Plenum lehnt starre
Förderquote
für erneuerbare Energien ab
Grüne wollen festen Anteil aus dem
Zukunftsprogramm Wirtschaft festschreiben
Kiel (SHL/12.12.). Mit
Skepsis und Ablehnung hat der Landtag auf das Ansinnen der Grünen
reagiert, 40 Prozent der Mittel aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft
verbindlich für den Klimaschutz einzusetzen. Teile aus dem rund 680
Millionen Euro schweren Fördertopf würden bereits für Projekte
zur Förderung erneuerbarer Energien und Energieeinsparung
verwendet, so der parteiübergreifende Tenor im Plenum. CDU, SPD und
SSW wandten sich vor allem gegen die von den Grünen vorgeschlagene Fixierung des 40-Prozent-Anteils. Der Antrag wurde an die
Ausschüsse für Wirtschaft sowie Umwelt und Agrar überwiesen.
„Die Energiewende ist ein gigantisches
Wirtschaftsprogramm", warb Detlef Matthiessen (Grüne) in der
Debatte für weitreichende Investitionen im Bereich erneuerbare
Energien. Hier gebe es vieles, was bei der Realisierung „finanziell
über Schwellen gehoben werden muss". Schleswig-Holstein ist in
Klimaschutzfragen und bei den erneuerbaren Energien längst auf der
Überholspur, größtenteils bereits an der Spitze, hielt
Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) dagegen und verwies
insbesondere auf die Windenergie-Branche.
„Wenn es gute Förderideen gibt, werden sie auch
genehmigt", sagte Johannes Callsen (CDU). Eine feste Quote gehe
an den Unternehmen vorbei. Und: die Förderschwerpunkte seien mit
der EU abgesprochen und da ein Teil des Geldes aus Brüssel komme,
könnten diese nicht so einfach geändert werden. Auch Olaf Schulze
(SPD) und Lars Harms (SSW) argumentierten in diese Richtung und
erteilten einer starren Förderquote eine Absage. Energiepolitische
Ziele seien bereits im Zukunftsprogramm Wirtschaft aufgenommen
worden, betonte Heiner Garg (FDP)
Das Zukunftsprogramm Wirtschaft ist Teil des
Zukunftsprogramms Schleswig-Holstein. Hier werden von 2007 bis 2013
rund 680 Millionen Euro Fördermittel für Wirtschaftsförderung
bereitgestellt. Der Löwenanteil mit 332 Millionen Euro kommt aus
dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), rund 173
Millionen Euro werden aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe
"Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur"
erwartet, weitere 175 Millionen Euro aus Landesmitteln. Mit diesen
Mitteln kann nach Angaben der Landesregierung ein
Investitionsvolumen von schätzungsweise zwei Milliarden Euro in
Gang gesetzt werden.