Demnach sollen ältere Arbeitslose ab 63 von den
Behörden in Rente geschickt werden können, wenn sie auf dem
Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelbar sind. Der Rentenabschlag
betrüge damit bis zu 7,2 Prozent. Nach den ursprünglichen Plänen
von CDU/CSU und SPD war sogar eine Zwangs-Verrentung ab 58 mit einem
Rentenabschlag von bis zu 18 Prozent angedacht. Dies, so Lars Harms
(SSW), hätte sich zu einer „Katastrophe für breite Schichten der
Bevölkerung" entwickeln können. Es gehe der Bundes-Koalition
nur darum, ältere Erwerbslose aus der Arbeitslosenstatistik
herausstreichen zu können. Angelika Birk (Grüne) beklagte die
jüngste Ankündigung der CDU-Bundestagsfraktion, die
parlamentarische Beratung zu diesem Thema ins nächste Jahr zu
verschieben. Dies sei „Mobbing gegen ältere Arbeitslose".
Heiner Garg (FDP), der nach einem Unfall nach
längerer Zeit wieder an das Redepult treten konnte, befand, der
Berliner Kompromiss sei „keine Lösung". Denn: Er verschiebe
das Problem lediglich in die Zukunft. „Mit der Anhebung der
Altersgrenze von 58 auf 63 Jahre wird uns die Diskussion spätestens
in fünf Jahren wieder einholen", so Garg.
Torsten Geerdts (CDU) und Wolfgang Baasch (SPD)
lobten die Hochsetzung der Altersgrenze auf 63 hingegen als „vernünftige
Korrektur". Sie wiesen zudem auf die steigenden
Vermittlungszahlen für ältere Arbeitslose hin – diese seien
damit die Gewinner des wirtschaftlichen Aufschwungs. Hierzu hätten
auch die Initiative "Beschäftigungschancen für Ältere"
der Landesregierung und die Initiative "50 plus" des
Bundes beigetragen. Arbeitsminister Uwe Döring (SPD) forderte einen
weiteren „Bewusstseinswandel" der Wirtschaft zugunsten
älterer Mitarbeiter.
Der Sozialausschuss berät weiter.