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Auf dieser Seite: Mehrwertsteuersatz 

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Ermäßigten Mehrwertsteuersatz erhalten und weiterentwickeln
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Drucksache: 16/1742
-Plenarprotokoll-

Hundefutter kontra Babywindeln – Diskussion um ermäßigte Mehrwertsteuer

Kiel (SHL/12.12.) Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) hat sich langfristig für die Abschaffung der ermäßigten Mehrwertsteuer von sieben Prozent ausgesprochen. „Wir brauchen stattdessen eine Konzentration auf eine Verbrauchssteuer und eine Einkommenssteuer mit familienbezogener Komponente", erklärte der Minister in einer von den Grünen beantragten Debatte im Landtag. Die derzeitige Steuervergünstigung, so Wiegard, koste den Bund jährlich 21 Milliarden Euro und das Land Schleswig-Holstein 300 Millionen. Dieses Geld könne zum Beispiel für die Ausweitung der Kinderbetreuung und für die Aufstockung der Hartz-IV-Sätze aufgewendet werden. Der Minister kritisierte, die derzeitige Regelung sei „absurd", weil sie Reiche wie Arme gleichermaßen begünstige.

Die Grünen hingegen forderten nicht nur die Beibehaltung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes, sondern auch eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Umsatzsteuergesetzes. Ziel solle eine transparentere Regelung und damit eine Überarbeitung der Warenliste, für die die sieben Prozent gilt, nach sozialen, ökologischen und kulturellen Aspekten sein. Es könne nicht angehen, dass Hundefutter-Produkte mit sieben, Babywindeln aber mit 19 Prozent besteuert werden, so die Grünen-Politikerin Monika Heinold.

Auch SPD, FDP und SSW sprachen sich gegen die Abschaffung der Steuersubvention aus. Sie belaste Geringverdiener, aber auch „den Otto-Normal-Verbraucher" unverhältnismäßig.

Die CDU unterstützte den Vorstoß des Finanzministers: Die ermäßigte Mehrwertsteuer gehe ins Leere, diene nicht dem Gemeinwohl, sondern einzelnen Branchen und würde kaum über den Preis an den Endverbraucher weitergeleitet.

Der Antrag wurde dem Finanzausschuss übergeben.

Weitere Hauptredner: Frank Sauter (CDU), Anna Schlosser-Keichel (SPD), Wolfgang Kubicki (FDP), Anke Spoorendonk (SSW)

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Hintergrund:
   Die Grünen fordern den Erhalt des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 7 Prozent – der übliche Satz beträgt 19 Prozent. Die Landesregierung soll sich im Bundesrat für eine transparente Regelung dieses ermäßigten Satzes nach sozialen, ökologischen und kulturellen Aspekten einsetzen. Derzeit kommen etwa 50 Warengruppen sowie eine Reihe von Dienstleistungen in den Genuss des ermäßigten Satzes. Hierzu gehören Fleisch, Milch, Gemüse, Kaffee, Tee, Zucker, Salz, Bücher, Zeitschriften sowie Eintrittskarten für Theater, Museum, Zirkus oder Schwimmbad. Diese Auswahl steht in der Kritik weil zum Beispiel Schnittblumen, nicht aber Topfblumen und Krebse, nicht aber Langusten und Hummer begünstigt werden.
   Die Oppositionsfraktion stellt sich damit gegen Äußerungen von Landesfinanzminister Rainer Wiegard (CDU). Der hatte sich Mitte November laut einem Zeitungsbericht für die Abschaffung des 7-Prozent-Satzes ausgesprochen. Diese Steuervergünstigung, so Wiegard, koste den Bund jährlich 21 Milliarden Euro und das Land Schleswig-Holstein 300 Millionen Euro. Dieses Geld könne zum Beispiel für die Ausweitung der Kinderbetreuung und für die Aufstockung der Hartz-IV-Sätze aufgewendet werden. Der Minister kritisierte, die derzeitige Regelung sei „absurd", weil sie Reiche wie Arme gleichermaßen begünstige. Wiegard hat mit seinem Vorstoß Planungen aus dem Bundesfinanzministerium aufgegriffen, die bisherigen Ausnahmeregelungen im Umsatzsteuergesetz zu überprüfen.

vorherige Debatten zum Mehrwertsteuersatz: 
plenum-online,
Juni 2005
plenum-online, November 2005

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