Finanzausschuss überwiesen.

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Hintergrund:
  Die Grünen legen einen Gesetzentwurf vor, mit dem sie die umstrittene 30-prozentige Elternbeteiligung an den Schulbuskosten umgehend abschaffen und zur alten Regelung im Schulgesetz zurückkehren wollen. Demnach dürften Eltern nur dann an den Kosten beteiligt werden, wenn die Schülerfahrkarte als Netzkarte auch privat genutzt werden darf. Zudem fordert der SSW eine Debatte des Landtages über das Thema. Beide Anträge waren im Vormonat als Dringlichkeitsanträge gestellt worden - CDU und SPD hatten jedoch eine inhaltliche Debatte zu diesem Zeitpunkt abgelehnt (plenum-online, November 2007).
  Die schwarz-rote Koalition hatte die Elternbeteiligung im Januar 2007 ins neue Schulgesetz geschrieben und war dafür öffentlich in die Kritik geraten. Zuletzt hatte der nordfriesischen Kreistag auf Antrag der CDU-Fraktion mit großer Mehrheit die erst Ende Juni beschlossene Satzung über die Elternbeteiligung wieder aufgehoben: Der Landrat soll bereits gezahlte Beiträge zurück überweisen, und der Landtag soll das Schulgesetz in diesem Punkt wieder ändern, heißt es in dem Husumer Beschluss. Auch der Kreis Dithmarschen will die Eltern nicht an den Schulbuskosten beteiligen. Alle anderen Kreise haben hingegen eine entsprechende Satzung erlassen.
   Nach dem Votum der nordfriesischen Kreispolitiker hatte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) von einer Dienstreise aus Indien einen Kursschwenk eingeläutet, dem die CDU-Landtagsfraktion und ein Parteitag Ende November mehrheitlich folgten. Die Union will nun die Elternbeteiligung „spätestens zum Schuljahr 2008/2009" wieder aus dem Gesetz streichen. Voraussetzung: Weder die kommunalen Haushalte noch der Landeshaushalt dürfen hierdurch belastet werden. Auch ein SPD-Landesparteitag im März hatte die Rücknahme der Elternbelastung gefordert.
   Nachdem vonseiten der beiden Koalitionspartner unterschiedliche Finanzierungsvorschläge gemacht wurden, soll nun der schwarz-rote Koalitionsausschuss am Donnerstag dieser Plenarwoche eine Lösung finden. Hintergrund: Mit der Elternbeteiligung sollte den Kommunen zusätzlicher finanzieller Spielraum gegeben werden, nachdem das Land im Zuge der Haushaltskonsolidierung den Zuschuss zum kommunalen Finanzausgleich um 120 Millionen Euro pro Jahr im Doppelhaushalt 2007/2008 gekürzt hatte. Jüngsten Angaben Berechnungen der Nachrichtenagentur dpa zufolge würde sich das Einsparvolumen für die Kreise und Gemeinden auf sieben Millionen Euro belaufen; zuvor waren Einsparungen in Höhe bis elf Millionen Euro genannt worden. Je nach Kreis käme auf jeden Schüler eine Belastung von 100 bis 200 Euro jährlich zu.
   Die Diskussion um die Elternbeteiligung war der Auslöser für den zum Januar angekündigten Rücktritt von  Innenminister Ralf Stegner (SPD). In diesem Zusammenhang  kam es zu heftigen Meinungsverschiedenheiten im schwarz-roten Lager. Anlass war ein FDP-Vorstoß zur Abschaffung der Elternbeteiligung, der damals mit schwarz-roter Mehrheit abgelehnt wurde.

Aktuell: 
Vorerst kein Ergebnis im Koalitionsausschuss von Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins Koalitionspartner CDU und SPD haben ihre Gespräche über Konfliktthemen in der Nacht zum Freitag ohne greifbares Ergebnis unterbrochen. Mehr als viereinhalb Stunden sprachen Spitzenpolitiker beider Parteien am Donnerstagabend beim Koalitionsausschuss in Kiel über die Elternbeteiligung an den Schulbuskosten und die Verwaltungsstrukturreform im Norden. Die Gespräche sollen an diesem Freitagnachmittag weitergehen.

vorherige Debatten zum Thema: plenum-online, Mai 2007
plenum-online, September 2007
Dringlichkeitsantrag zum Thema: plenum-online, November 2007
weitere Informationen auf der Seiten 
zum
kommunalen Finanzausgleich (Thema in dieser Tagung)

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