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Auf dieser Seite: Regional- und Gemeinschaftsschulen 

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Aktueller Stand der Genehmigungsverfahren für
Regional- und Gemeinschaftsschulen
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Drucksache: 16/1760
-Plenarprotokoll-

An sieben Gemeinschaftsschulen wird bereits unterrichtet...

...rund 40 Regionalschulen könnten zum
nächsten Schuljahr starten

Kiel (SHL/12.12.) Die Große Koalition sieht das Land beim Umbau seiner Schullandschaft auf einem guten Weg. Die Antragsprüfungen für Gemeinschafts- und Regionalschulen liefen auf Hochtouren, betonte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD/Foto) in einem von den Grünen beantragten Bericht. Der Wandel werde „durch pragmatische Diskussionen an den Schulstandorten begleitet". Grundsätzlich empfahl die Ministerin jeder Kommune, die Eltern mit in die Debatte um den Umbau der Schulen einzubeziehen. Der Grünen-Politiker Karl-Martin Hentschel griff in der Debatte die CDU scharf an und sagte, CDU-Mehrheiten auf regionaler Ebene wollten das dreigliedrige Schulsystem retten. Ihnen missfalle die Gemeinschaftsschule.

Zu Beginn dieses Schuljahres sind die ersten sieben Gemeinschaftsschulen im Lande mit 726 Fünftklässlern an den Start gegangen. Derweil sollen sich 55 weitere Standorte um die Einführung dieses Schultyps zum nächsten Schuljahr beworben haben. Welche Anträge genehmigt werden, soll bis Anfang 2008 feststehen. Für die erste Regionalschule in Schleswig-Holstein hat das Bildungsministerium Ende Oktober grünes Licht gegeben: Zum August 2008 schließen sich die Realschule in Altenholz-Stift und der Hauptschulteil der Claus-Rixen-Schule in Altenholz-Klausdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) zusammen. Insgesamt liegen dem Ministerium 40 Regionalschul-Bewerbungen vor. Laut dem im Januar 2007 von Schwarz-Rot beschlossenen Schulgesetz sollen bis Sommer 2010 alle schleswig-holsteinischen Haupt- und Realschulen zu Regionalschulen zusammengeführt werden.

Die erfreuliche Antragslage zum kommenden Schuljahr zeige, dass nach dem Start der sieben Gemeinschaftsschulen im Lande nun auch die Regionalschulen auf einem guten Weg sind, konstatierte Susanne Herold (CDU). Und Detlef Buder (SPD) betonte die Wahlfreiheit: „Kein Schulträger kann es sich leisten am Willen der Eltern vorbeizuplanen."

Opposition gespalten

„Die Regionalschule entwickelt sich zur Randerscheinung", monierte dagegen Ekkehard Klug (FDP). Da laut Schulgesetz Gemeinschaftsschulen ihre Schüler auswählen dürften, sei in diesem Punkt eine Änderung des Schulgesetzes auf Dauer unausweichlich. Überdies warnte der Bildungsexperte der Liberalen im Zuge des demografischen Wandels vor einem Schülermangel an kleineren Schulen.

„Mit der Einführung der Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein ist ein Damm gebrochen" sagte Karl-Martin Hentschel (Grüne). Elternbefragungen hätten eine große Mehrheit für die Gemeinschaftsschule ergeben. Vor diesem Hintergrund nannte es Hentschel als nicht nachvollziehbar, dass dieser Entwicklung in der Lehrerausbildung bislang nicht Rechnung getragen werde. „Für Kinder wäre es besser gewesen, alle Schulen in Gemeinschaftsschulen umzuwandeln", so Anke Spoorendonk (SSW). Grund: Gemeinschaftsschulen könnten im Rahmen ihrer pädagogischen Arbeit schneller auf veränderte Anforderungen reagieren.

Der Bericht wurde zur weiteren Beratung an den Bildungsausschuss überwiesen.

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Hintergrund:
   Die Grünen fordern einen mündlichen Regierungsbericht darüber, wie viele Regional- und Gemeinschaftsschulen voraussichtlich zum nächsten Schuljahr im Lande entstehen werden.
   Laut dem im Januar 2007 von Schwarz-Rot beschlossenen neuen Schulgesetz werden bis Sommer 2010 alle schleswig-holsteinischen Haupt- und Realschulen zu Regionalschulen zusammengeführt. Dort wird es eine gemeinsame Orientierungsstufe (Klassen 5 und 6) geben, erst danach trennen sich die Bildungsgänge Hauptschule (bis 9. Klasse) und Realschule (bis 10. Klasse). Auf Antrag können Regionalschulen auch früher als vorgeschrieben entstehen.
   Das Bildungsministerium hat Ende Oktober grünes Licht für die erste neue Schule dieser Art im Lande gegeben: Zum August 2008 schließen sich die Realschule in Altenholz-Stift und der Hauptschulteil der Claus-Rixen-Schule in Altenholz-Klausdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) zusammen. Insgesamt liegen laut Angaben aus dem Ministerium 39 Bewerbungen zur frühzeitigen Regionalschul-Gründung vor.
   Ebenfalls als Teil der Schulreform hat Schleswig-Holstein als erstes Bundesland die Gemeinschaftsschule als neue Schulart eingeführt. Hier sollen die Schüler bis zur 10. Klasse gemeinsam lernen. Die Gemeinschaftsschulen bieten die Abschlüsse von Haupt- und Realschule sowie den Übergang zur gymnasialen Oberstufe an, die sie auch selbst einrichten können. Bis 2010 sollen alle integrierten Gesamtschulen zu Gemeinschaftsschulen entwickelt werden. Diese können aber auch aus anderen Schularten hervorgehen, wenn die Träger dies wollen.
   Zu Beginn dieses Schuljahres sind die ersten sieben Gemeinschaftsschulen im Lande mit 726 Fünftklässlern an den Start gegangen. Medienberichten zufolge haben sich zum 30. November weitere 56 Standorte um die Einführung einer Gemeinschaftsschule zum nächsten Schuljahr beworben – vor allem aus dem ländlichen Raum. Welche Anträge genehmigt werden, soll bis Anfang 2008 feststehen.
   Unterdessen hat die Landesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage des FDP-Abgeordneten Ekkehard Klug
(Drucksache 16/1692) Zahlen über die Schulartempfehlungen der neuen Gemeinschaftsschüler vorgelegt. Demnach hatten 342 Kinder eine Realschul- und 307 eine Hauptschulempfehlung. Nur 63 hatten eine Gymnasialempfehlung, davon der Löwenanteil (54) an der Inselschule Fehmarn. An vier der sieben Gemeinschaftsschulen wurden keine Kinder mit Gymnasialempfehlung eingeschult.

2. Lesung Schulreform: plenum-online, Januar 2007

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