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Auf dieser
Seite: UKSH-Vorstand
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Top 30:
Vorstand
des Universitätsklinikum
Schleswig Holstein (UKSH)
Antrag der
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – Drs. 16/1774 |
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Vorstandszusammensetzung:
Schwarz-Rot unterstützt Auffassung des Uni-Klinikums
Kiel (SHL/13.12.).
Der Landtag legt dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK
S-H) bei der Einstellung eines kaufmännischen Vorstandes keine
Steine in den Weg: Das UK S-H kann entgegen der Rechtsauffassung der
Grünen und des SSW an der Ausschreibung dieser Stelle festhalten.
Union und SPD brachten mit den Stimmen der Liberalen einen eigenen
Antrag durch, der das Vorgehen des UK S-H „faktisch"
unterstützt. Zudem akzeptieren die Regierungsfraktionen, dass das
UK S-H die vakante Stelle des Pflegevorstands derzeit nicht besetzen
will.
Anlass der Debatte war ein von CDU, SPD und FDP
abgelehnter Antrag der Grünen: Die Oppositionspartei hatte darin
die Ausschreibung der Stelle des kaufmännischen Vorstandes
verhindern wollen, weil dies den Bestimmungen des
Landeshochschulgesetzes widerspräche. Das Gesetz schreibe „ein
dreiköpfiges Führungsgremium" vor, argumentierte Angelika
Birk (Grüne). Diese Vorgabe werde nicht erfüllt, weil die Stelle
des Vorstandes für Pflegeservice nicht ausgeschrieben werde.
Beim Vorgehen des UK S-H handele es sich nicht um
einen „Gesetzesbruch", widersprach Wissenschaftsminister
Dietrich Austermann (CDU). Ein Rechtsbruch sei es, wenn man dazu
auffordere, „etwas nicht zu tun", was im Gesetz stehe.
Niclas Herbst (CDU) warnte vor der Eröffnung von
„Nebenkriegsschauplätzen". Angesichts des geplanten Umbau
des UK S-H müsse man sich überhaupt „Gedanken machen, wie der
Vorstand aussehen soll". In dieselbe Richtung argumentierte
Jürgen Weber (SPD): Bis zur Fertigstellung eines Konzeptes für das UK
S-H werde die Stelle des Pflegevorstands nicht ausgeschrieben.
Ekkehard Klug (FDP) sprach sich für die Einsetzung eines „Arbeitsdirektors"
aus. Dagegen forderte Anke Spoorendonk (SSW), dass die „Position
des Vorstandes für Krankenpflege wieder besetzt" werden
müsse.
Hintergrund:
Die Grünen protestieren gegen die
Ausschreibung der Stelle des kaufmännischen Vorstands
beim Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H).
Sie widerspreche den Bestimmungen des
Landeshochschulgesetzes, bemängelt die
Oppositionsfraktion. Zudem soll die Landesregierung ihr
Sanierungskonzept für das defizitäre Klinikum im Plenum
darlegen.
Der Vorstandsvorsitzende des UK S-H,
Wissenschaftsstaatssekretär Jost de Jager (CDU), hatte im
Oktober die Ausschreibung des Postens eines
kaufmännischen Klinik-Leiters angekündigt, weil der
derzeitige Amtsinhaber das Unternehmen zum Jahresende
verlässt. Zugleich hatte er aber erklärt, die Position
des Vorstandes für Pflege- und Patientenservice, dessen
bisherige Inhaberin auf eigenen Wunsch nach Göttingen
wechselt, solle laut Aufsichtsratsbeschluss zunächst
unbesetzt bleiben.
In dieser Entscheidung sehen die Grünen
einen Verstoß gegen Paragraph 88 des Hochschulgesetzes.
Dort heißt es: „Der Vorstand besteht aus dem Vorstand
für Krankenversorgung als Vorsitzender oder Vorsitzendem,
dem kaufmännischen Vorstand und dem Vorstand für
Krankenpflege und Patientenservice." Da die
Ausschreibung nicht rechtskonform sei, müsse sie
zurückgezogen werden. Stattdessen sollten beide Posten
– Finanz- wie Pflege-Vorstand – neu ausgeschrieben
werden.
In einem kurz vor der Aussprache vorgelegten
Antrag sprechen sich CDU und SPD dafür aus, die derzeit
vakante Stelle des Pflegevorstands nicht auszuschreiben,
bis eine Klärung darüber erfolgt ist, ob durch Änderung
des Hochschulgesetzes eine neue Vorstandsstruktur
geschaffen wird. Und: Die Landesregierung wird
aufgefordert, ihr bekannt werdende Bewerber für die
Stelle eines kaufmännischen Vorstandes darauf
hinzuweisen, dass sich die Stellenausschreibung vom
17.11.2007 hinsichtlich der Vorstandsstruktur auf den
derzeit bestehenden faktischen Zustand stützt, nicht
jedoch auf die derzeit geltende Gesetzeslage.
Das UK SH ist zum 1. Januar 2003 aus den
Universitätsklinika Kiel und Lübeck entstanden. Es hat
2.400 Patientenbetten und ist mit derzeit 10.600
Beschäftigten der größte Arbeitsgeber im Lande. 6.100
Beschäftigte arbeiten in Kiel, 4.500 in Lübeck. Das UK
SH ist eine Anstalt öffentlichen Rechts in Trägerschaft
des Landes.
Vorgeschichte:
Im Laufe des Jahres 2007 waren drei
der bis dahin vier Vorstandsmitglieder des UK S-H
ausgeschieden. Medienberichten zufolge erwägt auch
Vorstandschef Prof. Bernd Kremer, dessen Vertrag bis 2009
läuft, einen vorzeitigen Abschied. Kritiker sehen hierin
eine Protest-Reaktion auf den Sanierungskurs des
Beauftragten der Landesregierung, Carl-Hermann Schleifer.
Das Problem: Das Klinikum schreibt seit
Jahren rote Zahlen. Im vergangenen Jahr hat das
Unternehmen ein Defizit von 17 Millionen Euro verzeichnet.
Die Gesamtschulden belaufen sich auf 70 Millionen, der
Investitionsstau auf 400 Millionen. Die Landesregierung
hat den Vorstand deshalb aufgefordert, das jährliche
Minus bis 2010 auf null zu reduzieren.
Um dieses Ziel zu erreichen, hat die
Regierung im April dieses Jahres den ehemaligen
Finanzstaatssekretär Schleifer als Sanierungsberater
berufen. Schleifer schlägt unter anderem die Auslagerung
von Unternehmensteilen sowie die Einrichtung eines
gemeinsamen Verwaltungssitzes vor. Zurzeit ist die
Verwaltung sowohl in Kiel als auch in Lübeck ansässig.
Als weiteren Sanierungsschritt hat
Wissenschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) im
September letzten Jahres den Einstieg privater Investoren
mit bis zu 50 Prozent vorgeschlagen. Nachdem der
Koalitionspartner SPD Skepsis gegenüber einer
Privatisierung geäußert hat, hat die Koalition einen
Kabinettsausschuss zur Festlegung einer gemeinsamen
Position eingesetzt.
Vorherige Debatte zum Thema: plenum-online,
Oktober
2007
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