plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Polizei / Personalstruktur

xxx

Top 15:
Entwicklung der Alters- und Personalstruktur
im Bereich der Landespolizei
Große Anfrage der Fraktion der FDP – Drs. 16/1506
Antwort der Landesregierung (Federführend ist das Innenministerium) 
Drucksache: 16/1678
-Plenarprotokoll-

Ist der Polizeiberuf noch 
attraktiv für die Jugend?

Unterschiedliche Positionen im Plenum zur Alters-Entwicklung bei der Landespolizei

Kiel (13.12.) Die zunehmende Alterung beim Personal der Landespolizei erfordert nach Ansicht von Innenminister Ralf Stegner (SPD) keinen akuten Handlungsbedarf. „Wir haben momentan eine ausgewogene Altersstruktur und es gibt derzeit keine Hinweise auf unmittelbar zu ergreifende Maßnahmen", erklärte Stegner als Antwort auf eine Große Anfrage der FDP. Laut Bericht des Innenministeriums wird das Durchschnittsalter der Polizisten von momentan 41,5 Jahren bis zum Jahr 2020 auf voraussichtlich 43,4 Jahre steigen. „Bei konstanter Neueinstellungspraxis wird es uns gelingen, den prognostizierten Altersdurchschnitt zu halten", sagte Stegner und versprach in diesem Zusammenhang, jede frei werdende Stelle werde künftig wieder neu besetzt. Der Minister mahnte aber auch, es dürfe keine Kürzungen im Polizeihaushalt geben.

„Der aktuelle Ist-Zustand ist noch relativ gut, für die Zukunft gibt es aber deutlichen Handlungsbedarf", hielt Oppositionsführer Wolfgang Kubicki (FDP) dagegen. Seiner Rechnung zufolge würden zwischen 2007 und 2012 insgesamt 220 Stellen etwa durch mangelnde Eignung oder Kündigung fehlen – eine Rechnung, die Stegner als falsch zurückwies. Kubicki beklagte zudem, die Rahmenbedingungen für die Nachwuchswerbung seien nicht die besten: „Kürzungen bei Sonderzahlungen, struktureller Abbau des Personalkörpers und damit verbundene Mehrbelastungen sind nicht das Umfeld, in welchem sich einfach neue Nachwuchskräfte finden lassen."

Ein Problem bei der Gewinnung von nachrückenden Jung-Polizisten machte auch Thomas Rother (SPD) aus. Die Motivation sei durch Verschlechterungen bei der Arbeitszeit oder bei den Kürzungen des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes strapaziert worden. Dagegen sah Peter Lehnert (CDU) keinen Grund zur Sorge: „Auf Grund der Attraktivität des Polizeiberufs und seiner sozialen Anerkennung in der Bevölkerung sollten wir auch zukünftig keine übertriebenen Befürchtungen haben, genügend Nachwuchs für die Polizei zu finden".

In die gleiche Kerbe schlug Anke Spoorendonk vom SSW: „Die ausführliche Antwort auf die Große Anfrage belegt, dass wir derzeit in Schleswig-Holstein eine Alters-Struktur haben, die zumindest mittelfristig nicht Besorgnis erregend ist." Es bedürfe jedoch dauernder Anstrengungen, Qualifizierungen und auch Motivierung, um „den guten Standard, den wir im Land haben" zu behalten. Wie Karl-Martin Hentschel (Grüne) plädierte Spoorendonk für die Abschaffung des im öffentlichen Dienst praktizierten „starren" Laufbahn-Prinzips. Der öffentliche Dienst im Allgemeinen und die Polizei im Besonderen müsse „endlich zu einem Vergütungssystem geführt werden, das sich ausschließlich an der konkret ausgeübten Tätigkeit und der persönlichen Leistung bemisst", forderte Hentschel.

Der Innen- und Rechtsausschuss diskutiert das Thema nun abschließend.

