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Auf dieser Seite: Agrarsubvention 

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Top 18:
EU-Kompromiss zum Umbau der Agrarsubventionen
Antrag der Abgeordneten des SSW
Änderungsantrag der Fraktion B´90/GRÜNE – Drs. 16/2373

Landtag diskutiert Auswirkung der
neuen EU-Agrarsubventionspolitik

Kiel (SHL/11.12.) Die Landesregierung will die EU-Agrarmittel, die nicht mehr an Betriebe fließen, möglichst vollständig in Naturschutz- und Infrastrukturprojekte umleiten. Sie reagiert damit auf die jüngsten Brüsseler Beschlüsse zur Umgestaltung der Agrar-Förderung. Demnach muss das Land jeden Euro, den die EU nach Schleswig-Holstein schickt, mit 25 Cent kofinanzieren.

Das werde angesichts der schwierigen Haushaltslage „nicht einfach", sagte Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU). Konkret sieht die Neuausrichtung in der europäischen Agrarpolitik vor, dass die Direktbeihilfen für Landwirte gestaffelt nach der Betriebsgröße bis Ende 2012 stufenweise um bis zu zehn Prozent gekürzt werden. Unter dem Vorbehalt der Kofinanzierung soll das freiwerdende Geld – in Schleswig-Holstein sind das rund 16 Millionen Euro – für Klima- und Naturschutz, Wassermanagement, den Wegebau, die Entwicklung neuer Wirtschaftszweige im ländlichen Raum oder erneuerbare Energien verwendet werden. Auf Druck Deutschlands soll auch ein so genannter Milch-Fonds eingerichtet werden.

Minister von Bötticher kündigte im Plenum an, bis zum Juni der Kommission in Brüssel ein Konzept vorzulegen, „wie wir im Land diese Mittel verteilen". Die Aussprache hatten der SSW und die Grünen beantragt. Lars Harms (SSW) lobte die Neuausrichtung der Agrar-Förderpolitik, auch weil Direkthilfen von unter 5.000 Euro für kleinere Höfe nicht angetastet werden und die Kürzung nur die treffe, „die es verkraften können". Der EU-Agrarkompromiss sei zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber insgesamt nur ein „Reförmchen", sagte Detlef Matthiessen (Grüne). Grundsätzlich seien vor allem Betriebe, „die nicht auf Masse, sondern auf Klasse setzen", zu fördern.

Unterschiedliche Reaktionen

Während Henning Höppner (SPD) von einem „tragfähigen Ergebnis für den ländlichen Raum" sprach, hielt Claus Ehlers (CDU) die Entwicklung für die Bauern angesichts der jüngst gesunkenen Preise für Getreide und Milch für „mehr als bedenklich". Auch Günther Hildebrand von der FDP forderte, das Geld „dicht bei den Landwirten" zu belassen.

Das Thema soll im Umwelt- und Agrarausschuss sowie im Europaausschuss weiter beraten werden.

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Hintergrund:
Der SSW begrüßt den im November von den EU-Agrarministern erreichten Kompromiss zum so genannten "Gesundheitscheck" für die Gemeinsame Agrarpolitik. Er fordert die Landesregierung auf, die Kofinanzierung für die Mittel sicherzustellen, die nun nicht mehr an die Bauern gehen, sondern in den Naturschutz und die Infrastruktur im ländlichen Raum umgeschichtet werden. Diese Summe beträgt in Schleswig-Holstein nach Angaben der Landesregierung pro Jahr 16 Millionen Euro, bundesweit sind es 445 Millionen. Bauern-Vertreter haben diese Einbrüche bei ihren Einkünften kritisiert. Schleswig-Holsteins Bauern erhalten jährlich 350 Millionen Euro aus Brüssel.

Bei der Überprüfung der grundlegenden EU-Agrarreform von 2003 geht es vor allem darum, die Direktzahlungen an Europas Landwirte vermehrt in Projekte der ländlichen Entwicklung umzuverteilen – ohne dass das Volumen für die gemeinsame EU-Agrarpolitik von gut 55 Milliarden Euro verringert werden soll. Das Geld, das die Bauern abgeben müssen, soll im jeweiligen Mitgliedstaat bleiben und in Deutschland auch im jeweiligen Bundesland.

