Die Antwort hierauf sei bisher strittig geblieben,
so Kubicki. Er betonte, seine Fraktion strebe keine
Voll-Privatisierung an und stehe zum deutschen Drei-Säulen-Modell
aus Privatbanken, Genossenschaftsinstituten und Sparkassen. Aber:
Die jüngste Krise bei der öffentlich-rechtlichen Sachsen-LB zeige,
dass sich sowohl die kommunalen Träger als auch das
Sparkassen-Management ihrer Verantwortung bewusst werden müssten.
Tobias Koch (CDU) und Thomas Rother (SPD) verwiesen
auf den schwarz-roten Koalitionsvertrag, wonach die Sparkassen
öffentlich-rechtlich organisiert und damit am Gemeinwohl orientiert
bleiben sollen. Koch machte sich allerdings für die Möglichkeit
eines „Anteilshandels" wie in Hessen oder Rheinland-Pfalz
stark. Hierbei können die Sparkassen untereinander Anteile
verkaufen. Innenminister Ralf Stegner (SPD) warf der FDP vor, ihr
Vorstoß erfolge „gegen den Willen der Betroffenen, der Kommunen
und der Sparkassen".
Grüne befürchten „Einstieg in
bedingungslose
Privatisierung"
Auch Monika Heinold (Grüne) setzte einem „Einstieg
in eine bedingungslose Privatisierung" ein „klares Nein"
entgegen. Allerdings machte sie Defizite beim Umgang der Sparkassen
mit ihren Kunden aus, etwa bei den Kontoführungsgebühren oder dem
Verkauf von Kredit-Forderungen an Investment-Fonds. So würden die
Sparkassen „die Berechtigung der Sonderstellung als öffentlich
rechtliche Kreditinstitute" verspielen.
Anke Spoorendonk (SSW) konnte dem FDP-Vorstoß „auf
den ersten Blick" zustimmen. Allerdings mache es sie
misstrauisch, „dass dieser Vorschlag von den
Privatisierungsbefürwortern der FDP kommt". Damit verwies sie
auf verschiedene Versuche der Liberalen, eine Teil-Privatisierung
der Sparkassen mit bis zu 49 Prozent zu ermöglichen.
Nach den Fusionen der Sparkassen Kiel, Eckernförde
und Plön sowie Büdelsdorf und Mittelsholstein gibt es im Lande
derzeit 17 selbstständige Sparkassen mit über 450 Filialen. Die
Institute wiesen im Jahr 2006 ein Geschäftsvolumen von insgesamt
36,5 Milliarden Euro auf.
Der Finanz- sowie der Innen- und Rechtsausschuss
beraten weiter.