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
   Die Landesregierung legt ihre Antwort auf eine Große Anfrage der FDP zur Entwicklung der Altersstruktur bei der Landespolizei vor.
   Demnach wird sich der Anteil älterer Polizeibeamter bis 2020 voraussichtlich erhöhen, das Durchschnittsalter im Polizeidienst von derzeit 41,5 Jahren auf 43,4 Jahre ansteigen. Im mittleren Dienst sind zurzeit 21,8 Prozent der Polizisten unter 30 Jahre alt. Im Jahr 2020 werden es nur noch 17,7 Prozent sein. Der Anteil der Über-55-Jährigen wird demgegenüber im gleichen Zeitraum von 4,8 Prozent auf 21,2 Prozent ansteigen. Ein ähnliche Entwicklung wird im gehobenen Dienst prognostiziert: Hier steigt der Anteil der Über-55-Jährigen von 14,5 Prozent auf 21,8 Prozent. Das Innenministerium sieht aber „den homogenen Altersaufbau grundsätzlich weiterhin gewährleistet".
   Im Jahr 2007 gibt es 6.535 Planstellen im Polizeivollzugsdienst. Hinzu kommen 535 Anwärter. Die Zahl der Anwärter richtet sich jeweils nach den in drei Jahren, nach Abschluss der Ausbildung, zu erwartenden Pensionierungen. 2006 sind 134 Polizisten ausgeschieden, 105 wurden eingestellt. Die Differenz erklärt das Ministerium damit, dass ein „zwischenzeitlich aufgebauter Personalüberhang" abgebaut werde. Im Jahr 2020 wird sich die Zahl der Polizisten, die aus dem Dienst ausscheiden, auf insgesamt 302 erhöhen. In diesem Jahr sollen dann 350 Nachwuchskräfte eingestellt werden. Der Frauenanteil bei den Anwärtern hat sich in den vergangenen Jahren reduziert: von 43,2 Prozent im Jahr 1998 auf 31,9 Prozent im laufenden Jahr.
   Laut den Zahlen aus dem Ministerium hat sich die Zahl der Körperverletzungen, insbesondere durch Kinder, Jugendliche und Heranwachsende, in den letzten zehn Jahren deutlich erhöht – etwa bei den 18- bis 20-Jährigen um 40,6 Prozent auf 3.562. Die Landesregierung sieht in diesem Zusammenhang aber kein Problem durch das höhere Durchschnittsalter der Polizisten: Dies spiele „eine nachrangige Rolle, da die polizeiliche Hauptarbeit in Fällen von Körperverletzung eher in der Ermittlungsarbeit als in der Einsatzbewältigung zu sehen ist".
   Auch bei anderen Aspekten sieht die Landesregierung keine Probleme für die Landespolizei durch die Alterung: So lasse „eine voraussichtlich unwesentlich signifikant höhere Beteiligungsrate älterer Verkehrsteilnehmer an Verkehrsunfällen mit schwerwiegenden Folgen nicht den Schluss auf eine stärkere Bindung polizeilicher Einsatzkräfte zu". Auch bei den Mobilen Einsatzkommandos und den Spezialeinsatzkommandos, wo es etwa bei den Einsatzbeamten ein Höchstalter von 45 gibt, gebe es „keinen Handlungsbedarf".

Debatte zum Personalkonzept: plenum-online, Juni 2007

Hintergrund: Große Anfrage
   Eine Fraktion oder mindestens 18 Abgeordnete können eine Große Anfrage an die Landesregierung stellen. An die Beantwortung soll sich eine Aussprache im Landtag anschließen. Kann eine Anfrage nicht innerhalb eines Monats beantworten werden, so muss der Präsident die Große Anfrage auf Verlangen der Fragestellenden auf die Tagesordnung der nächsten Plenarsitzung setzen.

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Frohe Weihnachten und...

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert

Zitate 2007...

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:
Jugendstrafvollzug
Landes-Verfassungsgericht
Brand-/Katastrophenschutz
(ohne Aussprache)
Sicherheit in Häfen
(ohne Aussprache)
Sammlungs- und Lebens-
partnerschaftsgesetz

(ohne Aussprache)
Ministerversorgung
(ohne Aussprache)
Juristen-Staatsprüfung
(ohne Aussprache)
Große Anfrage:
Polizei-Personalstruktur
Wahl:
Kontrollkommission Verfassungsschutz
(ohne Aussprache)
Anträge:
Landes-Verfassungsgericht
Nordstaat
Amtsgerichts-Struktur
Fluggast-Daten
Polizei / Strategie 2012
Berichte:
Landes-Verfassungsgericht
Vorratsdatenspeicherung
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

2. Lesung:
Glücksspiel-Monopol
1. Lesung:
Sparkassengesetz
Anträge:
Kommunaler Finanzausgleich
Ermäßigter Mehrwert-
steuersatz
Berichte:
Glücksspiel-Monopol
Haushaltsrechnung 2006
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesungen:
Freie Schulen / Bezuschussung
Schulbus-Kosten
Anträge:
Schulbus-Kosten
Genehmigung von Regional- / Gemeinschaftsschulen
Interkulturelle Bildung
Uni-Klinikum / Vorstand
Berichte:
Minderheitenbericht 2007
Europ. Forschungsraum
(ohne Aussprache)
Science Center
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Anträge:
Hartz IV / Zwangs-Verrentung
Kinderschutzgesetz
(ohne Aussprache)
Berichte:
Errnährung in KiTas und Schulen
Krankenhausfinanzierung
Arbeitsvermittlung GRAMARK
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesungen:
Landeswassergesetz
Landesforsten
Anträge:
Erneuerbare Energien / Zukunftsprogramm
EU-Meerespolitik
(ohne Aussprache)
Berichte:
EG-Wasserrahmenrichtlinie
Fäkalienverschmutzung in der Ostsee
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Antrag:
Zukunftsprogramm / Erneuerbare Energien
Bericht:
Science Center
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
EU-Meerespolitik
(ohne Aussprache)
Bericht:
Europ. Forschungsraum
(ohne Aussprache)