Säulen-System

So sollen die Direkt-Beihilfen, die so genannte "Erste Säule", bis Ende 2012 stufenweise um zehn Prozent gekürzt werden. Bis 2012 gilt der aktuelle Finanzrahmen der EU. Direkt-Beihilfen für kleinere Bauernhöfe bis jährlich 5.000 Euro werden nicht angetastet. Dafür werden aber Großbetriebe stärker zur Kasse gebeten. So sollen direkte Beihilfen ab 300.000 Euro zusätzlich um weitere vier Prozent verringert werden. Dies betrifft 1.787 deutsche Betriebe, davon 1.738 in Ostdeutschland. 15 dieser Groß-Höfe liegen in Schleswig-Holstein.

Das umverteilte Geld ("Zweite Säule") soll für Klima- und Naturschutz, Wassermanagement, die Entwicklung neuer Wirtschaftszweige im ländlichen Raum oder erneuerbare Energien aufgewendet werden. Auf Druck Deutschlands soll auch ein so genannter Milch-Fonds eingerichtet werden. Mit 300 bis 350 Millionen Euro sollen Milchbauern, die unter dem derzeitigen Preisverfall und dem vorgesehenen Wegfall der Quotierung leiden, unterstützt werden.

Milchqoute bleibt Dauerbrenner

Die EU-Minister haben sich darauf verständigt, die seit 1984 bestehende Milchquote bis Ende März 2015 freizugeben. Die Bauern könnten dann so viel Milch produzieren, wie sie wollen. Während Bauern-Vertreter hierdurch einen Preisverfall und damit das Aus für kleine Höfe befürchten, sieht die EU-Kommission in Europa und vor allem auf anderen Kontinenten wie Asien eine weiter steigende Nachfrage nach Milchprodukten. Bereits von 2009 bis 2013 soll die Quote jährlich um je ein Prozent steigen. Es ist vorgesehen, 2010 und 2012 die Quote jeweils noch einmal auf den Prüfstand zu heben.

Das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium hat die geplanten Einschnitte für die heimischen Bauern in einer ersten Stellungnahme kritisiert. Vor allem der Zwang zur Kofinanzierung dieser Umschichtung werde die Haushalte vieler deutscher Bundesländer vor ernste Probleme stellen, heißt es. Denn: Auf jeden Euro aus Brüssel müssten die Länder einen weiteren Euro drauflegen. Ansonsten könnten die umgeschichteten Mittel nicht abgerufen werden.

Grüne wollen mehr Geld für ländliche Entwicklung

In einem von den Grünen kurz vor Tagung vorgelegten Änderungsantrag wird der EU-Kompromiss zum Umbau der Agrarsubventionen als ein erster Schritt in die richtige Richtung begrüßt. Zugleich fordert die Oppositionspartei die Landesregierung auf, die notwendige Co-Finanzierung der in die zweite Säule überführten Mittel durch Umschichtung des Landeshaltes sicher zu stellen. Die Mittel sollen insbesondere für ländliche Entwicklungsvorhaben zur Verfügung gestellt werden.

Vorherige Debatte zum Thema: plenum-online, September 2007

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Zitate des Jahres 2008

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F i n a n z e nt

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Haushalt 2009/2010
Beamtenbesoldung
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Grunderwerbssteuer
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Antrag:
Landesbanken-Struktur
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Haushaltsrechnung 2006
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Haushaltsrechnung 2007
(ohne Aussprache)
LRH-Entlastung
(ohne Aussprache)

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:
Landesbauordnung
Politiker Bezüge
Direktwahl Landräte
Verwaltungsgesetz / Kirchenaustrittsgesetz
(ohne Aussprache)
Landes-Schlichtungsgesetz
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Direktwahl Landräte
Berichte:
BKA-Gesetz
Jugendstrafrecht
Kampfmittel-Bergung
(ohne Aussprache)
Minderheitenpolitik
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

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Wahl:
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Hartz IV / Kindergeld- und Wohngeldzuschlag
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 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

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Kulturstiftung
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W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

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Bundesstraße 5
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 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

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Immissionsschutz
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 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

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